Kriminalfälle

Kriminalfälle (2)

Die Schande Afrikas Teil (1)

"Ich bine da

16.06.19, 03:23 - +225 78 62 77 78: ❤❤❤❣❣❣❣❣❣❣❣?????????????????"

Es hat sich eine international tätige Bande über die sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook, LinkedIn und weiteren ausgebreitet, die aus Afrika her organisiert operiert. Die Internetriesen sind sehr verschlossen, wenn es um die Aufklärung dessen geht, was in unsagbarer verbaler Brutalität den Opfern angetan wird. Nun aber, nach einer Strafanzeige eines Opfers beim Justizminister des Scammer Paradises Elfenbeinküste, sieht es für die Täter sehr schlecht aus. Leider war zunächst auch von der zuständigen Polizeibehörde in Abidjan keine Stellungnahme zu erhalten. Das änderte sich im Laufe unserer Recherchen. 

Das Konzept ist immer wieder gleich.

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Falscher französischer Personalausweis der "Anne Marie Giradet"

Eine bildhübsche Blondine, der fleischgewordene Männertraum, rekelt sich auf einem Sofa und spielt Prinzessin. Die Fotos entstammen einem Internetaccount auf instagram. Leider antwortet die Person nicht auf Anfragen.

Vielleicht  ist die Blondine schon tot und das, um den Identitätsdiebstahl perfekt zu machen. Tatsächlich verbergen sich hinter den Fotos der hübschen Frau zahllose Afrikaner, die emsig aus den Internetcafés Abidjans an der Elfenbeinküste Liebe säuseln und kassieren. 

Wir sind, als sich Veith V. (Name von der Redaktion geändert) an uns wandte, der Geschichte nachgegangen. Was wir herausfanden, ist kaum zu glauben. Die Politik erscheint ratlos. Es reicht nicht, die Kriminalpolizei in der Elfenbeinküste bei dem Aufbau von Sicherheitsstrukturen zu unterstützen, Millionen an Entwicklungshilfe zu senden, wenn Deutsche zu den hauptsächlichen Opfern dieser mafiösen Struktur werden. Wir haben uns im Laufe der Recherchen entschieden, die Quellen derer wir uns bedienen, offenzulegen. Es handelt sich um die Fotos einer gewissen Gladis Zanier, die wie ein Fantom wirkt.  

 

BW Media logo 2013

 

Hierbei muss klar werden, was nützt die mühselige Kopie eines Marshall-Plans für die Elfenbeinküste, wenn formiertes Gesindel die Geber regelrecht ausraubt und verhöhnt? 

Es ist nicht die nigerianische Mafia, es ist eine eigenständige Gruppierung im Sinne einer kriminellen Vereinigung. 

Da sich die Person auf dem Foto, die in zahlreichen Scammer Foren seit April 2019 unter sage und schreibe 40 verschiedenen Namen geführt wird, nicht wehrt, ist es nicht klar, ob die Person überhaupt noch lebt, die dort abgebildet wird. Es erscheint unter diesen Umständen logisch, dass die Täter die Identät einer Toten angenommen haben. Wobei man bei der Brutalität der Taten davon ausgehen kann, dass sie auch nicht davor zurückschrecken würden, einen Menschen umzubringen, um an eine Identät zu kommen, mit der sie ihr Geschäftsmodell weiterbetreiben können. Das belgische Vermisstenregister gibt dazu keine Auskunft. Eine Anfrage an die Federale Politie wird im 2. Teil dieses Artikels behandelt. 

 

Die Taten sind von der Absicht geprägt, Menschen, die ausgemachten Opfer,  hemmungslos  in den Tod zu treiben. Dabei kennt die Perversion keine Grenzen. 

 

Die Spuren führen rund um den ganzen Globus. Eine davon nach Lüttich in Belgien. 

 

 

Lüttich by MrsBrown

Lüttich by MrsBrown/2019

 

Diese Täter operieren mit falschen Identitäten, mit denen sie durch das Internet Liebe vorgaukeln, in schlechtem Deutsch oder Englisch und somit Europäer um Millionen prellen - jeden Monat.

Die Politik scheint absolut desinteressiert zu reagieren und wird der Situation nicht mehr Herr.

Wie auch?

Die Elfenbeinküste ist ein sorgenfreies El Dorado für die Romance Scammer geworden. Weitweg von Europa spielen Hass und Gier die größte Rolle in diesem von Korruption und Vetternwirtschaft geprägten System des nie endenden Abzockens, der Erpressung.

In Deutschland Strafanzeige gegen die Täter zu erstatten, ist sinnfrei. Es ist als würde das Opfer mit Wattebäuschchen Afrika treffen wollen. Sinnvoller erscheint dabei schon der Weg, den Veith V. ging, eine Petition an Abgeordnete der EU zu richten, sich für die bedingungslose Verfolgung der Täter einzusetzen. 

In Abidjan tut man so, als würde man die Scammer nur als eine kleine Gruppe von lästigen Cyberkriminellen sehen. Diese verkaufen die Identitäten ihrer Opfer an das Darknet zur Weiterverwertung. Die Kollegen der ABC (Australia Broadcasting Company) drehten einen beachtlichen Film über die Machenschaften. Nur wenigen Opfern gelingt es, je wieder aus den Mühlen der Erpresser zu kommen.  Es hat sich eine mafiöse Struktur ausgeprägt, die über Jahre gewachsen ist. Ab und zu mal eine Razzia hier oder da. Jeder verdient an den immer sprudelnden Einnahmen des Romance Scammings, darunter der Besitzer des Internetcafés, der lokale Politiker, die Hotels, durch die die Gangster ziehen und viele mehr. Zu sehr sind die korrupten Verflechtungen zwischen afrikanischen Tätern, die sich aus der angeblichen 419-er Scam Mafia aus Nigeria und Ghana rekrutieren. Interessant ist, dass man in bestimmten Foren die Scripte kaufen kann, die die Scammer verwenden. Das geschieht nach der totalen Verwertung des Opfers.  Hier werden auch die Excel Tabellen weitergegeben, die stichpunktartig die Chats aufzeichnen. 

Der ganze Verlauf einer derartigen Bekanntschaft zeigt eine erschreckende Menschenverachtung gegenüber Europäern. Es ist nicht agressives Betteln, sondern der pure Hass auf Europäer, die vermeintlich reich sind, die vermeintlich das Geld auf der Bank haben. Das Opfer lebt in ständiger Furcht, die vorgespielte Liebe entzogen zu bekommen, wenn es nicht zahlt. Dann und wann wird diffus gedroht. 

Aus dem Chat: "??????????

19.06.19, 03:07 - +225 78 62 77 78: ??????

19.06.19, 03:08 - +225 78 62 77 78: ??????

19.06.19, 03:11 - +225 78 62 77 78: Sag mir, wenn ich in der gleichen Wohnung wäre, hättest du den Mut, mich einen Tag ohne Essen zu lassen"

Tag und Nacht geht der Terror um ein angeblich hungerndes Kind. Das heulende, mit Tränen überströmte Smiley ist der 1000 fach gesandte Gruß der pervertierten Unmenschlichkeit.

 

In den Armenvierteln der Hauptstadt Abidjan hat sich eine Subkultur gebildet, die Romance Scammer hervorbringt. Es wird mit äußerster Brutalität gegen die ausgemachten Opfer, nach einem durch den google Übersetzer schlecht übertragenen anfänglichen Liebesgesäusel vorgegangen. Es ist Psychoterror bei Tag und bei Nacht in mehreren Schichten und in unterschiedlicher Art und Weise. Es sind immer wieder die gleichen Opfer, die von den Tätern ausgesucht werden. Das einzige, was die afrikanischen Scammer immer wieder tun, ist eine neue Ausrede zu erfinden.

Die Spur führte zunächst in die Gegend von Nivelles in Belgien, von dort aus nach Lüttich, wo die Personen die falsche Identität nahmen. Danach endete die Spur. Eine falsche Identität ist die Grundlage für das Geschäft mit der Liebe aus Afrika. Alles andere sind vorgefertigte Textbausteine, die die Täter verwenden.  Am liebsten aus Deutschland, wenn es später die Kuh zu schlachten gibt, können die Täter nachlegen, Einladungsschreiben fälschen, Fluchtwillige nach Europa senden, die Verwertung der Chancen ist allumfassend und sehr profitabel, weil die Geschleppten dann noch Drogen mitnehmen müssen.

Es gibt eine ganze Branche, die die Geschichten erfindet, auf die leider immer noch Leute hereinfallen. Das Jagdschema der Scammer ist gleich, Mann zwischen 40 und 60 Jahren, den sie eine ganze Zeit lang auf der Timeline der sozialen Netzwerke beobachten. Dann werden Komplimente ausgetauscht für zum Teil dumme Kommentare, für die Mauerblümchen der sozialen Medien, die die Scammer zielsicher finden. Eine kühle blonde Schönheit, dazu ein Kind, das in einer spärlichen Wohnung lebt. Die Bilder hätten Veith sofort zu denken geben müssen. Diese waren in Belgien fotografiert worden. Das ließ sich anhand der Einrichtungsgegenstände und Kleidung später nachvollziehen. Auch die Umgebung war in Europa fotografiert worden. Aber darauf achtete der Liebestrunkene nicht und das lag im Kalkül der Täter. Insoweit zu überzeugen, dass er nur noch dazu da war, um jeden Tag neue Forderungen zu erfüllen.  Immer höhere Beträge überwies er, 1500 Euro, mal tausend. Mal 500, mal 800 Euro, mal 300.  Es reichte nicht. Niemals.

Eine Alina Becker, die eingangs schon erwähnte hübsche Blondine nahm Kontakt zu unserem Opfer Veith V. auf. Wie zufällig im Leben ergab sich die zunächst lose Bekannschaft, in der ein Täter als Türöffner fungierte und den Deal für die Scammer vorbereitete.

Anfang Juli sprach Veith mit unserer Redaktion, nachdem er uns den gesamten Schriftverkehr mit den Scammern zur Verfügung gestellt hatte. Er war gebrochen durch die psychische Brutalität der Chats, die die Scammer kluger Weise direkt von twitter, wo er die „Dame“ kennengelernt hatte, auf Whats App gelenkt hatte. Whats App äußert sich zu solchen Umtrieben auf der Plattform auch nicht.

Nun kann man sagen, warum hat Veith den Chat nicht einfach beendet? Niemand kann sich dem entziehen. Einmal in den Fängen der Mafia, kommt man nicht mehr oder nur noch sehr schwer heraus. Die Täter lassen nicht mehr locker, sondern legen nach, so gut es geht. Mehr als 250 Anrufe in zwei Monaten, tausende von SMS, auch in Abwesenheit, machen einen Menschen mürbe. Kaputt. Es ist die Absicht, jeden Cent aus dem verhassten Europäer herauszuziehen. 

"19.06.19, 03:55 - +225 78 62 77 78: ok, also morgen wirst du dich nicht anstrengen, die 350 € zu überweisen, damit wir essen können. Du wirst uns noch im Hunger lassen"

Die ip Nummer der Mails führte nach Abidjan. In einen Vorort, Anyana, dort, wo es Ressorts gibt und eine kleine Gemeinde von Europäern lebt.

 

Adjamé Market

Adjamé Market, Abidjan, 2019, Eva Blue

Soweit konnte der erste Teil der Geschichte durchaus stimmen. Wenn auch vieles nicht schlüssig war, was die angebliche Anne - Marie Giradet vortrug. Der Personalausweis war ebenso falsch, wie ihr Name und ihre sich stetig steigernden Liebesschwüre.  Angeblich war sie Französin, hatte lange in Deutschland gelebt und war Mutter eines Sohnes, der für diesen Fall Morane hiess. Das Bild eines Europäers, der offensichtlich in Belgien oder Nordfrankreich fotografiert wurde, wurde für die Geschichte, die die Scammer sich bereitlegten, missbraucht. Nun werden auch schon Kinder für die pekunäre Kriegsführung benutzt. Dabei wird auch Gott in Bewegung gesetzt. Das Kind wird krank, bricht unter der Dusche zusammen vor Hunger, der Vermieter steht plötzlich vor der Tür, will mehr Geld haben für ein schäbiges Apartment. Dazwischen kleinbürgerliche  und schwülstige Träume von der Zukunft in einem Textbaustein. Die Ware der angeblichen Schönheit wird als nächstes beschlagnahmt, die Schicksalsschläge reihen sich aneinander, selbst die französische Botschaft hilft Landsleuten nicht mehr. Aber es meldet sich bei der mittlerweile obdachlosen Liebe ein Bankmanager, der helfen will, weil der Scheck der Ware gesperrt wurde, kann sie nicht über das Konto verfügen. Bestens gefälschte Kontoauszüge überraschen selbst die SoFin.

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So hat sie eine weitere Begründung, das aggressive Betteln fortzusetzen. 

"17.05.19, 16:49 - +225 67 96 85 39: Nur eine kleine Summe von 500 €, um MORANE zu füttern, bitte, mein Engel, tu es wegen Gott"

"20.06.19, 00:25 - +225 78 62 77 78: Als ich dich sah, habe ich dich geliebt. Als ich mit dir sprach, wusste ich, dass du der einzige bist, der mein Herz stiehlt, und in der Tat bin ich in deinen Bann gefallen. Ich liebe dich und ich werde dich für immer lieben.❤❣❣❤????❣❤????❤❤???????❤❣??"

Obwohl die Person, die sie vorgibt zu sein, das Opfer nicht kennt, kennen konnte, ging die hässliche Masche auf.  Die Täter besitzen sehr gute Kenntnis von Deutschland. Es ist anzunehmen, dass einer der Schreiber eine Zeit in Deutschland gelebt hat. Wahrscheinlich kehrte er desillusioniert nach Afrika zurück und verschrieb sich kurz darauf des Romance Scammings. 

"21.06.19, 00:54 - +225 78 62 77 78: ??????

21.06.19, 00:54 - +225 78 62 77 78: ???????"

Niemand ist dumm, der auf diesen emotionalen Druck eingeht. Es geht nur um Geld. Nicht eigentlich um Liebe. Brutale gewissenlose, afrikanische Sklaventreiber vergewaltigen die Seele einen jeden Tag auf das Neue. Das Geld letztendlich fliesst an lokale Warlords, die sich das Leben angenehm gestalten, um wieder einmal einen Putsch zu begehen, der Europa Millionen kostet und wieder einen neuen Marshall-Plan verlangt. Die Staaten scheinen kein Interesse daran zu haben, diesen teuflischen Kreislauf zu durchbrechen. Es ist ein strukturelles Problem. 

 

"18.05.19, 14:14 - +225 67 96 85 39: Bist du auf dem Weg zur Agentur, um das Geld zu schicken?

18.05.19, 14:46 - +225 67 96 85 39: Mein Engel, ich verstehe, aber du musst dich beeilen, wenn ich ein bisschen Essen für MORANE kaufen will. Deshalb möchte ich, dass du schnell zur Agentur gehst und das Geld überweist 

18.05.19, 14:50 - +225 67 96 85 39: Aber dann geht nichts mehr in der Agentur, die ist,  wie Sie sagten dann geschlossen,  gehen und senden Sie das Geld jetzt. Wissen Sie, was passiert, wenn MORANE hungrig ist?

18.05.19, 14:51 - +225 67 96 85 39: Sag mir, dass du unterwegs bist?

18.05.19, 14:53 - +225 67 96 85 39: Ja, meine Liebe, aber wenn Sie die Möglichkeit haben, mehr zu senden, dann tun Sie dies-

18.05.19, 16:02 - +225 67 96 85 39: Meine Liebe, ich sehe jetzt, vielen Dank, dass du mir hilfst. Ich liebe dich so sehr❤❤??

Quellen:

Interview mit Veith V. (Name von der Redaktion geändert)

Original der Whats app chats 

Unterlagen der Tätergruppe 

Telefonnummern

Ministerium der Justiz in Abidjan, Elfenbeinküste

Wer das gleiche oder ähnliches erlebt hat, kann sich gerne mit der Redaktion in Verbindung setzen. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Weiter im 2. Teil

 

 

 

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Der schier unglaubliche Windsor Verlag

Einer der größten Skandale der deutschen Verlags-und Buchbranche entblättert sich

Die lustigen Weiber vom Windsor Verlag

Miriam Ziegler, eine der Autorinnen des Windsor Verlages war ob ihrer 10 Jahre Alter schon recht weise: "Einige können sich in Luft auflösen, andere können Gegenstände verschwinden lassen." Andere ganze Verlage, wie ein Houdini generalstabsmässig, gleich verschwinden lassen. Die Staatsanwaltschaft am Landgericht in Hamburg und das LKA 55 in der Hansestadt ermitteln unter dem Aktenzeichen  LKA553/1K/0238427/2018 seit Frühjahr 2018.

Wer nicht hören wollte, dass Zuschussverlage nur an den eigenen Vorteil denken, wurde hier eines anderen belehrt. Autoren zahlten tausende Euros für eine Leistung, die sie auch bei BoD (Books on Demand) oder Tredition erhalten hätten,  nur bedeutend günstiger.

Abgesehen von den aggressiven Methoden der Frau Hartmann, war das Gebaren des Windsor Verlages von ungeheurer Gier geprägt. Verlegt wurde alles, wohl aufgehübscht durch die Arbeit durch BoD. BoD alleine ist es zu verdanken, dass die Qualität herausgebracht wurde, die Kunden für viel Geld bei dem Windsor Verlag erkaufen mussten. BoD war in dem Zusammenhang auch Opfer und nicht Mittäter, wie es einige Posts in den sozialen Medien darstellten.

 

Schon frühzeitig, 2013, hatte sich Sönke Schulz von Tredition in Hamburg von den Damen des Windsor Verlages losgesagt. Er hatte guten Grund und wohl das richtige Bauchgefühl. Der Windsor Verlag hatte gegen den Vertrag verstoßen und den Hamburger Self-Publishing - Mogul Schulz wohl um Geld betrogen.
Damit wandte er erheblichen Schaden von sich und den Autoren, die betroffen waren, ab. Später, nach dem Verschwinden der Windsors, nahm er die vollkommen verstörten Autoren auf. Eine noble, auch werbewirksame Geste für Tredition.

Die vermeintlichen Angestellten des noblen Vorschussverlages Windsor verschwanden, darunter Monika Hartmann, die selbst als Motivationsstütze für die Autoren ein eher bescheidenes Self-Publishing verlegte.

Ein weiteres Buch der Monika Hartmann floppte komplett . So einfach war das doch nicht mit dem Buchschreiben. Das Werk der Monika Hartmann, die wie ein Fotomodell auf den Bildern wirkte, die von ihr veröffentlicht wurden, erschien wie ein schäbiges Plagiat. Dieser Umstand jedoch steht auf einem anderen Blatt.

[caption id="attachment_14897" align="alignnone" width="1059"] Windsors Aushängeschild, screenshot kasaan media, 2018 Windsors Aushängeschild, screenshot kasaan media, 2018[/caption]

Dafür mussten aber andere die exorbitanten Kosten des Zuschussverlages tragen. Joanne K. Rowling hätte nicht mit Windsor verlegt. Die Werbung der Frau Hartmann implizierte dies.

Laut der Aussagen einiger Autoren verschwanden die Ansprechpartner am 21. März 2018 auf Nimmerwiedersehen. Plötzlich verstummte die sonst auf twitter so omnipräsente, selbstgefällige Darstellung des Windsor Verlages, den man schon hätte als Bot verstehen können.

Die Planung des digitalen Endes der Windsors war ein organisatorisches Meisterstück, das Erfahrung und Talent auf dem Gebiet zeigte.

Es war Zeit, die Situation war kritisch.

Es stand zu vermuten, dass auch andere Druckereien, die Windsor beauftragt hatte, nervös wurden. Durch einen dummen Zufall war wahrscheinlich der ganze schöne Plan aufgeflogen.
Welcher Zufall, bleibt ungewiss.
Wahrscheinlich hing es mit den Abrechnungen zusammen, die von Anbeginn an falsch ausgestellt worden waren. Dafür konnten die nur zögerlich zahlenden e-Book Provider, wie amazon, verantwortlich gehalten werden.
Nein, wahrscheinlich hatte man noch einmal richtig Kasse gemacht. Zahlungen von Autoren aus diesen Tagen gingen auf Banken, die keine Schufa-Anfragen stellten und auf ausländische Kreditinstitute, wie in Wien oder Innsbruck.

Nun war auch Windsor-Mitarbeiter Somes verschwunden, wohin, das weiss bis heute niemand. Angeblich soll er irgendwann im Frühjahr in West-China vom Erdboden verschluckt worden sein. Wo genau, das konnte niemand sagen.
Nachfragen bei chinesischen Behörden ergaben, dass in der Zeit niemand auf diesen Namen in die Volksrepublik eingereist war, vermisst wurde, oder als vermisst gemeldet worden war.

Das Drehbuch der Windsors war zu Ende, kann der Betrachter vermuten.

Nein, weit gefehlt.

Das Abtauchen der Verantwortlichen war von Anfang an geplant. Dazu wurde nach dem ungeplanten Ende mit Tredition, BoD in Norderstedt bei Hamburg für den Druck ausgesucht.

2012 war die Goldgräberstimmung bei den On Demand Druckern noch gestiegen. Seltsam, dass BoD die Unbekannten nicht gesehen hatte oder die Umstände, trotz der räumlichen Nähe zu den Windsors, in Jahren nicht festgestellt hatte, wer sich eigentlich hinter den Windsors verbarg. Was kein Vorwurf an BoD sein sollte, doch sich aus dem Gesamtzusammenhang ergibt.

Der Geschäftsführer Dr. Robertz von BoD konnte sich nicht auf Anfrage daran erinnern. Er wollte sich erkundigen. Leider konnte vor Redaktionsschluss dieser Umstand nicht geklärt werden, er wird in einem Folgeartikel nochmals behandelt. Interessant in diesem Zusammenhang wäre auch gewesen, wieviele Bücher eigentlich über den Norderstedter Self-Publishing-Riesen im Auftrag von Windsor gedruckt wurden. Und an welche Adresse die Rechnungen des Drucks gegangen waren.

Einige Autoren wunderten sich über diesen Fakt.

Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, BoD ist eine innovative Vorschuss-Druckerei und kein Nachrichtendienst, der verpflichtet ist oder war, die Identität der Damen vom Windsor Verlag festzustellen.

Auf den Spuren Phileas Foggs

Die Recherche zu diesem Artikel führte uns Journalisten um die ganze Erde, durch ein Netzwerk von sage und schreibe 32 (!) Schein-und Briefkastenfirmen.

Dabei kann man, nach den Recherchen, von einer international operierenden kriminellen Vereinigung ausgehen, im Sinne des §129 b StGB. Unsere letzte Spur führte bis ins Schweizer Kanton Thurgau, nach Wängi. Dort ist der Wohnsitz der angeblich Verschollenen. Sie sollen sehr munter sein und Frau Evseeva tatsächlich eine russische Herkunft besitzen.

[caption id="attachment_14905" align="alignnone" width="986"] Die lustigen Weiber von Windsor, screenshot kasaan media, 2018 Die lustigen Weiber von Windsor, screenshot kasaan media, 2018[/caption]

Dort, in der Schweiz allerdings war die Jagd nicht zu Ende, dort fing sie eigentlich erst an und führte auf den indischen Subkontinent. Zu einer Telefonnummer, die mit dem Geschehen nicht im kausalen Zusammenhang steht.

Der Verschollene Somes ( richtig heisst er wahrscheinlich Ernest J. Siegert) ist nicht nur eine Schande für alle Verleger, sondern er ist für einen Vermissten noch eher hyperaktiv.

Es ist nicht Somes. Nochmals, Somes gibt es nicht.

Am Ende des Artikel folgt eine Liste von Domains, die der Unbekannte unterhält, der sich Somes nennt. Viele dieser Domains betrieben Eigenwerbung, schon bevor das Projekt Windsor überhaupt losging.

Wer sich von den Autoren mit dem Windsor Verlag intensiver beschäftigte, fand schnell heraus, irgendetwas war faul in Cheyenne - Wyoming.
Zumindest mit dem Verlag. Nebst fehlendem Impressum gab es nur einen Parkplatz an der Stelle, wo eigentlich der Firmenhauptsitz sein sollte. Ein Stück weiter fand man dann doch ein Haus, das zum Objekt der mutmasslichen Täter um Siegert wurde.

Die Hausadresse des Herrn Somes in der Thomes Ave. war nicht gerade ein einladendes Ziel für Verlagstätigkeit. In einem ruhigen Vorort der ehemaligen Stadt der Poststationen, der Banditen, Desperados und der Indianer.

Eben im Wilden Westen.

Dort gibt es auch einen Sheriff und der wusste von nichts. Nun ist es in den USA nicht so einfach, mit einem solchen Delikt wegzukommen, wie bei den Windsors, weil in diesem Zusammenhang noch Geldwäsche und Bandenbildung dazukommen würde. Da das mutmassliche Handeln über Staatsgrenzen hinwegeht und -ging, sind Bundesgesetze gebrochen.

Ein schmuckes Einfamilienhaus auf der 2710 Thomes Ave soll die Adresse der Hauptniederlassung der Windsor Group INC. in Cheyenne Wyoming gewesen sein. Weder das Hauptquartier noch den Verlag hat es dort jemals gegeben.

[caption id="attachment_8627" align="alignnone" width="1000"] Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016 Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016[/caption]

Geschickt eingefädelt

Der Umstand, dass die Stadt Cheyenne in ihrem Handelsregister zahllose Windsor Firmen auflistete, führte letztendlich auf die Spur der mutmasslichen Täter. Obwohl sie mit diesem Kunstgriff die Taten verschleiern wollten.

Da war der Name Windsor Verlag, Eric(k) J. Somes, Glockengießerwall, 20095 Hamburg, schon wohlklingender - zumal die Königin von England nur einen Steinwurf von der Adresse aus vom Balkon des Hamburger Rathauses winkte. Man blieb quasi namenstechnisch unter sich.

 

Leider war dieses Büro in einem Büroservice von ECOS untergebracht. Man könnte vermuten, dass alle, die an dem Verlag beteiligt waren, Heimarbeit ableisteten, nachdem das Haus im letzten Jahr komplett saniert, entkernt, wurde. Auch dem war nicht so. Es war eine Scheinadresse und wahrscheinlich gab es die Mitarbeiterunter diesem Namen nicht. Da blieb die Frage, wer waren die Geschäftspartner, die sich da zu Europas modernstem Verlagshaus zusammengetan hatten, glaubte man der Werbung von Windsor. Schon 2016 wurde einem klugen Kopf klar, dass es nicht weit her war, mit dem Windsor Verlag. Niemand wollte das hören.
Auch der VDV- Vereinigung Deutscher Verlagsagenten gehörte zu dem Netzwerk des Herrn Somes. So wurden hunderte ahnungsloser Autoren geködert, der Schaden ist erheblich höher als vermutet oder angegeben und die Zahl der Geschädigten dürfte nach vorsichtiger Schätzung bei 3-5 .000 liegen. Es gab aber auch durchaus kritische Geister.

 

Es schien eine Sackgasse zu sein. Für einen kurzen Augenblick führte der Weg in einen anderen Inselstaat, ins beschauliche Singapur, wo derartige Verfehlungen wie die der "netten" Windsors in Hamburg noch immer mit reichlich Stockhieben im Gefängnis des Stadtstaates in Südostasien bestraft werden.
Bei uns kam die Frage auf, warum jemand wegen 750 Autoren solch einen Aufwand betrieb.

Kompetenz und Sachverstand gibt in dieser doch recht zweifelhaften Situation die Anwaltskanzlei Baumbach et Collegae, Kaldenkirchener Str. 3, 41063 Mönchengladbach, der zahlreiche der Opfer von Windsor vertritt.

Nächste Folge: Den Fantomen des Windsor Verlages auf der Spur Lustig, Lustig ist es in Panama

Diskussion oder Nachrichten zu dem Fall bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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