Unterwegs in Island - wie einst die alten Wikinger!

Unterwegs in Island - wie einst die alten Wikinger!

Als die Wikinger ab dem 9. Jahrhundert Island besiedelten, hatten sie nur ein einziges Fortbewegungsmittel an Land: ihre Pferde, die sie mitbrachten!  Nur dank der robusten Tiere war es möglich, die Insel zu erkunden und sich an allen günstigen Standorten niederzulassen. Sogar das raue Hochland ließ sich auf dem Rücken der Pferde durchqueren. Sogenannte Hochlandpisten etablierten sich: auf diesen Routen, zwischen den Gletschern gelegen, war es Isländern möglich aus allen Landesteilen möglich, innerhalb von 10 Tagen zur Parlamentsstätte zu reiten. Noch heute erfreuen sich diese Pisten im Sommer großer Beliebtheit, v.a. bei Allradfahrern in Superjeeps. Doch auch klassisch zu Pferde ist die Überquerung nach wie vor möglich und ein unglaubliches Erlebnis für alle, die das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde suchen.

 

Wir haben uns die sog. Kjölur-Piste ausgesucht, 6 Tage im Sattel, insgesamt 220 km mit Tagesetappen bis zu 47 km. Durchhaltevermögen ist gefragt, gilt es doch bei jedem Wind und Wetter das nächste Quartier zu erreichen. Mehrmals täglich wird Pferd gewechselt, entsprechend viele ‚Wechselpferde' müssen als freilaufende Herde mitgeführt werden. Das allein schon ist ein Erlebnis und lässt „Wildpferde-Feeling“ aufkommen. Unglaublich ist, über welches Gelände die trittsicheren Tiere in rasantem Tempo tölten können. Das bringt selbst erfahrene Islandpferde-Reiter immer wieder zum Staunen! Der Tölt ist die besondere vierte Gangart der Islandpferde, die den Reiter sehr bequem auch lange Strecken im Sattel zurücklegen lässt. Eine Hälfte des Reitertrupps geht voraus und zeigt den Weg, dann folgt die freilaufende Herde nach. Nicht immer ganz einfach, diese unter Kontrolle zu halten, denn die Herde darf auf keinen Fall neben die Reiter kommen oder diese gar überholen. Ganz zum Schluss folgt mit etwas Abstand dann die 2. Hälfte der Reiter, die die Herde von hinten zusammenhalten und ggf. antreiben muss. Letzteres entfällt gewöhnlich am letzten Tag der Tour, wenn es nur mehr bergab und ins grüne Tal mit üppigen Wiesen geht. Dann bleibt kein Pferd freiwillig im Hochland zurück! Alles in allem lässt sich sagen: so ein Wanderritt ist ein Erlebnis der besonderen Art, das die Entstehung des Islandpferdes und seine wahren Fähigkeiten deutlich macht - und was die Menschen diesen zähen Geschöpfen alles zu verdanken haben. Aber eines muss schon gesagt werden: so ganz ohne Reiterfahrung und entsprechendes ‚Sitzfleisch‘ wäre der Ritt sicher keine reine Freude - die Wikinger hatten wohl beides!

 

Foto 1:  Welche Pferde dürfen mit auf den langen Ritt?

 

Foto 3.1

 Mückennetze sind genauso wichtig, wie gute Regenausrüstung dabei zu haben!

 

 

batch Foto 4a

Entlang einer Schlucht, die schon einen Wasserfall erahnen lässt...

 

batch Foto 4b

... nämlich den berühmten Wasserfall „Gullfoss“ am Rande des Hochlandes, wo die Kjölur-Piste beginnt 

 

batch Foto 5

Letzte kurze Rast im „Grünen“

 

batch Foto 6

Das Umland wird schon karger

Ausreißer oder Nachzügler gibt es immer wieder

Ausreißer oder Nachzügler gibt es immer wieder

Bei solchen Quellflüssen mit frischem Grün ist es besonders schwierig, die Herde weiterzutreiben!

bei solchen Quellflüssen mit frischem Grün ist es besonders schwierig, die Herde weiterzutreiben!

batch Foto 9

 gibt es geeignete Weideflächen, dürfen alle fressen - die Reiter umzingeln dabei die Herde

 

 

Read more...

Die Schande Afrikas (Teil 2)

Update 19.09.2019 Abgebrühter geht es nicht mehr!

Die brutalen Täter meldeten sich wieder, ohne überhaupt mit der Wimper zu zucken. Sie stalken ihre Ex- Opfer, um Geld zu erpressen. 

Hier eine Skypenachricht von diesem Absender aus der letzten Nacht. Die neue Nummer haben wir eingepflegt. (+225 87 152594)

 

WP 20190919 09 15 54 Rich

 

Spuren in die Eifel und in den Kongo

Im Teil 1 wurden die Methoden der Scammer vorgestellt. 

An Brutalität und Menschenverachtung waren die Täter nicht zu überbieten. Das von den afrikanischen Tätergruppen praktizierte Geschäftsmodell beinhaltete zunächst den Betrug und danach die Erpressung. 

Das Verhalten der international agierenden Tätergruppen muss nun schärfste Konsequenzen haben. Sie erfinden gar, wie in dem vorliegenden Fall, den Kontakt zu Hafenmanagern, klonen deren Existenz. Oder Urkunden, Dokumente und Ausweise, um ihre ehemaligen Opfer bis zum Exzess zu verwerten. Das heisst, die Täter organisierten weitere Scammer -Geschichten, in denen sie die dann verfälschten Dokumente vorlegten, um eine Erbschaftsgeschichte zu erfinden. Dabei schrecken sie nicht zurück, Kinder in die Sache hineinzuziehen, die sie als Opfer familiärer Umstände ausgeben.  

 

 

Wer nicht mehr antwortet, wird Tag und Nacht traktiert. Ein Auszug des Chatverkehrs veröffentlichen wir von Veith hier: 

18.04.19, 14:35 - +225 57 59 32 70: Guten Abend, Sir, wie geht es Ihnen gut, hoffe ich! Ich bin Herr HIEN YACOUBA SIÉ Der General Manager von Abidjan Port ist Ihre kleine Freundin ANNE MARIE, die mir Ihre Nummer zur Verfügung stellt, um Ihnen seit gestern zu schreiben Heute morgen ruft sie mich an. Wenn ich Sie kontaktieren kann, dass Sie sauer auf sie sind, und Sie sich weigern, diese Nachrichten zu beantworten, sagt er, schreiben Sie, um besser zu erklären, was wirklich vor sich geht. Sobald Sie diese Nachricht erhalten haben, möchte ich Sie bitten, mir so schnell wie möglich zu antworten. guten tag dir. Herr HIEN YACOUBA SÉ##

Es sollen aus Gram und Scham Menschen, die Opfer dieser Methodik, in den Suizid getrieben worden sein. Die Gesellschaft in Europa schweigt sich aus. Hinter vorgehaltener Hand lachen viele über die Dummheit der Opfer. Aber diesem Druck kann sich fast niemand entziehen. In der Tat, Psychoterror mit Smileys und Stickern. Längst hatte Veith verstanden, was geschah, er konnte sich jedoch nicht aus dem Umfeld lösen, das immer mehr für ihn zur Katastrophe wurde. Die Täter suchten nach Kontrolle. Diese übten sie auch noch nach Abbruch der seltsamen Beziehung aus. Tag und Nacht erwiesen sich die Täter als beste Kenner der Psychoterrors, den sie mit steigender Intension betrieben. Eine gehörige Portion Wut schwang mit, dass das Opfer nun nicht mehr willig war, zu zahlen. 

 

Die Geschichten wurden immer wüster. Eigentlich hätte Veith zu diesem Zeitpunkt schon dämmern müssen, wer da an dem anderen Ende der Leitung saß. Das Handy der angeblichen Liebe verschwand auf mysteriöse Art und Weise.  

Wir versuchten mehrfach mit den E-Mail-Adressen, die uns Veith zur Verfügung gestellt hatte, in Kontakt zu treten, um auch die Geschichte der Täter zu hören. Die afrikanischen Tätergruppen sind straff organisiert und die Spuren führen weiter von Abidjan in den Norden des Landes, nach Bouaké, dort wo der Krieg besondere Spuren in der Elfenbeinküste in Form von unerträglicher Armut hinterließ. Die Jugend des Ortes hat sich mehr oder minder auf den Weg nach Europa gemacht. Dort allerdings in den staubigen Strassen sind die Scammer Helden mit viel Geld, das sich augenscheinlich einfach verdienen ließ. Die Europäer sind die Idioten, die der gierigen Hemmungslosigkeit ausgesetzt werden. Das sagen sie dann auch laut und deutlich ins Telefon. Und dass die Europäer doch glücklich sein sollten, wenn Afrikaner in Afrika bleiben würden, und nicht Asyl suchen würden, aber auch sie wollen ein Stück von dem Kuchen abhaben. 

"17.05.19, 16:53 - 225 67 96 85 39: Schicken Sie mir jetzt das Geld????

17.05.19, 16:54 - 225 67 96 85 39: ????

17.05.19, 16:54 - 225 67 96 85 39: ????

17.05.19, 16:54 - 225 67 96 85 39: ????

22.05.19, 16:55 - 225 67 96 85 39: Meine Liebe, wie geht es dir? MORANE hat seit gestern nicht mehr gegessen. Er wiederholt mir, dass er seit gestern hungrig ist. Willst du nichts nur für ihn senden?

22.05.19, 17:20 - 225 67 96 85 39: MORANE hat Hunger, du schickst ein bisschen Geld, um ein bisschen zu essen, es ist nur ein kleiner Junge

22.05.19, 17:22 - 225 67 96 85 39: Ich verstehe alles, aber willst du einen einfachen Jungen hungrig lassen??

22.05.19, 17:24 - 225 67 96 85 39: Du kannst also nichts tun, um mir zu helfen, meinen Jungen nur mit 200 € zu füttern, nur mit einem kleinen Betrag

22.05.19, 17:27 - 225 67 96 85 39: Was soll ich MORANE sagen?

22.05.19, 17:28 - 225 67 96 85 39: Also wirst du nichts schicken, um mir und MORANE zu helfen?

22.05.19, 17:29 - 225 67 96 85 39: Ich weiß nicht, was ich tun soll Ich möchte nur kaufen, um unserem Sohn etwas  zu essen zu geben

22.05.19, 17:31 - 225 67 96 85 39: Meine Liebe, was entscheidest du, jetzt gehst du mit 200 €, die wir verbrauchen können, zur gleichen Agentur und machst ein paar Dinge

22.05.19, 21:58 - 225 67 96 85 39: Aber MORANE weint immer noch vor Hunger. Was soll ich tun?

Die Spur einer Telefonnummer führte nach Mechernich in der Eifel. Diese Nummer wurde aus dem Kongo bedient. Asylbewerber sollen in die Taten verwickelt sein, die aus Kinshasa - Kongo in die Bundesrepublik kamen. Es waren die Hintergrundgeräusche des Kölner Hauptbahnhofs zu hören, als eine der vermeintlichen Alinas anrief und die „Liebe ihres Lebens“ sprechen wollte. Die Läufer an der Elfenbeinküste sind Tagelöhner, die mit falschen Papieren vor Ort ausgestattet werden. Diese liefern das Geld bei einer Art Gebietsleiter ab, der das Geld, wie in einer Pyramide weiterreicht. Es trifft in Europa immer wieder den Mittelstand. Die Polizei ist nahezu machtlos, weil die Täter wahrscheinlich aus Belgien, dort aus der ehemaligen kongolesischen Bevölkerung rekrutiert werden. Für die Afrikaner, die vollkommen losgelöst in der europäischen, belgischen Gesellschaft stehen, ist es ein einträgliches Geschäft. Die Drahtzieher sitzen in Goma und Bukavu im Ostkongo und führen ein gutes Leben. Fernab von Recht und Ordnung ist ihnen das Schicksal der Opfer egal. Die Polizei kann nichts machen. Die Drahtzieher sollen sich im Umfeld der noch agierenden Warlords des Ostkongo aufhalten. Von dem Geld werden an der Elfenbeinküste und im Ostkongo Waffen gekauft. So viel zu der Liebe der hässlichen Gruppierungen. In der Tat, es sind Mörder, die das Geld bei Moneygram oder Western Union holen, das aus Europa oder den USA  gesandt wird.

Senden Sie niemals Papiere oder Adressen, schon gar nicht Personalausweis oder Reisepass an die Täter, wenn die Täter auch noch so verbal randalieren, noch so Druck ausüben.

Ihr Personalausweis würde für die Rekrutierung anderer Opfer hemmungslos missbraucht, auf Ihren Namen würden Konten zur Geldwäsche eröffnet, es würden Paypal-Konten eingerichtet und unter Umständen sogar Fracht auf Ihren Namen versandt, die sicher nichts mit legalen Lieferungen zu tun hätte. Oder Männern werden Kinder angedichtet, mittels gefälschter Vaterschaftsurkunden. 

 

 

Veith erstattete Strafanzeige bei dem zuständigen Justizminister an der Elfenbeinküste. Nachdem es ihm gelungen war, die ip-Nummern und auch die Übertragungswege herauszufinden, wollte er zu dem Geschehen nicht länger schweigen. Noch Nächte lang traktierte die angebliche Anne ihn, auch schon während wir mit ihm sprachen. Druck um jeden Euro. 

Man sollte sich nicht täuschen, die afrikanischen Tätergruppen senden, nachdem sie die von den Zahlungsbelegen von den zumeist verwendeten Moneygram oder Western Union kopierten Unterschriften gefälscht haben, in anderen afrikanischen Ländern ahnungslose Frauen zu den Botschaften, um mit einem vorgefassten Einladungsschreiben diese dann nach Europa zu entsenden. Schlepper erfreuen sich dieser Methoden, im Fälschen sind die afrikanischen Tätergruppen einmalig. Die Botschaften können für Touristenvisa nicht jede Einladung überprüfen. Das nützen die Banden aus, die manchmal auch nur Drogenkuriere entsenden. Wenn nichts anderes mehr geht, bedienen diese Täter sich im digitalen Untergrund, um an Papiere zu gelangen. 

Vor dem Kassieren ist nach dem Kassieren

Der afrikanische Kontinent ist augenscheinlich nicht in der Lage, diesem Phänomen, das seit mehr als 20 Jahren existiert, Herr zu werden. Vielleicht will man der Situation auch nicht Herr werden, meint Veith in einem persönlichen Interview. Er hat an die große Liebe geglaubt und überwies das Geld. Tausende. Das Geld wurde überall in Afrika abgehoben, auch in Abidjan, Kinshasa und in Bulawayo in Rhodesien. Dort bedient man sich eines Läufers, der das Geld abholt und eine kleine Provision erhält, wenn er mit einem falschen Pass gefasst wird, kann er nur sagen, dass er ein Kurier war. Meistens aber gehen die Abholer, denen der Code zugetragen wird, selbst mit ihren echten Papieren zum Kassieren des Geldes.

 

Doch, noch funktionierte das Geschäft mit dem kläglichen Zuckerbrot und der Peitsche bestens. Wieder die Aufforderung zu Moneygram zu laufen und aus der Agentur das Geld zu senden.  Eines der Instrumente, innerhalb von Minuten das Geld auf den afrikanischen Kontinent zu transferieren. Moneygram selbst weist auf seinen Überweisungsträgern hin, dass der Kunde selbst die Verantwortung zu übernehmen hätte,falls er Geld nach Afrika übersenden würde. Nach und nach wurde im Juni auch klar, dass die Personen im Rudel über Twitter kamen.  

Der Internetriese gibt sich machtlos.

Ganz am Ende der Recherche erhielten wir eine Kontonummer, die eher Verwirrung als Aufklärung stiftete. Veith schrieb der vermeintlichen Unbekannten, dass er sie angezeigt hatte und ihr noch ein wenig Zeit einräumte, das gesamte Geld an ihn zurückzuzahlen. Dann ging der Psychoterror richtig los. 

Sogar die Redaktion wurde nach Erscheinen des ersten Artikels massiv bedroht.

Teil 3 Spuren in Deutschland, Belgien und im Kongo

Interview mit Veith V. (Name von der Redaktion geändert)

Original der Whats app chats 

Unterlagen der Tätergruppe 

Telefonnummern

Ministerium der Justiz in Abidjan, Elfenbeinküste

Wer das gleiche oder ähnliches erlebt hat, kann sich gerne mit der Redaktion in Verbindung setzen. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

 

 

Read more...

Die Schande Afrikas Teil (1)

"Ich bine da

16.06.19, 03:23 - +225 78 62 77 78: ❤❤❤❣❣❣❣❣❣❣❣?????????????????"

Es hat sich eine international tätige Bande über die sozialen Netzwerke wie Twitter, Facebook, LinkedIn und weiteren ausgebreitet, die aus Afrika her organisiert operiert. Die Internetriesen sind sehr verschlossen, wenn es um die Aufklärung dessen geht, was in unsagbarer verbaler Brutalität den Opfern angetan wird. Nun aber, nach einer Strafanzeige eines Opfers beim Justizminister des Scammer Paradises Elfenbeinküste, sieht es für die Täter sehr schlecht aus. Leider war zunächst auch von der zuständigen Polizeibehörde in Abidjan keine Stellungnahme zu erhalten. Das änderte sich im Laufe unserer Recherchen. 

Das Konzept ist immer wieder gleich.

f47fbb3a 5c39 4ac8 be86 062ac4ecb9ae

Falscher französischer Personalausweis der "Anne Marie Giradet"

Eine bildhübsche Blondine, der fleischgewordene Männertraum, rekelt sich auf einem Sofa und spielt Prinzessin. Die Fotos entstammen einem Internetaccount auf instagram. Leider antwortet die Person nicht auf Anfragen.

Vielleicht  ist die Blondine schon tot und das, um den Identitätsdiebstahl perfekt zu machen. Tatsächlich verbergen sich hinter den Fotos der hübschen Frau zahllose Afrikaner, die emsig aus den Internetcafés Abidjans an der Elfenbeinküste Liebe säuseln und kassieren. 

Wir sind, als sich Veith V. (Name von der Redaktion geändert) an uns wandte, der Geschichte nachgegangen. Was wir herausfanden, ist kaum zu glauben. Die Politik erscheint ratlos. Es reicht nicht, die Kriminalpolizei in der Elfenbeinküste bei dem Aufbau von Sicherheitsstrukturen zu unterstützen, Millionen an Entwicklungshilfe zu senden, wenn Deutsche zu den hauptsächlichen Opfern dieser mafiösen Struktur werden. Wir haben uns im Laufe der Recherchen entschieden, die Quellen derer wir uns bedienen, offenzulegen. Es handelt sich um die Fotos einer gewissen Gladis Zanier, die wie ein Fantom wirkt.  

 

BW Media logo 2013

 

Hierbei muss klar werden, was nützt die mühselige Kopie eines Marshall-Plans für die Elfenbeinküste, wenn formiertes Gesindel die Geber regelrecht ausraubt und verhöhnt? 

 

Es ist nicht die nigerianische Mafia, es ist eine eigenständige Gruppierung im Sinne einer kriminellen Vereinigung. 

Da sich die Person auf dem Foto, die in zahlreichen Scammer Foren seit April 2019 unter sage und schreibe 40 verschiedenen Namen geführt wird, nicht wehrt, ist es nicht klar, ob die Person überhaupt noch lebt, die dort abgebildet wird. Es erscheint unter diesen Umständen logisch, dass die Täter die Identität einer Toten angenommen haben. Wobei man bei der Brutalität der Taten davon ausgehen kann, dass sie auch nicht davor zurückschrecken würden, einen Menschen umzubringen, um an eine Identität zu kommen, mit der sie ihr Geschäftsmodell weiterbetreiben können. Das belgische Vermisstenregister gibt dazu keine Auskunft. Eine Anfrage an die Federale Politie wird im 2. Teil dieses Artikels behandelt. 

 

Die Taten sind von der Absicht geprägt, Menschen, die ausgemachten Opfer,  hemmungslos  in den Tod zu treiben. Dabei kennt die Perversion keine Grenzen. 

 

Die Spuren führen rund um den ganzen Globus. Eine davon nach Lüttich in Belgien. 

 

 

Lüttich by MrsBrown

Lüttich by MrsBrown/2019

 

Diese Täter operieren mit falschen Identitäten, mit denen sie durch das Internet Liebe vorgaukeln, in schlechtem Deutsch oder Englisch und somit Europäer um Millionen prellen - jeden Monat.

Die Politik scheint absolut desinteressiert zu reagieren und wird der Situation nicht mehr Herr.

Wie auch?

Die Elfenbeinküste ist ein sorgenfreies El Dorado für die Romance Scammer geworden. Weitweg von Europa spielen Hass und Gier die größte Rolle in diesem von Korruption und Vetternwirtschaft geprägten System des nie endenden Abzockens, der Erpressung.

In Deutschland Strafanzeige gegen die Täter zu erstatten, ist sinnfrei. Es ist als würde das Opfer mit Wattebäuschchen Afrika treffen wollen. Sinnvoller erscheint dabei schon der Weg, den Veith V. ging, eine Petition an Abgeordnete der EU zu richten, sich für die bedingungslose Verfolgung der Täter einzusetzen. 

In Abidjan tut man so, als würde man die Scammer nur als eine kleine Gruppe von lästigen Cyberkriminellen sehen. Diese verkaufen die Identitäten ihrer Opfer an das Darknet zur Weiterverwertung. Die Kollegen der ABC (Australia Broadcasting Company) drehten einen beachtlichen Film über die Machenschaften. Nur wenigen Opfern gelingt es, je wieder aus den Mühlen der Erpresser zu kommen.  Es hat sich eine mafiöse Struktur ausgeprägt, die über Jahre gewachsen ist. Ab und zu mal eine Razzia hier oder da. Jeder verdient an den immer sprudelnden Einnahmen des Romance Scammings, darunter der Besitzer des Internetcafés, der lokale Politiker, die Hotels, durch die die Gangster ziehen und viele mehr. Zu sehr sind die korrupten Verflechtungen zwischen afrikanischen Tätern, die sich aus der angeblichen 419-er Scam Mafia aus Nigeria und Ghana rekrutieren. Interessant ist, dass man in bestimmten Foren die Scripte kaufen kann, die die Scammer verwenden. Das geschieht nach der totalen Verwertung des Opfers.  Hier werden auch die Excel Tabellen weitergegeben, die stichpunktartig die Chats aufzeichnen. 

Der ganze Verlauf einer derartigen Bekanntschaft zeigt eine erschreckende Menschenverachtung gegenüber Europäern. Es ist nicht agressives Betteln, sondern der pure Hass auf Europäer, die vermeintlich reich sind, die vermeintlich das Geld auf der Bank haben. Das Opfer lebt in ständiger Furcht, die vorgespielte Liebe entzogen zu bekommen, wenn es nicht zahlt. Dann und wann wird diffus gedroht. 

Aus dem Chat: "??????????

19.06.19, 03:07 - +225 78 62 77 78: ??????

19.06.19, 03:08 - +225 78 62 77 78: ??????

19.06.19, 03:11 - +225 78 62 77 78: Sag mir, wenn ich in der gleichen Wohnung wäre, hättest du den Mut, mich einen Tag ohne Essen zu lassen"

Tag und Nacht geht der Terror um ein angeblich hungerndes Kind. Das heulende, mit Tränen überströmte Smiley ist der 1000 fach gesandte Gruß der pervertierten Unmenschlichkeit.

 

In den Armenvierteln der Hauptstadt Abidjan hat sich eine Subkultur gebildet, die Romance Scammer hervorbringt. Es wird mit äußerster Brutalität gegen die ausgemachten Opfer, nach einem durch den google Übersetzer schlecht übertragenen anfänglichen Liebesgesäusel vorgegangen. Es ist Psychoterror bei Tag und bei Nacht in mehreren Schichten und in unterschiedlicher Art und Weise. Es sind immer wieder die gleichen Opfer, die von den Tätern ausgesucht werden. Das einzige, was die afrikanischen Scammer immer wieder tun, ist eine neue Ausrede zu erfinden.

Die Spur führte zunächst in die Gegend von Nivelles in Belgien, von dort aus nach Lüttich, wo die Personen die falsche Identität nahmen. Danach endete die Spur. Eine falsche Identität ist die Grundlage für das Geschäft mit der Liebe aus Afrika. Alles andere sind vorgefertigte Textbausteine, die die Täter verwenden.  Am liebsten aus Deutschland, wenn es später die Kuh zu schlachten gibt, können die Täter nachlegen, Einladungsschreiben fälschen, Fluchtwillige nach Europa senden, die Verwertung der Chancen ist allumfassend und sehr profitabel, weil die Geschleppten dann noch Drogen mitnehmen müssen.

Es gibt eine ganze Branche, die die Geschichten erfindet, auf die leider immer noch Leute hereinfallen. Das Jagdschema der Scammer ist gleich, Mann zwischen 40 und 60 Jahren, den sie eine ganze Zeit lang auf der Timeline der sozialen Netzwerke beobachten. Dann werden Komplimente ausgetauscht für zum Teil dumme Kommentare, für die Mauerblümchen der sozialen Medien, die die Scammer zielsicher finden. Eine kühle blonde Schönheit, dazu ein Kind, das in einer spärlichen Wohnung lebt. Die Bilder hätten Veith sofort zu denken geben müssen. Diese waren in Belgien fotografiert worden. Das ließ sich anhand der Einrichtungsgegenstände und Kleidung später nachvollziehen. Auch die Umgebung war in Europa fotografiert worden. Aber darauf achtete der Liebestrunkene nicht und das lag im Kalkül der Täter. Insoweit zu überzeugen, dass er nur noch dazu da war, um jeden Tag neue Forderungen zu erfüllen.  Immer höhere Beträge überwies er, 1500 Euro, mal tausend. Mal 500, mal 800 Euro, mal 300.  Es reichte nicht. Niemals.

Eine Alina Becker, die eingangs schon erwähnte hübsche Blondine nahm Kontakt zu unserem Opfer Veith V. auf. Wie zufällig im Leben ergab sich die zunächst lose Bekannschaft, in der ein Täter als Türöffner fungierte und den Deal für die Scammer vorbereitete.

Anfang Juli sprach Veith mit unserer Redaktion, nachdem er uns den gesamten Schriftverkehr mit den Scammern zur Verfügung gestellt hatte. Er war gebrochen durch die psychische Brutalität der Chats, die die Scammer kluger Weise direkt von twitter, wo er die „Dame“ kennengelernt hatte, auf Whats App gelenkt hatte. Whats App äußert sich zu solchen Umtrieben auf der Plattform auch nicht.

 

Nun kann man sagen, warum hat Veith den Chat nicht einfach beendet? Niemand kann sich dem entziehen. Einmal in den Fängen der Mafia, kommt man nicht mehr oder nur noch sehr schwer heraus. Die Täter lassen nicht mehr locker, sondern legen nach, so gut es geht. Mehr als 250 Anrufe in zwei Monaten, tausende von SMS, auch in Abwesenheit, machen einen Menschen mürbe. Kaputt. Es ist die Absicht, jeden Cent aus dem verhassten Europäer herauszuziehen. 

"19.06.19, 03:55 - +225 78 62 77 78: ok, also morgen wirst du dich nicht anstrengen, die 350 € zu überweisen, damit wir essen können. Du wirst uns noch im Hunger lassen"

Die ip Nummer der Mails führte nach Abidjan. In einen Vorort, Anyana, dort, wo es Ressorts gibt und eine kleine Gemeinde von Europäern lebt.

 

Adjamé Market

Adjamé Market, Abidjan, 2019, Eva Blue

Soweit konnte der erste Teil der Geschichte durchaus stimmen. Wenn auch vieles nicht schlüssig war, was die angebliche Anne - Marie Giradet vortrug. Der Personalausweis war ebenso falsch, wie ihr Name und ihre sich stetig steigernden Liebesschwüre.  Angeblich war sie Französin, hatte lange in Deutschland gelebt und war Mutter eines Sohnes, der für diesen Fall Morane hiess. Das Bild eines Europäers, der offensichtlich in Belgien oder Nordfrankreich fotografiert wurde, wurde für die Geschichte, die die Scammer sich bereitlegten, missbraucht. Nun werden auch schon Kinder für die pekunäre Kriegsführung benutzt. Dabei wird auch Gott in Bewegung gesetzt. Das Kind wird krank, bricht unter der Dusche zusammen vor Hunger, der Vermieter steht plötzlich vor der Tür, will mehr Geld haben für ein schäbiges Apartment. Dazwischen kleinbürgerliche  und schwülstige Träume von der Zukunft in einem Textbaustein. Die Ware der angeblichen Schönheit wird als nächstes beschlagnahmt, die Schicksalsschläge reihen sich aneinander, selbst die französische Botschaft hilft Landsleuten nicht mehr. Aber es meldet sich bei der mittlerweile obdachlosen Liebe ein Bankmanager, der helfen will, weil der Scheck der Ware gesperrt wurde, kann sie nicht über das Konto verfügen. Bestens gefälschte Kontoauszüge überraschen selbst die SoFin.

 

7c172360 3cc4 4047 b480 d8a4010fd4d7

So hat sie eine weitere Begründung, das aggressive Betteln fortzusetzen. 

"17.05.19, 16:49 - +225 67 96 85 39: Nur eine kleine Summe von 500 €, um MORANE zu füttern, bitte, mein Engel, tu es wegen Gott"

"20.06.19, 00:25 - +225 78 62 77 78: Als ich dich sah, habe ich dich geliebt. Als ich mit dir sprach, wusste ich, dass du der einzige bist, der mein Herz stiehlt, und in der Tat bin ich in deinen Bann gefallen. Ich liebe dich und ich werde dich für immer lieben.❤❣❣❤????❣❤????❤❤???????❤❣??"

Obwohl die Person, die sie vorgibt zu sein, das Opfer nicht kennt, kennen konnte, ging die hässliche Masche auf.  Die Täter besitzen sehr gute Kenntnis von Deutschland. Es ist anzunehmen, dass einer der Schreiber eine Zeit in Deutschland gelebt hat. Wahrscheinlich kehrte er desillusioniert nach Afrika zurück und verschrieb sich kurz darauf des Romance Scammings. 

"21.06.19, 00:54 - +225 78 62 77 78: ??????

21.06.19, 00:54 - +225 78 62 77 78: ???????"

Niemand ist dumm, der auf diesen emotionalen Druck eingeht. Es geht nur um Geld. Nicht eigentlich um Liebe. Brutale gewissenlose, afrikanische Sklaventreiber vergewaltigen die Seele einen jeden Tag auf das Neue. Das Geld letztendlich fliesst an lokale Warlords, die sich das Leben angenehm gestalten, um wieder einmal einen Putsch zu begehen, der Europa Millionen kostet und wieder einen neuen Marshall-Plan verlangt. Die Staaten scheinen kein Interesse daran zu haben, diesen teuflischen Kreislauf zu durchbrechen. Es ist ein strukturelles Problem. 

 

"18.05.19, 14:14 - +225 67 96 85 39: Bist du auf dem Weg zur Agentur, um das Geld zu schicken?

18.05.19, 14:46 - +225 67 96 85 39: Mein Engel, ich verstehe, aber du musst dich beeilen, wenn ich ein bisschen Essen für MORANE kaufen will. Deshalb möchte ich, dass du schnell zur Agentur gehst und das Geld überweist 

18.05.19, 14:50 - +225 67 96 85 39: Aber dann geht nichts mehr in der Agentur, die ist,  wie Sie sagten dann geschlossen,  gehen und senden Sie das Geld jetzt. Wissen Sie, was passiert, wenn MORANE hungrig ist?

18.05.19, 14:51 - +225 67 96 85 39: Sag mir, dass du unterwegs bist?

18.05.19, 14:53 - +225 67 96 85 39: Ja, meine Liebe, aber wenn Sie die Möglichkeit haben, mehr zu senden, dann tun Sie dies-

18.05.19, 16:02 - +225 67 96 85 39: Meine Liebe, ich sehe jetzt, vielen Dank, dass du mir hilfst. Ich liebe dich so sehr❤❤??

Quellen:

Interview mit Veith V. (Name von der Redaktion geändert)

Original der Whats app chats 

Unterlagen der Tätergruppe 

Telefonnummern

Ministerium der Justiz in Abidjan, Elfenbeinküste

Wer das gleiche oder ähnliches erlebt hat, kann sich gerne mit der Redaktion in Verbindung setzen. (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Weiter im 2. Teil

 

 

 

 

Read more...

Der schier unglaubliche Windsor Verlag

Einer der größten Skandale der deutschen Verlags-und Buchbranche entblättert sich

Die lustigen Weiber vom Windsor Verlag

Miriam Ziegler, eine der Autorinnen des Windsor Verlages war ob ihrer 10 Jahre Alter schon recht weise: "Einige können sich in Luft auflösen, andere können Gegenstände verschwinden lassen." Andere ganze Verlage, wie ein Houdini generalstabsmässig, gleich verschwinden lassen. Die Staatsanwaltschaft am Landgericht in Hamburg und das LKA 55 in der Hansestadt ermitteln unter dem Aktenzeichen  LKA553/1K/0238427/2018 seit Frühjahr 2018.

Wer nicht hören wollte, dass Zuschussverlage nur an den eigenen Vorteil denken, wurde hier eines anderen belehrt. Autoren zahlten tausende Euros für eine Leistung, die sie auch bei BoD (Books on Demand) oder Tredition erhalten hätten,  nur bedeutend günstiger.

Abgesehen von den aggressiven Methoden der Frau Hartmann, war das Gebaren des Windsor Verlages von ungeheurer Gier geprägt. Verlegt wurde alles, wohl aufgehübscht durch die Arbeit durch BoD. BoD alleine ist es zu verdanken, dass die Qualität herausgebracht wurde, die Kunden für viel Geld bei dem Windsor Verlag erkaufen mussten. BoD war in dem Zusammenhang auch Opfer und nicht Mittäter, wie es einige Posts in den sozialen Medien darstellten.

 

 

Schon frühzeitig, 2013, hatte sich Sönke Schulz von Tredition in Hamburg von den Damen des Windsor Verlages losgesagt. Er hatte guten Grund und wohl das richtige Bauchgefühl. Der Windsor Verlag hatte gegen den Vertrag verstoßen und den Hamburger Self-Publishing - Mogul Schulz wohl um Geld betrogen.
Damit wandte er erheblichen Schaden von sich und den Autoren, die betroffen waren, ab. Später, nach dem Verschwinden der Windsors, nahm er die vollkommen verstörten Autoren auf. Eine noble, auch werbewirksame Geste für Tredition.

Die vermeintlichen Angestellten des noblen Vorschussverlages Windsor verschwanden, darunter Monika Hartmann, die selbst als Motivationsstütze für die Autoren ein eher bescheidenes Self-Publishing verlegte.

 

Ein weiteres Buch der Monika Hartmann floppte komplett . So einfach war das doch nicht mit dem Buchschreiben. Das Werk der Monika Hartmann, die wie ein Fotomodell auf den Bildern wirkte, die von ihr veröffentlicht wurden, erschien wie ein schäbiges Plagiat. Dieser Umstand jedoch steht auf einem anderen Blatt.

[caption id="attachment_14897" align="alignnone" width="1059"] Windsors Aushängeschild, screenshot kasaan media, 2018 Windsors Aushängeschild, screenshot kasaan media, 2018[/caption]

Dafür mussten aber andere die exorbitanten Kosten des Zuschussverlages tragen. Joanne K. Rowling hätte nicht mit Windsor verlegt. Die Werbung der Frau Hartmann implizierte dies.

Laut der Aussagen einiger Autoren verschwanden die Ansprechpartner am 21. März 2018 auf Nimmerwiedersehen. Plötzlich verstummte die sonst auf twitter so omnipräsente, selbstgefällige Darstellung des Windsor Verlages, den man schon hätte als Bot verstehen können.

Die Planung des digitalen Endes der Windsors war ein organisatorisches Meisterstück, das Erfahrung und Talent auf dem Gebiet zeigte.

Es war Zeit, die Situation war kritisch.

Es stand zu vermuten, dass auch andere Druckereien, die Windsor beauftragt hatte, nervös wurden. Durch einen dummen Zufall war wahrscheinlich der ganze schöne Plan aufgeflogen.
Welcher Zufall, bleibt ungewiss.
Wahrscheinlich hing es mit den Abrechnungen zusammen, die von Anbeginn an falsch ausgestellt worden waren. Dafür konnten die nur zögerlich zahlenden e-Book Provider, wie amazon, verantwortlich gehalten werden.
Nein, wahrscheinlich hatte man noch einmal richtig Kasse gemacht. Zahlungen von Autoren aus diesen Tagen gingen auf Banken, die keine Schufa-Anfragen stellten und auf ausländische Kreditinstitute, wie in Wien oder Innsbruck.

Nun war auch Windsor-Mitarbeiter Somes verschwunden, wohin, das weiss bis heute niemand. Angeblich soll er irgendwann im Frühjahr in West-China vom Erdboden verschluckt worden sein. Wo genau, das konnte niemand sagen.
Nachfragen bei chinesischen Behörden ergaben, dass in der Zeit niemand auf diesen Namen in die Volksrepublik eingereist war, vermisst wurde, oder als vermisst gemeldet worden war.

Das Drehbuch der Windsors war zu Ende, kann der Betrachter vermuten.

Nein, weit gefehlt.

Das Abtauchen der Verantwortlichen war von Anfang an geplant. Dazu wurde nach dem ungeplanten Ende mit Tredition, BoD in Norderstedt bei Hamburg für den Druck ausgesucht.

2012 war die Goldgräberstimmung bei den On Demand Druckern noch gestiegen. Seltsam, dass BoD die Unbekannten nicht gesehen hatte oder die Umstände, trotz der räumlichen Nähe zu den Windsors, in Jahren nicht festgestellt hatte, wer sich eigentlich hinter den Windsors verbarg. Was kein Vorwurf an BoD sein sollte, doch sich aus dem Gesamtzusammenhang ergibt.

Der Geschäftsführer Dr. Robertz von BoD konnte sich nicht auf Anfrage daran erinnern. Er wollte sich erkundigen. Leider konnte vor Redaktionsschluss dieser Umstand nicht geklärt werden, er wird in einem Folgeartikel nochmals behandelt. Interessant in diesem Zusammenhang wäre auch gewesen, wieviele Bücher eigentlich über den Norderstedter Self-Publishing-Riesen im Auftrag von Windsor gedruckt wurden. Und an welche Adresse die Rechnungen des Drucks gegangen waren.

Einige Autoren wunderten sich über diesen Fakt.

Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, BoD ist eine innovative Vorschuss-Druckerei und kein Nachrichtendienst, der verpflichtet ist oder war, die Identität der Damen vom Windsor Verlag festzustellen.

Auf den Spuren Phileas Foggs

Die Recherche zu diesem Artikel führte uns Journalisten um die ganze Erde, durch ein Netzwerk von sage und schreibe 32 (!) Schein-und Briefkastenfirmen.

Dabei kann man, nach den Recherchen, von einer international operierenden kriminellen Vereinigung ausgehen, im Sinne des §129 b StGB. Unsere letzte Spur führte bis ins Schweizer Kanton Thurgau, nach Wängi. Dort ist der Wohnsitz der angeblich Verschollenen. Sie sollen sehr munter sein und Frau Evseeva tatsächlich eine russische Herkunft besitzen.

[caption id="attachment_14905" align="alignnone" width="986"] Die lustigen Weiber von Windsor, screenshot kasaan media, 2018 Die lustigen Weiber von Windsor, screenshot kasaan media, 2018[/caption]

Dort, in der Schweiz allerdings war die Jagd nicht zu Ende, dort fing sie eigentlich erst an und führte auf den indischen Subkontinent. Zu einer Telefonnummer, die mit dem Geschehen nicht im kausalen Zusammenhang steht.

Der Verschollene Somes ( richtig heisst er wahrscheinlich Ernest J. Siegert) ist nicht nur eine Schande für alle Verleger, sondern er ist für einen Vermissten noch eher hyperaktiv.

Es ist nicht Somes. Nochmals, Somes gibt es nicht.

Am Ende des Artikel folgt eine Liste von Domains, die der Unbekannte unterhält, der sich Somes nennt. Viele dieser Domains betrieben Eigenwerbung, schon bevor das Projekt Windsor überhaupt losging.

Wer sich von den Autoren mit dem Windsor Verlag intensiver beschäftigte, fand schnell heraus, irgendetwas war faul in Cheyenne - Wyoming.
Zumindest mit dem Verlag. Nebst fehlendem Impressum gab es nur einen Parkplatz an der Stelle, wo eigentlich der Firmenhauptsitz sein sollte. Ein Stück weiter fand man dann doch ein Haus, das zum Objekt der mutmasslichen Täter um Siegert wurde.

Die Hausadresse des Herrn Somes in der Thomes Ave. war nicht gerade ein einladendes Ziel für Verlagstätigkeit. In einem ruhigen Vorort der ehemaligen Stadt der Poststationen, der Banditen, Desperados und der Indianer.

Eben im Wilden Westen.

Dort gibt es auch einen Sheriff und der wusste von nichts. Nun ist es in den USA nicht so einfach, mit einem solchen Delikt wegzukommen, wie bei den Windsors, weil in diesem Zusammenhang noch Geldwäsche und Bandenbildung dazukommen würde. Da das mutmassliche Handeln über Staatsgrenzen hinwegeht und -ging, sind Bundesgesetze gebrochen.

Ein schmuckes Einfamilienhaus auf der 2710 Thomes Ave soll die Adresse der Hauptniederlassung der Windsor Group INC. in Cheyenne Wyoming gewesen sein. Weder das Hauptquartier noch den Verlag hat es dort jemals gegeben.

[caption id="attachment_8627" align="alignnone" width="1000"] Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016 Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016[/caption]

Geschickt eingefädelt

Der Umstand, dass die Stadt Cheyenne in ihrem Handelsregister zahllose Windsor Firmen auflistete, führte letztendlich auf die Spur der mutmasslichen Täter. Obwohl sie mit diesem Kunstgriff die Taten verschleiern wollten.

Da war der Name Windsor Verlag, Eric(k) J. Somes, Glockengießerwall, 20095 Hamburg, schon wohlklingender - zumal die Königin von England nur einen Steinwurf von der Adresse aus vom Balkon des Hamburger Rathauses winkte. Man blieb quasi namenstechnisch unter sich.

 

Leider war dieses Büro in einem Büroservice von ECOS untergebracht. Man könnte vermuten, dass alle, die an dem Verlag beteiligt waren, Heimarbeit ableisteten, nachdem das Haus im letzten Jahr komplett saniert, entkernt, wurde. Auch dem war nicht so. Es war eine Scheinadresse und wahrscheinlich gab es die Mitarbeiterunter diesem Namen nicht. Da blieb die Frage, wer waren die Geschäftspartner, die sich da zu Europas modernstem Verlagshaus zusammengetan hatten, glaubte man der Werbung von Windsor. Schon 2016 wurde einem klugen Kopf klar, dass es nicht weit her war, mit dem Windsor Verlag. Niemand wollte das hören.
Auch der VDV- Vereinigung Deutscher Verlagsagenten gehörte zu dem Netzwerk des Herrn Somes. So wurden hunderte ahnungsloser Autoren geködert, der Schaden ist erheblich höher als vermutet oder angegeben und die Zahl der Geschädigten dürfte nach vorsichtiger Schätzung bei 3-5 .000 liegen. Es gab aber auch durchaus kritische Geister.

 

Es schien eine Sackgasse zu sein. Für einen kurzen Augenblick führte der Weg in einen anderen Inselstaat, ins beschauliche Singapur, wo derartige Verfehlungen wie die der "netten" Windsors in Hamburg noch immer mit reichlich Stockhieben im Gefängnis des Stadtstaates in Südostasien bestraft werden.
Bei uns kam die Frage auf, warum jemand wegen 750 Autoren solch einen Aufwand betrieb.

Kompetenz und Sachverstand gibt in dieser doch recht zweifelhaften Situation die Anwaltskanzlei Baumbach et Collegae, Kaldenkirchener Str. 3, 41063 Mönchengladbach, der zahlreiche der Opfer von Windsor vertritt.

Nächste Folge: Den Fantomen des Windsor Verlages auf der Spur Lustig, Lustig ist es in Panama

Diskussion oder Nachrichten zu dem Fall bitte an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

[caption id="attachment_8627" align="alignnone" width="1000"] Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016 Am Hindukusch Nichts Neues, Cover, kasaan media publishers, 2016[/caption]

 

 

Read more...

Flandria Bus- Horror Trip in Marokko (Teil 1)

Absoluter Horrortrip

Zwar ist der Horrortrip schon mehr als zwei Jahre her, jedoch, er zeigt zeigt auf, wie schnell eine Situation in den Maghreb Staaten, hier Marokko, völlig eskalieren und gar zu einem diplomatischen Zwischenfall führen kann.

An der Situation selbst hat sich nichts geändert.

Eine unserer Leserin, Julia*, schilderte uns die Tour aus dem September 2015.
Man will es überhaupt nicht glauben.
Die Firma Flandria tat die späteren Beschwerden der Reisegruppe mit Achselzucken als Lappalien ab.

Ticket nach Ceuta

Julia* buchte das Ticket über ein Hotel an der Costa del Sol in Spanien. Einen Tag die geheimnisvolle Kultur, die alten Bauwerke Marokkos entdecken, ein wundervolles arabisches Mittagessen, viel Musik und gute Laune wurden versprochen. Dafür zahlte Julia. Der Beleg für die Buchung wurde ihr später, nach dem Horrortrip in Marokko, rüde von den Guides abgenommen.

Am Morgen der Bustour wurde sie mit der Taxifirma in den Hafen, zu dem Terminal der Fährgesellschaft gebracht, und pünktlich von einem Reiseleiter der Flandria empfangen. Julia wurde wie alle reisenden Frauen von Anfang an extrem schlecht behandelt. Bei der Überfahrt nach Ceuta waren die Gäste allein. Sie bekamen praktischer Weise ein Schild, dass sie auf die Brust zu kleben hatten.
"Rechts oben auf die Brustwarze", wurde ihr frech von einem Marokkaner beschieden.
Julia war in Jeans und Pulli gekleidet. Das gefiel dem Araber augenscheinlich nicht. Es handelte sich in keiner Weise um eine in dem Prospekt beschriebene Fahrt und um eine Überfahrt mit einem Touristen-Guide.

 

In Ceuta, der spanischen Enklave in Nordafrika, wurden die Passagiere von dem Reiseleiter, der sich Mohammed nannte, vor dem Terminal der Fährgesellschaft entgegengenommen, noch sehr freundlich begrüßt.Er sagte gleich, dass er bestimmte Frauen lieben würde- Julia empfand das natürlich als supereklig, wie auch die anderen Frauen der Reisegruppe. Noch wurde müde darüber gelächelt.
Der Mann wirkte eher wie ein verkaterter Zuhälter, nicht wie ein Reiseführer. Und so manchem in der Reisegesellschaft schwante Unheil. Mohammed nahm sofort die gesamten Papiere von der Flandria, und niemand besaß einen Beweis mehr, dass er oder sie bezahlt hatten.

"Zudem wurden wir von Mohammed aufgefordert, unsere Pässe abzugeben, die er dann in einen gewöhnlichen Plastiksack steckte, den man in jedem Supermarkt in Spanien erwerben kann. Ich fragte, wann wir die Pässe zurückerhalten würden, da ich nicht in Marokko ohne Pass herumreisen wollte. Zunächst sagte er, nach der Grenzkontrolle. So fuhren wir auf den Grenzposten in Ceuta zu. Dort stellte sich heraus, dass die spanischen Behörden die Unterlagen überhaupt nicht interessierten, sondern nur die Marokkanischen, nach der Anmeldung in zweifacher Ausfertigung, wurden unsere Pässe an der Grenze einbehalten. Aus welchem Grunde dies geschah, konnte ich nicht nachvollziehen. Es kam fast zu Krawall im Bus. Plötzlich meinte Mohammed, dass es sonst nicht möglich wäre, die Reise überhaupt zu machen. Er zeigte uns ein Blatt Papier, dass für alle Reisenden gestempelt wäre. Somit versicherte er sich, dass wir alle zusammenblieben. Denn, wenn einer abends fehlte, konnten alle nicht über die Grenze, sagte er in süffisantem Ton. Das war Teil des Planes", erklärt die heute noch sehr wütende Reisende von einst.

Fake History

Marokko, so schilderte Mohammed, wäre das einzige Land auf der Welt, wo Christen und Moslems und andere Religionen zusammenlebten. Er erklärte Marokko zum Paradies auf Erden. Es löste Gelächter unter den Touristen aus, was der Marokkaner erzählte, weil es nichts mit der eigentlichen Situation in dem Land zu tun hatte. Neben der Straße suchten Kinder im Dreck nach etwas.

 

Ein bisschen Geografie mischte er in die zum Teil unverständlichen, in extrem schlechten Englisch erklärten „Fakten“. Er nuschelte, dass die Frauen mehr Rechte als überall anders auf der Welt genießen würden und versicherte mehrfach, dass die deutschen Truppen, die die ganze Welt angegriffen hätten, an Marokko gescheitert waren. Dass während des Krieges in Marokko zahllose Menschen Obdach gefunden hatten. Er spielte immer wieder auf die unsäglichen Verbrechen der Nazis an. Die Deutschen hätten sich seitdem nicht verändert, meinte er dann. Die internationale Reisegesellschaft war völlig entgeistert. Es kam zu lautstarken Protesten.
Julia verstand das Vorgetragene nicht als geschichtlichen Exkurs, für den sie viel Verständnis hatte, sondern eher als Beleidigung Deutschlands. Die Fakten, die der Reiseleiter Mohammed schilderte, waren zum Teil so falsch, dass er von Mitreisenden verbessert werden musste.

Von einer kulturellen Tour, die in dem Prospekt angeboten worden war, konnte nicht mehr die Rede sein. Als die Gruppe in Tétouan ankam, gesellten sich zahllose Helfer von Mohammed dazu, die die Reisenden wie "alte Esel" antrieben, als sie nicht jedem sofort einen Vorschuss zahlen wollten, der sich zu den Führern dazugesellte. Männer in braunen Kaftans, die sich als staatlich geprüfte Reiseleiter und Führer ausgaben. Dazu reichten sie ein Stück Papier, das bis zur Unkenntlichkeit gestempelt worden war, zudem noch in arabischer Sprache verfasst war und besagte, dass jeder Reisende 10 Euro für die Stunde zu zahlen hätte. Dieser Umstand wurde in zehn verschiedenen Sprachen auf einem Pappschild dazu gereicht.

 

Die Reisegruppe wurde durch die Altstadt von Tétouan gehetzt. Die Gruppe durfte lediglich anhalten, während des Rundgangs durch die Marktgassen der Stadt, um mit den Händlern, die die Helfer und die Mohammed kannten, wertlosen Plunder anzusehen, der als marokkanische Handarbeiten ausgegeben wurde, auf denen sich aber das Zeichen mit Made in China befand.

 

Danach wurden die Reisenden wieder unter Dschala, Dschala! (Schnell, schnell, schnell), angetrieben, zum nächsten Händler zu laufen. Dutzende versperrten den Weg, bedrängten die Teilnehmer des Kulturprogrammes, belästigten Julia und andere Touristen aus der Reisegruppe- Frauen wurde mehrfach gekniffen. Vorzugsweise in den Hintern oder in die Brust, sie wurden an Armen so festgehalten, dass sie sich nicht befreien konnten.
Hier etwas Made in China, da etwas oder die alten Telefone, für die die Touristen aus Australien, Canada, den USA und Argentinien, der EU sicher noch Verwendung hatten.

  

Die Helfer der Händler verlangten Geld, das alles geschah unter den Augen der nach Geld lechzenden Helfer Mohammeds. Ihnen juckten die Finger immer. Niemand hatte eine Gelegenheit zu fotografieren, sondern es wurde fotografiert. Einer der Helfer erklärte sofort, dass alle es sehr viel einfacher hätten, wenn sie eben den Händlern etwas abkaufen würden. Sonst müsste die Gruppe von 36 Leuten davon ausgehen, dass die Händler ihnen immer weiter hinterher laufen würden. Oder, jeder sollte jedem Händler einen Euro geben, dann würden sie die Gruppe in Frieden lassen. Ob die Frauen genug Geld dabei hätten, sonst wusste der Oberhelfer Mohammeds einen Geldautomaten, er wollte das Geld holen. Natürlich gegen fürstliche Bezahlung.

 

Organisierte Menschenjagd zwischen Plastikpuschen

"Ich sollte ihm die Karte und die PIN geben, ich könnte ihm vertrauen, versicherte er. Ich schüttelte nur noch den Kopf. Als er sagen wollte, dass Frauen in Marokko nicht alleine an den Geldautomaten durften, lachte ich nur noch.
In diesen Minuten steigerte sich die" kulturelle Veranstaltung" zu einer organisierten Menschenjagd", erinnert sich die Frau.

Irgendwann sprach Julia einer der Begleiter der Touristengruppe an und stellte sich als Leutnant der marokkanischen Polizei (Sondereinheit Tourismus) vor. Die Deutsche glaubte, ihren Ohren nicht zu trauen. Er sagte, dass er in Kenntnis sei, dass sie Sekretärin in Deutschland wäre, was ich denn so alles tippen würde, mit wem sie verheiratet wäre und wo ihr Mann wäre, warum sie in Wahrheit nicht verheiratet wäre. Er wollte alles wissen, Julia kam sich vor wie in einem Verhör. Sie sagte aus Angst, dass sie alleine gereist wäre. In Marokko würde das nicht vorkommen, da würden die Männer auf die Frauen aufpassen, entgegnete der Polizist.

Julia erklärte ihm, dass sie in einer Beziehung, wie einem Concubinage in Frankreich, mit ihrem Freund zusammen leben würde. Er wollte das ganz genau wissen. Lang und breit bespitzelte der Leutnant die Deutsche, in einer Form, wie sie es selten erlebt hatte. Julia kam sich schon vor, wie in einer bösen Diktatur, auch der Polizeibeamte sagte immer wieder, dass der Kauf zwar freiwillig wäre- aber man sich das sehr, sehr viel einfacher in Marokko machen würde, wenn man die Armut der Menschen sehen würde und jedem etwas abkaufen würde. Jedem, ausnahmslos. Schließlich kämen die Besucher aus den reichen Ländern und konnten mit ihrem Geld durchaus Produkte aus Marokko erwerben.

An der Garnstand getrieben das Garn hatte heilende Wirkung XV/mcvth 2018

An den Garnstand getrieben
das Garn hatte heilende Wirkung
XV/mcvth 2018

Von zahllosen Bettlern akkommodiert, mehrfach wurde ihr das Bein gestellt, ihr Schienbein war blau. Andere Frauen wollten zurück zum Bus. Mohammed duldete keinen Widerspruch. Der Polizist sah zu und auch die Helfer Mohammeds. immer rieben sie sich die Hände. In der Reisegruppe war nicht klar, warum ein Polizeibeamter mitgehen musste, wenn er die Reisenden vor den direkten Angriffen der versammelten Verkäuferschar nicht schützte.

[caption id="attachment_4025" align="alignnone" width="640"] Königspalast
kasaan media, 2018[/caption]

Es war zu diesem Zeitpunkt schon wie eine organisierte Menschenjagd, die sich in den Gassen abspielte. Für die die Gruppe auch noch gezahlt hatte. Ständig wurden die Frauen unsittlich angerempelt, geschubst, geschlagen und getreten, manchmal von hinten, dann wieder von der Seite. Der Polizeibeamte lief immer ein Stück weiter vorne und tat so, als hätte er nichts gesehen. Einige beschlossen, nach dem Mittagessen, sich von der Gruppe zu lösen, da sie nicht mehr zu einer weiteren Verkaufsveranstaltung fahren und dafür noch 59 € bezahlen wollten. Der Beamte verlangte viel Geld für Schutz auf den weiteren zwei Kilometern. Dazu sandte er den Helfer Mohammeds. Das würde jeder so machen, meinte der, sonst wäre der Polizist doch korrupt.

Schlechtes Karma

Zeit in den Gassen hatte die Gruppe nur, wenn der "Fotograf" die Reisenden fotografieren wollte, sonst gab es keine Möglichkeit irgendetwas anderes zu machen, als der Aufmerksamkeit der immer penetranter agierenden Händler zu entkommen. Auch dieser zeigte ein verschwitztes, abgegriffenes, bis zur Unkenntlichkeit verstempeltes Papier vor, dass er pro Foto 3 Euro verlangen durfte. Vor dem Bazar, in den Mohammed die Gruppe führte, wartete eine Bettlerin. Sie war extrem penetrant und sagte, dass die geizigen Europäer in Zukunft sehr viel Unglück haben würden, wenn sie nicht bezahlen würden. Sie wollte 5 Euro pro Person haben. Sie würde den Guide, also Mohammed, schon lange kennen.

 

Julia wollte ein Kleid kaufen, der Helfer von Mohammed verbat es, weil er meinte, dass die Gruppe nicht warten würde- Julia könne bei keinem Händler kaufen, der Mohammed nicht bekannt war. Soviel dazu. Sie wurde regelrecht gezwungen, das Kleid nicht zu kaufen. Wahrscheinlich bekamen die Helfer keine Provision von dem Schneider oder wollten eine höhere Provision.

Der Polizeibeamte wollte alle Details aus Julias Privatleben wissen- es kam zu einem regelrechten Verhör vor dem Bazar. Er ließ nicht mehr locker. Er suchte immer wieder den Kontakt zu Frauen, obwohl sie sich weiter absetzten. Mehrfach wurde Julia in der Gasse angesprochen, doch ein gefälschtes iPhone 6 kaufen. Das wollte Julia nicht. Einer der Händler trat so auf ihren linken Fuß, weil sie das iPhone nicht kaufte, dass sie kaum noch laufen konnte. Der Leutnant unternahm nichts, sah einfach weg. Dann lächelte er.

 

Als Julia Zigaretten kaufen wollte, wurde regelrecht dazu genötigt, (weil Frauen in Marokko nicht alleine Zigaretten kaufen dürften), den Kauf über einen der Helfer Mohammeds bewerkstelligen zu lassen.
Julia wollte sich die Zigaretten allein kaufen, weil sie das Geld nicht aus der Hand geben wollte. Sie wurde aber durch einen weiteren Griff in ihren Schritt abgelenkt. Angeblich sollte die Schachtel 2,50 € Euro kosten, sie gab dem Helfer 15 €, um ihr Zigaretten zu holen. Dieser besorgte auch die Zigaretten, vier Schachteln, wobei er fünf Euro behielt und später Mohammed seinen Teil daran gab. Julia sah es, wie Mohammed mit gierigen Fingern zugriff. Mehrfach wurde sie in diesem Moment an ihre Brust gefasst, regelrecht gekniffen und Julia wurde ungeniert aufgefordert, wenn sie von Händlern schon nichts kaufte, mit ihnen doch ein Schäferstündchen abzuhalten. Das wollte sie natürlich nicht.

 

Danach wurde Julia getreten, immer wieder von hinten. Anderen Frauen erging es auch so. Der Polizeibeamte schritt nicht ein, obwohl er es bemerkt hatte. Auch tat ihr ihr linkes Bein, auf das sie gefallen war, nachdem man ihr das Bein auf dem Weg zur Toilette gestellt hatte, sehr weh. Sie hatte schwarze Sterne vor den Augen. Sie nahm eine Schmerztablette, weil sie nicht mehr konnte.Der Urlaubstag verkam zum Alptraum. Eine der Frauen in der Reisegruppe kümmerte sich um Julia. Die Deutsche wollte nichts sagen, weil sie befürchtete, dass alle in der Reisegruppe Schwierigkeiten bekommen hätten. Außerdem fürchtete Julia um ihren Pass.

In dem ersten Bazar wurde ihr dann von den ganzen Tritten und Schlägen so schlecht, dass sie sich hinsetzen musste.Anderen Frauen erging es nicht besser. Sie hatte Angst, dass sie kollabieren würde und wollte sicherlich nicht in Marokko in ein Krankenhaus kommen. Mohammed kam ständig und winkte von der Balustrade herab und warf ihr „Küsschen“ zu, dass andere Frauen in der Reisegruppe schon angeekelt fragten, was er denn von ihr wollte. Er schrie durch das ganze Gebäude, dass er sie besonders lieben würde, weil sie blond wäre.

Sie wäre so schön, er wollte sie vom Fleck weg heiraten und als Zweitfrau nehmen, aber sie müsste einen schönen Teppich kaufen, bei seinem Freund.
Es wurde gegen Julia ohne menschlichen Respekt gehandelt und sie fühlte sich wie eine Nutte. So sollte sie sich auch fühlen. Die anderen mitreisenden Frauen litten zum Teil unter den ständigen Belästigungen der Marokkaner, einige wollten sofort zurück nach Ceuta.
Der Bazar Besitzer sagte, Mohammed würde würde die Ungläubigen schon richtig behandeln, wie eine Prostituierte. So würde man nur Nutten in Marokko behandeln. Die Männer verspotteten Julia und andere Frauen, verlangten Produkte zu kaufen. Julia schlich sich durch einen Seitenausgang an die frische Luft, dort trat sie ein weiterer Händler, der Portemonnaies anbot. Eine der Mitreisenden sprach von einer ungeheuerlichen Diskriminierung und von sexueller Belästigung gegen alle Frauen. Die meisten Frauen verstanden nicht, warum die Reisenden sich das gefallen ließen.

 

 

Der Besitzer des Bazars, in den die Gruppe von Mohammed geleitet worden war, verlangte von Julia, dass sie sich Teppiche ansah, er wollte diese auch vorführen, und er fragte die Deutsche, nachdem er mit dem marokkanischen Polizist gesprochen hatte, zu den familiären Verhältnissen aus.
Bis sie im ziemlich barsch und deutlich sagte, dass sie ihm keine Auskunft geben wollte. Niemand wollte Teppiche sehen, oder Silberschmuck. Was in dem Kaufhaus ausgestellt wurde war wertloser Plunder, mit dem Touristen geneppt werden sollten.

Alle Frauen wurden in dem Kaufhaus von zahllosen Händlern belästigt, während sie einen frisch gebrühten Pfefferminztee tranken. Die Verkaufsveranstaltung nahm überhaupt kein Ende, der Schmuck wurde aufgedrängt.
Der Besitzer verlangte gar von drei anderen Frauen das Portemonnaie zu zeigen, und wollte seinen Schwager verheiraten.

Die größte Frechheit allerdings, die Julia je in ihrem Leben erlebt hatte, kam noch. Der Besitzer des Kaufhauses sagte so wortwörtlich: Deutschland würde ja Tausende von Flüchtlingen aufnehmen, dann könnte mal eine von den reichen Deutschen seinen Schwager heiraten. Er glaubte nicht, dass sich alle Frauen in einer festen Beziehung befinden würden, sonst würden die Männer die Frauen begleiten. Er wollte, dass die ledigen Frauen ihn in eines der Hinterzimmer begleiteten, und seinen Schwager kennenlernten.
Weiter in Teil 2

 

*Name von der Redaktion geändert

Read more...

Hotel Paradiso del Cevedale

Ein Stück Geschichte

Sagenumwoben steht das Hotel Paradiso del Cevedale in den Bergen im Martelltal in der Nähe von Meran in Südtirol.

Das, in den 1930 er Jahren, erbaute Haus war der Inbegriff des Luxus; damals gab es alle Annehmlichkeiten eines modernen Hotelbetriebs. Mehr als 200 Betten, Restaurants, Technik auf dem damalig neusten Standard der Zeit. Ein Prospekt aus dem Jahr 1937 spricht Bände über die Ausstattung des Hauses.

Heute ist nur noch eine bizarre Ruine von dem futuristischen Bau über, der dem Abriss freigegeben werden muss, da die Substanz des Hauses angegriffen ist.

Was ist geschehen, erinnert die Geschichte doch ein wenig an das Hotel Provencal in Juan-les-Pins, das auch seit Jahrzehnten als Ruine in den Schlagzeilen ist.

Um dieses Haus in Südtirol ranken sich geschichtliche Pfade.

Während des Krieges entstand eine Spionageschule von Admiral Canaris und seiner Abwehr, die nach 1943 in das Objekt eingezogen sein soll, nachdem die Wehrmacht das Hotel besetzte. Danach waren "Himmelfahrtkommandos" der Spezialeinheit Brandenburg in dem Hotel untergebracht.

405px Bundesarchiv Bild 146 1979 013 43 Wilhelm Canaris

Bundesarchiv Bild 146-1979-013-43, Wilhelm Canaris.jpg
Von Bundesarchiv, Bild 146-1979-013-43 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Link

Chef der Abwehr Wilhelm Canaris

Rattenlinie

Nach dem Krieg lag das Hotel direkt an der Rattenlinie Nazis setzten sich über die Alpen nach Süden ab. So soll der später, in diesem Zusammenhang, in Verruf gekommene Bischof Hudal häufiger in dem Gebäude vorstellig geworden sein, um gesuchten Kriegsverbrechern zu helfen.
Zudem wurden später israelische Agenten und Spione des OSS auf dieser Route an die jeweiligen Ziele herangeführt.

 

1952 kaufte der Reeder Benati aus Venedig das Hotel, ließ es sanieren und in Rot streichen, wie es heute noch da steht. Beanti verlor irgendwann das Interesse an dem Objekt und seit 1955 steht das Hotel leer.

1966 wechselte das Hotel nochmals den Besitzer, eine Brauereigesellschaft kaufte es auf. Seitdem verfällt die einstige Nobelherberge immer mehr.

Warum, das konnte bislang niemand klären. Carmen Tartarotti versuchte sich 1995 in einem beachtlichen Film an der geschichtlichen Aufarbeitung der Ereignisse und des Umfeldes.

Es liegen zahlreiche Entwürfe vor, die dem Hotel neues Leben einhauchen könnten.

 

 

Read more...
Subscribe to this RSS feed

An einem Tag in Deutschland

Der Wetterbericht für den Europa-Winter 2019/20 Es soll ein warmer und nasser Winter werden.

 

 

 

 

Werbung

Spannende Sektionen

     

An einem Tag in Deutschland

  • An einem Tag in Deutschland!
  • Deutsches Journal Teneriffa
  • Deutsches Journal Südafrika
  • Der Nachtfalke
  • Produkte
  • Buchempfehlung des Tages
  • Forum
  • Was würden Sie tun?

 

Welt Nachrichten

Tools

Über uns

Folgen Sie uns

×

Tragen Sie sich für den Newsletter von kasaan ein

 

Check out our DSGVO & Geschäftsbedingungen
Jederzeit können Sie sich wieder abmelden.

 

Radisson Hotels