Cold Case

Cold Case (4)

Toter Mann in Albert Glückl 's Metallkiste - wer kennt die Tätowierung Michaela?

Gruselfund in Stahlkiste

Unweit einer Autobahnbrücke über die Elbe, an der A9 zwischen Coswig und Vockerode, wurde Anfang Juli 2016 eine unbekannte männliche Leiche in einer Betra Werkzeug/Stahlkiste (Metallkiste) (Beispiel) (nachträgliche Aufschrift "ALBERT GLÜCKL") aufgefunden, die in der Elbe nach Norden trieb.

Die Tage später durchgeführte Obduktion des Unbekannten ergab ein Kapitalverbrechen.

Das Opfer lag plus/minus 21 Tage in dem Behältnis, das wahrscheinlich um den 5. Juli 2016 von einer Elbbrücke aus, wohin die Kiste transportiert worden war, direkt in den Fluss geworfen wurde.
Viel konnte die Polizei über den unbekannten Toten nicht herausfinden. Die Verwesung war schon zu weit fortgeschritten. Der Tote wird, wurde, augenscheinlich nicht vermisst.

Die Personenbeschreibung gab folgende Informationen her: der Tote war ca. 1,80 m groß, von athletischer Figur und zwischen 45 und 60 Jahre alt. Am rechten Mittelfinger trug er einen Ehering aus 333er Gold mit der Gravur "Michaela".
Ein großflächiges Lettering-Tattoo mit dem Namenszug "Michaela" auf dem linken Unterarm war das einzige individuelle Merkmal des Mannes. Unseren Recherchen nach, führt das Tattoo wahrscheinlich zu einem professionellen Tätowierer nach Hamburg. Jeder Tätowierer hätte seine eigene Handschrift, wurde uns erklärt.

Betra Metallkiste Albert Glückl, Polizeiinspektion Dessau, 2018
 
Metallkiste Albert Glückl, Polizeiinspektion Dessau, 2018
 
Metallkiste Albert Glückl, Polizeiinspektion Dessau, 2018
 
Metallkiste Albert Glückl, Polizeiinspektion Dessau, 2018
 
 
 

 
 
Betra-Metallkiste Albert Glückl, Polizeiinspektion Dessau, 2018

Die Isotopenanalyse ergab, dass der Unbekannte aus dem Binnen-/Gebirgsland von Ex-Jugoslawien, Rumänien oder Bulgarien stammte. Er hat aber wohl eine Dekade in Deutschland gelebt.

Der Tote könnte tatsächlich, wie die Isotopenanalyse ergab, aus Rumänien stammen. Vielleicht ein Banater Schwabe, der noch in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends nach Deutschland gekommen war. Der Name Glückl, wie auf der Kiste geschrieben, ergibt nur wenig Sinn, doch der Familienname Glücklich schon, in Rumänisch - Fericit - ist auch dort ein gebräuchlicher Name. Gerade in den Banat Schwaben Gebieten.

Daher die Fragen:

Wer kennt den Unbekannten?
Ist der unbekannte Tote im Zusammenhang mit der Binnenschifffahrt auf der Elbe oder anderen Flüssen aufgefallen?
Wer kennt die Betra Werkzeugkiste?

Sachdienliche Hinweise richten Sie bitte an:

Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt
Lage- und Informationszentrum
Tel.: 0391 / 250 - 1036

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Serienmord in Namibia – in Rehoboth und Okahandja

(BlR/MCvtH)

Leichenteile in der Region um Khomas

Normalerweise ist Namibia das Land der Schönheit für Einheimische und für Urlauber. Die ehemalige deutsche Kolonie zeigt sich für Ausländer von ihrer besten Seite.

In der Wüste,blR,wiggijo, 2018

In der Wüste,blR,wiggijo, 2018

Doch Namibia hat auch dunkle Seiten, nicht nur das ungesühnte Verbrechen an den Namavölkern durch die deutschen Kolonialtruppen unter von Trotha, sondern auch durch herkömmliche Kriminalität, wie Raub und Mord.

Was sich jedoch in den Jahren 2004-2007 abspielte, konnte selbst der Superstar der südafrikanischen Polizeipsychologen, Brigadier Dr. Gérard Labuschagne, nicht klären. Südafrika hatte nach den ungeklärten Morden ein dreiköpfiges Ermittlerteam aus Pretoria zur Unterstützung der Nachbarn übersandt.

Entlang der Autostraße B1, daher wurde der Täter der B1 Butcher getauft, wurden Tüten mit Leichenteilen von später teilweise identifizierten Prostituierten aufgefunden. Die Nationalstraße, die in Namibia von der Grenze Angolas bis zu der südafrikanischen Nordgrenze führt, streifte nur das Gebiet der Ablageorte. Juanita Mabula (21, in 2005), Melanie Janse (22, in 2005), Sanna Helena Ill Garoes (36,in 2007) wurden in gut organisierten Verstecken aufgefunden. Es wurden nur einige der Leichen identifiziert, die abseits der Trasse der Autostraße über Monate abgelegt worden waren. Alle identifizierten Opfer sprachen Afrikaans und Damara. Alle Opfer waren als vermisst gemeldet worden. Die Frauen waren tagelang, nach den Taten, in einem Kühlhaus eingefroren und später erst unbemerkt an die Fundorte verbracht worden. Die Taten selbst waren das Abscheulichste, was die namibianische Polizei bis dahin zu bearbeiten hatte. So entstand auch wider aller Informationen der Behörden ein in der Bevölkerung tief verwurzeltes Misstrauen durch die Taten. Die eigentlich schlimme Folge der unheimlichen Mordserie waren die Vorurteile, die aus der Situation entstanden, und zu regelrechten verbalen Hetzattaken auf deutschstämmige Bürger animierten, da die Spuren zu deutschen Verdächtigen führten.

Im Jahre 2007 wurde ein gewisser Heinz Knierim verhaftet, der ein Deutscher vor Ort in Namibia war. Ihm waren die Taten nicht nachzuweisen, obwohl er wegen einer Vergewaltigung festgenommen worden war. Er wurde auch in Deutschland wegen sexueller Misshandlung gesucht. Der Vorwurf der Vergewaltigung wurde aber letztendlich gegen 800 Namibia Dollar (etwa 50 Euro) eingestellt. Aber die Spur führte in die deutschstämmige Gemeinde Namibias und es gab einen regelrechten Aufschrei in dem südwestafrikanischen Land. Heinz Knierim war schwer erkrankt und wurde wegen fehlender Beweise 2010 entlassen. Das Regionalgericht in Katutura konnte der Anklage nicht folgen. Er legte Klage gegen das Land Namibia ein.
Namibianische Frauen riefen den Täter öffentlich auf, sich zu stellen und die fehlenden Leichenteile zur Beerdigung herauszugeben, was niemals geschah. Der Namibian berichtete seinerzeit ausführlich über die Serie und die Angst der Frauen.

Danach geriet Hans Husselmann ins Visier der Ermittler. Er nahm sich das Leben unter dem erneuten Verdacht, an den Morden entlang der B1 im Großraum Windhuk beteiligt gewesen zu sein. Trotz zahlreicher Bemühungen, wie auch im Fall von Hans Husselmann, der schon 15 Jahre wegen Mordes in Haft gesessen hatte, war es der namibianischen Sicherheitspolizei nicht möglich, diesen Serienmord zu klären.
Der Täter muss mit einer enormen Akribie und einem Hang zur Perfektion in seiner Tat vorgegangen sein. Auch das Profil passte nicht auf den verstorbenen Hans Husselmann, der erneut in eine Vergewaltigung verwickelt gewesen war und sofort in das Rampenlicht der Ermittler rückte, bis er sich dann das Leben nahm. Nach seinem Tod musste die Polizei zugeben, dass es nicht unbedingt Husselmann gewesen sein musste, vielleicht waren es Trittbrettfahrer oder mehrere Täter, räumte die Polizei ein.

Einige Jahre später wurden, nach weiterem Fund eines Kopfes, in Grootfontein, auch in Betracht gezogen, dass der Täter weitergezogen war, wahrscheinlich in Richtung Norden. Der Fall versandete im wahrsten Sinne des Wortes und konnte nicht geklärt werden. Vielleicht, so stellte einer der Ermittler, Nelius Becker, fest, hatte der Täter auch seine Vorgehensweise so geändert, dass weitere Morde erst in der Zukunft überhaupt entdeckt werden können. Es gibt kein Phantombild und keine Täterbeschreibung.

Entlang der b1, BlR,teetasse, 2017

Entlang der b1, BlR,teetasse, 2017

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Helga Mergelsberg und der Optionshandel

 
 
 
 
 

Böser Fang

 

Am 28. Februar 1994 bargen Kräfte der Wasserschutzpolizei bei Oestrich-Winkel eine weibliche Leiche aus dem Rhein. Gut verpackt in einen schwarzen Reisesack, umspannt mit einem SCUBAPRO Tauchergürtel und beschwert mit jeweils 2,5 kg Bleigewichten.

 

 


Gewichte 2,5 kg Polizei Hessen
Gewichte 2,5 kg Polizei Hessen

Das Gesicht der Toten war bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Für die nächsten Jahre blieb unklar, wer die Leiche war. Bis März 2003 waren alle Versuche einer Identifizierung der Toten ohne Erfolg. Die Unbekannte wurde dann, nach einer Gesichtsrekonstruktion, als Helga Mergelsberg identifiziert. Eigentlich ging man davon aus, dass sie zusammen mit ihrem, seitdem mit internationalem Haftbefehl gesuchten Mann im Januar 1994 “untergetaucht” war. Dem war nicht so.
Helga Mergelsberg geb. am 30.03.1938, war zum Zeitpunkt ihres Ablebens 64839 Münster, Landkreis
Darmstadt-Dieburg, gemeldet.

Helga Mergelsberg Polizei Hessen

Heinz Horst Mergelsberg war abgetaucht, und zwischen dem 27. dem 31. Januar 1994 zuletzt unter dem Falschnamen „Heinz Wergers“ im Kölner Raum nochmals in einem Hotel gesichtet worden, danach nochmals im Zusammenhang mit der ebenfalls ein paar Jahre später in den Bankrott gerutschten Düseldorfer Firma New York Broker Deutschland. Wenn die Informationen stimmen. Danach verliert sich die Spur von dem smarten Investmentbroker, der mit Optionen auf Edelmetalle und Derivate seine Kundschaft ausnahm. Der Gesamtschaden von ca. 17 Millionen DM, damals, war nur die Spitze des Eisberges. Mergelsberg war so pfiffig mit seiner Firma (MOT) Main Option Trading, die auch DTB (Deutsche Termin Börse) handelte, doppelt guteGeschäfte zu tätigen. Seriöse Schätzungen gehen von einem Gesamtschaden von weit mehr als 30 Millionen DM aus.

 

Neue muskulöse Freunde aus Russland

Der Partner Jürgen Hock war, wie aus Papieren, die Anfang des Jahrtausends im Zusammenhang mit einer anderen Investmentfirma als Quelle an die Presse durchsickerte, ausgeschieden, weil er Mergelsberg nicht vertraute. Selbst Jürgen Hock war in erhebliche Schwierigkeiten gekommen und wurde eigenen Aussagen nach von Unbekannten, unter Waffengewalt, verschleppt, um das Investment zurückzuerhalten.

Es hatten sich russische Bodyguards in der Branche breitgemacht und die waren äusserst unangenehm.
Auch gelang es Mergelsberg, weitere Broker und Tischverkäufer unter Druck zu setzen. Spätere Tischverkäufer von Mergelsberg wechselten von Frankfurt nach Düsseldorf oder gleich nach Malaga.

Eine schmucke Villa in der Stresemannstraße in Frankfurt, eingebunden in den Optionshandel der damaligen Tage. Drei Autos, darunter den Mazda X Sportwagen und einen Terrano, nannte der nach aussen hin erfolgreiche Broker sein Eigen. Seine Frau und er hatten einen Urlaub über Weihnachten 1993/94 in den USA verbracht.

Der Sensenmann für die Graumarkt-Broker ging damals um

 

Schon 1999 tauchten im Badischen Unterlagen auf, die auf Mergelsbergs Geschäfte hinwiesen, die keine waren. Er hatte die Konten geplündert und war gar seine Beiträge für den Papst aller Optionshändler, der Deutsche Termin Börse (DTV) schuldig, geblieben.

Mergelsberg hatte über Jahre Kontakt zu dem 2003 bei einem Flugabsturz ums Leben gekommenen Dieter Breitkreuz. Breitkreuz, seit 1977 Chef der Phoenix Kapitaldienst, als im gleichen Geschäftsfeld tätig wie der seit Januar 1994 vermisste Mergelsberg. Breitkreuz stürzte unter ungeklärten Umständen, 2004, auf einem Golfplatz mit einem Kleinflugzeug ab. Man half sich untereinander.

 

Auch er bediente die Broker, die das Geld direkt an Refco weiterreichten. Bei Refco, die mit 165 Millarden US$ in den Bankrott ging, arbeitete zu dieser Zeit der heutige Rechtspopulist Nigel Farage. Über Man Financial am Sugar Square oder über AMT in London wurde das Geld so weiß gewaschen, wie es mit Arielnicht gegangen wäre.

Über zahlreiche Geschäftsfreunde von Mergelsberg wurden in diesen Tagen Fakten offenbar, die der Broker der für FRA im zivilen Leben arbeitete, nicht gerne hören konnte.

Ob Mergelsberg überhaupt noch lebte, kann nicht beantwortet werden. Er verfügte über beste Verbindungen nach Lateinamerika, wie auch viele der Graumarkt-Trader, die sich zu der Zeit nach Marbella und von da aus, nach Südamerika, absetzten. Wergers allerdings, war in der Szene noch ein Begriff, Jahre, nachdem Mergelsberg abgetaucht sein soll. Eine Spurdes Mannes mit dem französischen Landsitz führte nach Indien und versandte dort in Goa. Auch eine Geliebte wurde zitiert, die es wahrscheinlich nicht gab.

Irgendwann wusste man nur noch, dass er sich abgesetzt hatte, einige vermuteten, dass er an die falschen geraten wäre und ein nasses Grab mit seiner Gattin zusammen gefunden hätte. Wahrscheinlich starb Mergersberg kurze Zeit später, es waren Männer hinter ihm her, die aus der ehemaligen Sowjetunion kamen. Diese Geschichte wurde zumindest in den WTG Firmen, Anfang des Jahrtausends erzählt.

 

Heute Abend wird Mergelsberg im Zusammenhang mit dem Ableben seinert Frau auf Aktenzeichen xy – Ungelöst gesucht.
Die Staatsanwaltschaft in Darmstadt hat daher folgende Fragen an die Zuschauer:

Wer hat Helga Mergelsberg umgebracht?

Wer hatte ab Ende Januar 1994 Kontakte zu Heinz Horst Mergelsberg oder einer Person, die unter dem Namen Heinz Wergers auftrat?

Wer kennt seinen derzeitigen Aufenthaltsort?

Der Beschuldigte war im Jahr 1994 etwa 1,86 Meter groß und schlank. Er hatte braune Augen und eine auffällig nach vorne geneigte Körperhaltung. Diese Körperhaltung ist auf einer Erkrankung zurückzuführen und dürfte sich im Laufe der Jahre weiter verschlechtert haben. Heinz Horst Mergelsberg war Brillenträger und trug gelegentlich einen Vollbart. Ein markantes Merkmal war ein etwa 5 bis 6 Zentimeter großes Muttermal im Nacken.

Hinweise bitte an die Kriminalpolizei in Darmstadt, Hessen

Kommissariat 10,

Rufnummer 06151 969 0

 
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Auf der Spur der Isdal - Frau Teil 2

Nach dem Erscheinen des ersten Artikels über einen der weltweit mysteriösesten Mordfälle der Nachkriegsgeschichte, erreichten uns zahlreiche Zuschriften. Einen herzlichen Dank für alle Tipps und Anmerkungen.

Wir bitten, den 1. Teil zuerst zu lesen.

 
 
 

Wer war die schöne Unbekannte?

Natürlich ist die Frage erlaubt, warum niemand die Isdal-Frau vermisst. Dieser Umstand befremdet doch sehr.
Gab es Menschen, fragte ein Leser, die einfach offiziell nicht existierten, sondern wie eine Schattenarmee durch den Kalten Krieg Europas huschten?

Das mag sein. Wir haben in unserer Recherche dazu keine Anhaltspunkte gefunden, die den Umstand verneinten oder bejahten.

 

 

Natürlich weist die Spur auch nach dem damaligen Jugoslawien. Zu den Machenschaften aus den Tagen Titos. Das würde sich mit dem decken, was Zeugen beobachteten, die meinten die Isdal-Frau wäre mit zwei Männern südländischem Aussehens zusammengetroffen. Das muss kurz vor ihrem Tod gewesen sein.
Ja, und Norwegen hat alles darangesetzt, die Spuren zu verwischen und zur Abschreckung für weitere sowjetische Spione, eine Geschichte nach der anderen erfunden, um dem wahren Grund aus dem Weg zu gehen. Aus der damaligen Sicht durchaus verständlich. Dazu zählt auch die Geschichte der beiden Scheck-Betrüger, die 1972 festgenommen wurden, die falsche Identitäten bei ihren Taten verwandten. In der Öffentlichkeit wurde diese Geschichte, die wie eine Legende eines ehemaligen 1976 pensionierten Polizeibeamten klang, nie geglaubt.

An Selbstmord konnte und wollte niemand glauben. Laut Obduktionsgutachten stand die Isdal-Frau, als das Feuer ausbrach. Sie konnte aber nach menschlichem Ermessen nicht mehr stehen, da sie eine letale Dosis Fenemal und Alkohol zu sich genommen hatte, freiwillig oder unfreiwillig, das ließ sich nicht mehr nachvollziehen. Sie erstickte an der eigenen Verbrennung. An einer Kohlenmonoxidvergiftung. Später, bei der Obduktion, wurde noch ein Hämatom im Nackenbereich gefunden, das von einem Schlag herrühren konnte, oder auch von einem Sturz gegen einen Baum.

 

Der wahrscheinliche Todeszeitpunkt war Montag, der 23. November 1970 gegen 10 Uhr.

Isdalen

Sicher war die Isdal-Frau in ihren letzten Stunden nicht alleine. In dem Hotel Hordaheimen in Bergen, wo sie das letzte Mal lebend gesehen wurde, kam es zu einem Treffen mit einem unbekannten Mann, dem sie sagte, dass sie sogleich kommen wollte.

 

Seit dem Tod der Isdal-Frau vor bald einem halben Jahrhundert hat sich die Welt verändert. Auch die Gesichter der Länder. Die Isdal-Frau war ein Produkt ihrer Zeit, das wird vergessen.
Ihr Tod kann, auch wenn der Täter sich stellen würde, nicht mehr gesühnt werden. Der Mord war in Norwegen nach 25 Jahren, 1995, verjährt.

 

 

Anhand einer Liste der Gegenstände, die aus den Koffern der Unbekannten und dem Fundort im norwegischen Isdal sichergestellt wurden, lassen sich zahllose Sachverhalte rekonstruieren. Auch aus ihrer beinahe schon hektischen Reisetätigkeit lassen sich heute Rückschlüsse ziehen. Zunächst führt die Spur der Isdal-Frau über ganz Europa, dann an die deutsch-französische Grenze zwischen Pirmasens und Baden-Baden.
Das ging aus der Zahnschmelz-Analyse 2016 hervor. Dort, im Umkreis, muss sie sich aufgehalten haben und auch die in den Koffern später aufgefundenen Zugtickets weisen zumindest den Weg Richtung Basel. Zweimal nutzte sie die Bahnstrecke Hamburg - Basel.

Dafür spricht auch der Fund der Karte von Südskandinavien vom Reise- und Verkehrsverlag, Stuttgart, aus dem Jahr 1970, glaubt man der Aservatenliste der norwegischen Polizei. Ihre Handschrift war eine französische, vielleicht war sie aus Belgien oder Luxemburg.
Der Schnittpunkt allerdings kann nur im Raum Baden-Baden liegen.
Davon kann man ausgehen, wenn die Tickets, die man in den Koffern der Schließfachanlage der NSB in Bergen fand, nicht gefälscht sind. Oder später dort platziert wurden. Es gibt eine Aussage eines Zeugen, der nicht näher in den Unterlagen erwähnt ist, der mehrere Personen mit den Koffern vor dem Fund durch die Kriminalpolizei Norwegens, zwei Tage nach dem Auffinden der Isdal-Frau, gesehen haben will.

In diesem Zusammenhang fand man neun Reisepässe. Aus den damaligen Ermittlungen geht nicht hervor, ob diese Pässe gefälscht waren oder Doubletten waren. Also, vom Staat ausgestellt wurden. Ob die Passformulare irgendwo gestohlen worden waren.
Was sie im Isdal machte, konnte natürlich mit dem streng geheimen norwegischen Seegeschoss-Pinguin, erklärt werden. An allen Orten, wo sie sich zu den Zeitpunkten aufhielt, wurden Versuche mit der neuartigen Rakete gemacht. Im November 1970 kreuzten sich die Wege mit zwei sowjetischen Agenten, namens Rubanov und Popov, wie die Sicherheitspolizei in Trondheim pflichtbewusst notierte. Ob die Personen sich trafen, lässt sich aus den Akten nicht mehr entnehmen.

 

Nach einer anderen Sichtweise war es anhand der Reisetätigkeit der als mehr als elegant bezeichneten, später im norwegischen Isdal unter mysteriösen Umständen aufgefundenen Frau, eine Möglichkeit, dass es sich um eine Edelprostituierte handelte, die einen bestimmten Kreis von Kunden in ganz Europa bereiste. Vielleicht auch eine Rauschgift-Kurierin, die wegen eines Geschäftes im Isdal unter die Räder geriet?

Nur die Namen, die die Isdal-Frau, wie sie später in Ermangelung der richtigen Identität genannt wurde, weisen auf eine Tätigkeit hin, die mit Nachrichtendiensten in der Hochphase des Kalten Krieges zu tun hatten.

Genevieve Lancier, Claudia Tielt, Vera Schlosseneck, Claudia Nielsen, Alexia Zarna-Merchez, Vera Jarle, Fenella Lorck und Elisabeth Leenhouwer, dazu kamen weitere Namen während der ersten Testphase der Pinguin Rakete: Die Unbekannte benutzte auf dieser Reise die falschen Namen E. Velding und L. Selling, das verlautete aus Kreisen des norwegischen Geheimdienstes.
Wahrscheinlich, um mögliche Spuren zu verwischen.

 

Der Sprache nach, wie Zeugen versichern, die sie zum Schluss, also im November 1970 sahen, kurz vor ihrem Tod, war sie Deutsche. Sie gab sich allerdings auch einem italienischen Galan, dem Fotografen Giovanni Trimboli gegenüber, der sie zum Essen eingeladen und in seinem Auto mitgenommen hatte, als südafrikanische Antiquitätenhändlerin aus. Das war wenige Tage vor ihrem noch mysteriöseren Ableben in der einsamen Schlucht.

Sicher war sie ein Kind aus der Zeit vor dem Krieg, geboren um 1926-1930, kannte den Beruf der "Verziererin" in der Porzellanindustrie, die in Franken, nahe der damaligen tschechoslowakischen Grenze, in Selb und Umgebung, eine große Tradition hatte. Zumindest musste sie darüber kundig sein, vielleicht durch einen direkten Verwandten oder im Rahmen der so genannten Kinderlandverschickung Ende des 2. Weltkriegs.

 

 

Sie hatte, aus welchem Grund auch immer, merkwürdige Angaben auf Meldezetteln gemacht.
Darauf weist auch die Analyse hin, die Jahrzehnte später veranlasst wurde. Nach einer fast schaurigen Exhumierung. Man hat alles von der Frau, Fingerabdrücke, DNS, das Gebiss, das eher mehr Fragen aufwirft, als es diese beantwortet. Einige Quellen geben an, dass das Gebiss in Lateinamerika so bearbeitet wurde. Einen sicheren Hinweis darauf gibt es nicht, außer die Zeit der Unbekannten in Spanien, wahrscheinlich in der Gegend um Burgos, im Norden. Im Dezember 1970 kamen mehrere Nachrichten, dass die Zahnarbeiten in Italien oder Spanien ausgeführt worden waren.

 

Die Frage ist, erkennt jemand diese Arbeit?

Die Zähne dürften etwa drei Jahre vor ihrem Ableben bearbeitet worden sein.

Unterkiefer der Isdal Frau, Kripos Norge, 2019

Unterkiefer der Isdal Frau, Kripos Norge, 2019

 

Oberkiefer der Isdal Frau, Kripos Norge, 2019

Oberkiefer der Isdal Frau, Kripos Norge, 2019

Die Arbeit könnte auch in der damaligen Tschechoslowakei gemacht worden sein oder in der DDR. Das Gold allerdings weist auf eine Arbeit in der damaligen westlichen Welt hin. Wahrscheinlich in Deutschland.

Wer kann sich an dieses außergewöhnliche Gebiss erinnern?

Nächster Teil:

Führt die Spur nach Maribor im ehemaligen Jugoslawien?

Infiltrierte und exfiltrierte die schöne Unbekannte über Jugoslawien oder wahlweise die Tschechoslowakei? Der gesamte Fall weist auf die KoKo hin und auf deren internationalen Kunsthandel.

 
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