Impresiones de Bremerhaven de la antigua casa de la familia Bremen

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Panoramabild von Bremeraven, kasaan media, 2011
Panoramabild von Bremeraven, kasaan media, 2011
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El camino es el objetivo.

Vorbei an der von Niedersachsen zugekauften Luneplate geht es nach Bremerhaven.

Die Autobahn führt in Richtung Nordsee.

Einstmals das strukturärmste Terrain von Bremen, erscheint Bremenhaven nun in einem gänzlich anderen Licht. Ganze Busse voller Touristen reihen sich aneinander. Das Wetter ist um diese Jahreszeit wechselhaft, die Restaurants aber gut besetzt. In riesigen Reihen lagern die einzelnen Komponenten für die Windräder, leuchten weiß, werden von facettenartigen Sonnenstrahlen unter der dichten Wolkendecke wie angeleuchtet. An einen ehemaligen Kai sind noch immer fleißige Arbeiter im Trockendock damit beschäftigt, ein Schiff wieder auf Vordermann zu bringen. Aus diesem dringt ein Zischen und ein Rauschen, ein Hämmern, auch an diesem Samstagnachmittag, inmitten von kleinen und hoch aufragen-den Auslegern und einem endlosen Gewirr aus Kabeln und Stahl. Reinigen und instand zu setzen ist das Ziel. Einige 100 m weiter, arbeitet Fernando. Er ist Philippino, streicht gerade mit grauer öliger Farbe die Bordwand bei dem eisigen Wind.

Er gesteht gleich mit einem Lachen, Heimweh zu haben.
„Mir ist es zu kalt hier in Deutschland, viel zu kalt!“, ruft er uns zu.
Sein Kollege, auch Philippino, der ein paar Meter weiter mit einer anderen Farbe arbeitet, den breitflächigen Pinsel in den Eimer tunkt, macht einen Augenblick Pause. Es wirkt wie ein von Wind und aufspritzender Gischt umspieltes Stillleben.

Entlang der weiterführenden langen Außenmauer dümpelte einst mit Quietschen und Klappern, mit einem unbekannten Pfeifen, mit metallischem Knacken die rostige „Al Zahraa“ aus Basra, ein ehemaliger Trawler, der schon lange nicht mehr in Betrieb war. Der „Pott“ gehörte der so genannten „Iraqi Line“. Man sah ihr die Jahre im salzigen Wasser deutlich an, bevor sie zum Abwracken geschleppt wurde. Unwillkürlich denkt der Betrachter an die Odyssee des im April 1924 in Bremerhaven zu seiner Jungfernreise nach Amerika ausgelaufenen Luxusdampfers des Norddeutschen Lloyds, „Columbus“. 1939 wurde das beliebte Kreuzfahrtschiff im offenen Atlantik in den ersten Tagen des Zweiten Weltkrieges, von dem damaligen Kapitän Wilhelm Dähne, selbst versenkt.

Seltene progressive, wie Würfel aneinandergereihte Architektur zeigt ein weiteres, unweit des Ufers stehendes Gebäude, eine der Fischgroßhandlungen kurz hinter dem mit riesigen grauen Wolken überzogenen Aushubschiff, der “Odin”, die hinter einem alten DEMAG Kran am Hafen festgemacht hat. Wie beschaulich, ja pittoresk wirkt der Leuchtturm am gegenüberliegenden Ufer. Die rostigen Gleise, die schaukelnden vor Anker gegangenen Ausflugsdampfer. Wie ein norddeutsches Gemälde mit Teilen der Stadt Bremerhaven, dem Hotel Mediterraneo links außen, rechts dem Funkturm und der sogenannten Stadt in der Stadt. Ein eisiger Wind umweht Dutzende am Wasser liegende einheitlich erbaute, betonierte Verarbeitungsbetriebe. Dort befinden sich Niederlassungen, wie auch die bundesweit bekannte Frosta AG, die auch noch an diesem Samstagnachmittag ihre Türen geöffnet hat. Ansonsten wirkt die Stadt verlassen, der sonst so hektische Betrieb an der endlos langen Straße erloschen. Blaue Plastikcontainer blieben vor den einzelnen Fischverarbeitungshallen zurück, stehen. Ein ungewöhnliches Schnellrestaurant hat noch geöffnet, „Backfisch“ drei Euro neunzig. Ein gutes Essen bei einer freundlichen türkischen Bedienung, eine knusprige Seescholle, eher eine reichlich große Portion Fisch mit Kartoffelsalat oder Pommes und selbstgemachter Remouladensoße. Im unerwartet stilvollen Ambiente eingerichtet, bereitet die Frau mit ihrem Sohn zusammen das Essen zu.

„Er ist in Deutschland geboren!“, erzählt sie, während sie noch an diesem Mittag frische Fischfrikadellen brät. Sie ist schon seit 20 Jahren in der Bundesrepublik, lebt türkisch, jedoch integriert, sie ist gebürtig aus Ankara.

Für sich persönlich hat sie beschlossen, dass sie nach ihrer Arbeitszeit in der Bundesrepublik, rentenberechtigt, wieder zurück in ihre Heimat Türkei gehen will.
„Türkei ist erste Heimat, Deutschland, zweite, aber gute Heimat!“, meint sie ein bisschen beschämt, weiß nicht, was ihr Sohn vorhat.
„Er ein deutscher Bürger – er ist auch hier geboren!“, dann putzt sie wieder die Theke und die Tische ab. Wir sind die letzten Gäste des Tages. „Güle, güle!“, sagt sie beim Abschied. Auf der gut besuchten Fisch-Feinkost-Meile tummeln sich zahllose Besucher am heutigen Tage. Besuchen ungezwungen und neugierig die vielen Geschäfte, die sich wie eine Perlenkette aneinanderreihen. Der Lloyd Hansa Lkw aus dem Jahr 1928 glänzt in der Sonne und trägt das Werder Bremen Zeichen auf der grün gestrichenen Kühlerhaube. Das wirkt befremdlich.

In den reich befüllten Auslagen, wo die vielen Angebote, überdimensionierte Packungen, angeboten werden, drängen sich die Interessenten.
In einer der hölzernen Buden unterhält ein gemütlich wirkender Marktverkäufer einen Räucherofen, Forellen hängen an einer langen stählernen Stange. Er redet mit seinen Kunden, während er die goldbraunen würzigen Fische verkauft, liest aus der Zeitung vor, hat wieder eine Schlagzeile, über die er diskutieren kann.

„Ach, als wäre das richtig, von was bitte soll der kleine Mann das alles jemals noch bezahlen? Niemand kann die Summe jemals begreifen, geschweige denn bezahlen!“, stöhnt er. Er verpackt weitere der wohlduftenden, geräucherten Waren.

Der Verkäufer, ein wenig auch Marktschreier, zupft seine typisch norddeutsche Jacke gerade, staunt über die Kaltschnäuzigkeit der Berliner Politiker.
Wir sprechen Platt, die Geschäfte laufen mies und die Rezession ist seiner Aussage nach, noch nicht in Bremerhaven eingetroffen, zumindest nicht in seiner Bude. Er hat berechtigte Angst, weil dann noch weniger Leute kommen würden.
„Alles erscheint mir in diesen Tagen erbärmlich und nichts ist mehr, so wie es einst war oder gestaltet wurde.“

Panoramabild von BHV, kasaan media, 2011
Panoramabild von BHV, kasaan media, 2011

Gegenüber fällt der lange Schatten eines Touristen auf die etwas in der Dunkelheit aufstellten Körbe und Schachteln mit funkelnden Steinen. Malachit, farblich strahlende Opale. Dort werden salmón ahumadotoaste oder Muscheln, knapp belegte Fischbrötchen verkauft. Ein wenig weiter auch Kleidung. Im pittoresken Hafen liegt der Kutter „Steinbock“, der das Kilo Granat für sechs Euro verkauft. Das Museumsschiff „Gera“ hat an der Mole festgemacht. Viele Touristen säumen die Gangway. Das Hotel gegenüber grenzt mit schöner Aussicht an die Uferpromenade.Die Touristen sammeln sich, gehen in das über alle Maßen bekannte „Fischereihafenrestaurant“ nur ein paar Meter weiter. Dort gibt es alles, was das Herz eines Reisenden begehrt und von Bremerhaven in Erinnerung bleibt.

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