Offener Antwortbrief an den Bürger Emmanuel Macron

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Frankreich, Erinnerung an die Toten, kasaan media, 2017
Frankreich, Erinnerung an die Toten, kasaan media, 2017
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Ehrenwerter Herr Präsident der 5. Republik,
Bürger Macron,

zumindest haben Sie, wenn auch im Akte schierer Verzweiflung, wie aus Ihren Zeilen vor zwei Monaten hervorging, die alarmierenden Zeichen der Zeit verstanden. Meine aufrichtige Anteilnahme an dem Brand des Symbols Europas – Notre Dame.

Doch: danke für den offenen Aufruf, Weckruf, an die bürgerliche Mitte Europas.
Hören die Politiker, die scheinbar elitäre Klasse, die Schreie der Völker Europas?
Ich denke, nicht laut genug.

Europa ist der Staat der Zukunft. Der Traditionen und des Fortschritts, der Geschichte und der Kultur.

Das alte, das morsche Denken muss ein Ende finden.

Der Zopf der EU-Kommission muss abgeschnitten und gestutzt werden. Wie können Politiker, die schworen, alles in ihrer Macht Stehende für die Menschen, für den einzelnen Bürger zu tun, ein solches Chaos zulassen? Kein Mensch will einen “Wuschel”(Jean-Claude Juncker), der Großkonzernen wie Amazon etc. einen Freibrief gibt, niemand will derartige systememanente Machtkonzentrationen.

Eine Demokratie ist für alle da, nicht nur für einige, die mal gewählt wurden oder die, die den Reichtum mit Löffeln gefressen haben.

Wo werden die Bürger Europas gehört, die, die Sie und Ihre Kollegen eher verwalten als regieren?
Demokratie ist anders, dieses anders muss jeder Bürger dieses Staates Europa spüren. Europas Bürger benötigen Visionen, nicht Menschen, die sich nirgendwo einfügen wollen, weil sie schwarmartig die finanziellen Vorteile Europas wahrnehmen wollen.
Europa ist eine Form des Sozialismus geworden, der von vielen abgelehnt wird.
Die Reichen werden gestärkt, die Armen dürfen ausbluten. Die Alten, die keine Lobby haben darben.

Jede Form des abscheulichen Nationalismus muss beseitigt werden – Ideologien, die den Fortschritt verhindern, verboten werden. Es gibt keine Denkverbote, aber wie in einer Revolution muss Europa die Mitte wiederfinden.

Europa muss sich neu erfinden, um deratige Auswüchse zukünftig als rechte Perversionen darzustellen, die sie sind.

Die Gelbwesten sind der Ausdruck einer Zeit, die das Europa der Väter, die dafür sterben mussten abschaffen und verhindern möchten, dass die folgenden Generationen in Freundschaft leben können.
Ich schäme mich für den Antisemitismus, die Homophobie, die die wieder installieren, die am rechten, miserablen Rand fischen.

Hoffmann von Fallersleben dichtete 1841 auf Britisch-Helgoland “Einigkeit, Recht und Freiheit” Auch dieser Wahlspruch sollte für eine Erneuerung Europas gelten.

Nicht die Gedanken des vermeintlichen Linken Alexis Tsipras, dessen politischer Irrsinn soweit geht, dass er Deutschland auf Reparationen verklagen lassen will. Griechenland sollte lernen, endlich, fast 80 Jahre nach dem Krieg, vor dessen Opfern wir uns verneigen, auch dem schnöden Mammon für unbestrittenes Leid zu entsagen.
Man sollte sich schämen, für die Mordtaten der ausgestorbenen Generation Geld zu verlangen.
Hitler und seine Kumpanen schmoren hoffentlich in der Hölle, für diese Taten, die dem griechischen Volk unfassbare Tragödien angedeihen liessen.

Dass Auswüchse wie Marine Le Pens FN und die AfD in Deutschland überhaupt möglich sind, ist eine Folge der Krise, die durch die unersättliche Gier der Banken kam. Nazis und rechtes Gesindel kommen immer zu kurz. Zumindest meinen diese Ewiggestrigen das. Darauf gründen sich Hass und Verschwörungstheorien, die dann durch das Netz geistern. Es ist ja auch einfacher, an Neuschwabenland zu glauben, als an die EU, denken sich die Rechten dieser Tage.

Ein Hetzer wie Trump, der jeglicher Vernunft widerspricht, konnte nur hochkommen, weil es eben opportun ist, solche Populisten für einfache Antworten zu fragen. Diese Antworten sind, wie wir beide wissen, ohne Substanz und nur von persönlicher Gier und von Hass geprägt.

Dabei sucht sich Trump immer das schwächste Glied in der Kette aus. Hauptsache, er kann noch einen Dollar an jedem Stein der Mauer, die er um Amerika ziehen will, machen. Es zeigt, er ist seines Jobs nicht würdig. Jemand, der Kim Jong un und seinen Staat voller Arbeits- und Vernichtungslager als seinen besten Freund bezeichnet, gehört nicht in die Reihe derer, die überhaupt mit Europa reden dürfen. Ich denke, Trump hat die ausgesprochene Liebe zu dem nordkoreanischen Gleichschrittdiktator ernst, aus vollem Herzen, gemeint. Das ist das Land, das er auch gerne hätte.
Pfui, dass noch ein offizieller Vertreter Europas mit diesem Twitter-Anarchisten Trump redet, spricht, verhandelt. Soll er doch seine Soldaten nehmen und gehen. Isolationismus sei ihm gestattet. Eine Sezession Europas hat er nicht zu betreiben.

Charaktere wie Bannon haben in Europa nichts verloren. Auch für Schein-Asylanten wie Bannon gibt es die Möglichkeit der Ausweisung aus Schengen. Am besten lebenslang, präventiv, damit die Trumpisten die Folgen ihres Redens verstehen. Und wenn man ihn aus dem Flugzeug zerrt und ihn Abschiebehaft bis zur Ausweisung verbringt.

Nur, eine solche Erniedrigung wie die von Hass geführte Politik der Vereinigten Staaten hat Europa nicht verdient.

Trump, Erdogan, Orban, die Liste nimmt derzeit kein Ende.

Was will Erdogan noch in Europa, wenn er es so vehement ablehnt. Orban täte gut daran, Artikel 50 des Vertrages von Lissabon zu bedienen, er kann in Isolation sich allem zuwenden, was er bevorzugt. Europa braucht Orban nicht. Er Europa schon. Wie will der Fides-Führer sonst überleben?
Von Fake-News alleine kann man nicht leben. Doch Orban braucht diese wie Luft zum Atmen.

Wo ist die klare Linie, die die Aussenpolitik Europas führt?

Noch vor Jahren wäre ein osmanischer Sultan mit dem Anspruch Erdogans ausgelacht worden. Er ist ein Despot. Doch niemand traut sich ihm das zu sagen.
Warum eigentlich nicht, die Flüchtlinge sind in seinem Land. Er ist wie ein schmieriger Hotelbesitzer, der natürlich gerne abkassiert.
Warum steht nicht ein Politiker auf und sagt, bis hier hin und, Herr Erdogan, nicht einen kleinen Schritt weiter.
Fehlanzeige, er droht munter weiter.

Es wird Zeit, dass Deutschland und Frankreich einen noch stärkeren Pakt bilden, um denen entgegenzutreten, die nichts besseres zu tun haben, als die Gleichheit, die Brüderlichkeit und die Freiheit aufzulösen, oder Einigkeit und Recht und Freiheit, die schon die Revolutionäre, ehrbare französische Geschwister, im Jahre 1789 propagierten.

Der Traum der Zukunft wäre ein Staat, in dem der Norden Frankreichs hinter Flensburg endet, der Süden Deutschlands bei Perpignan liegt. Zuvor muss das Napoleonische System einer föderalen Struktur weichen, nicht einem Landgewinn für Länder. Dieses Europa muss der Ansporn sein, dass auch andere sich trauen zu verschmelzen. Nur so kann Europa wachsen, homogener werden. Das wäre Brüderlichkeit. Wie es die Väter der Revolution umschrieben, die auch eine deutsche Revolution war.

Verwaltung und Wirtschaft beider Länder könnten effektiver arbeiten. Es geht um die Gemeinsamkeiten, nicht um die Sprache, die vielleicht noch trennt.
Die Menschen würden sich an dem erfreuen, was de Gaulle und Adenauer eigentlich erreichen wollten. Stresemann und Briand.

Typen wie Farage, May und deren schäbige Gehilfen müssen für das Handeln gegen das britische Volk bestraft werden. Das Ende von Theresa May’s Irrsinn ist hoffentlich bald erreicht. Sie ist politisch das mieseste, was Europa zu bieten hat. Schottland sollte sich lossagen und wird es auch.

Desinformation kann nicht ein Staatenbündnis sprengen. Nur jedem einzelnen Briten muss klar sein, Europa ist die Hand, die jede Schwester und jeden Bruder der Insel mitversorgt, wenn die Politik versagt, gleich, für was sie oder er gestimmt haben. Kein Brite soll unter der Politik leiden, die eine Theresa May für eine Parteiendiktatur inaugurierte.

Schengen ist gut, Europa muss vor weiterer Einwanderung geschützt werden, weil es augenscheinlich Menschen gibt, die damit noch nicht umgehen können, dass ihr Nachbar einen anderen Glauben pflegt.

Das rechte Gesindel sah es als große Chance, einen Steigbügel für irrsinnigste Verschwörungstheorien von dummen Nazis.

In einem Europäischen Manifest muss die Auflösung aller Parteien beschlossen werden, wenn Sie, Herr Präsident, wirklich Zukunft wollen. Es muss ein Direktwahlsystem entstehen, eine Mitbestimmung der Bürger an der Freiheit, in Brüderlichkeit und Gleichheit. Ziele, die alle Menschen haben sollten.

Warum schaffen wir alle zusammen nicht ein Manifest für ein zielorientiertes Europa, in dem die Nationalstaatlichkeit nicht der Konsens ist, sondern das progressive Miteinander.
Jeder muss gehört werden.

In diesem Sinn sehen Sie bitte auch die Zeit nach Angela Merkel, deren Zenith längst überschritten ist. Ihre Zeit, Herr Präsident, wird kommen, darauf verlässt sich auch Deutschland!

Mit vorzüglicher Hochachtung

kasaan media

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