Franco und die Unabhängigkeit Teneriffas

Españoles, Franco ha muerto! Es war eine der besten Nachrichten, die Spanien je zu verkünden hatte: Spanier, Franco ist tot! Dem damaligen Ministerpräsidenten Carlos Arias Navarro war die Rolle zugefallen, die Nachricht zu verkünden, wahrscheinlich die beste Nachricht im Zusammenhang mit dem Caudillo.

Der Despot war verstorben. Seinem lange erhofften Ableben waren Hinrichtungen, Massendemonstrationen und Anschläge, seit 1974, vorausgegangen. Diesen Anschlägen war auch sein Weggefährte Luis Carrero Blanco zum Opfer gefallen.
In Spanien war die Krise eine tägliche zu spürende Spannung.
Nun, mehr als 43 Jahre nach dem Tod des Despoten, huldigen ihn Anhänger auf dem Festland und den Inseln leider immer noch.

Aus Francos Zeit stammt die Guardia Civil, eine paramilitärische Polizeieinheit.
Auf den Kanaren war es ruhiger. Franco schien die Diktatur nicht exportieren zu können. Im Jahre 1964 wurde in Algier, Algerien, die Movimiento por la Autodeterminación e Independencia del Archipiélago Canario (MPAIAC) Bewegung für die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der Kanaren gegründet. Schon lange wollten sich die Kanaren unabhängig erklären. Seitdem rumort es immer wieder in dem Reich der Guanchen. 1985 wollten die Linken den Austritt Teneriffas aus Spanien. Seitdem sind die Stimmen niemals verstummt. 2011 wurde wieder, diesmal auch mit Demonstrationen, die Unabhängigkeit vom Festland gefordert.
Noch heute sind viele Spanier beschämt über Franco und seine Politik der Repression und der Unmenschlichkeit der Diktatur.
Doch werden auch Artefakte aus diesen Tagen von einigen wie ein Schatz aufbewahrt.

Maschinengewehr aus dem spanischen Bürgerkrieg, kasaan media, 2018

Maschinengewehr aus dem spanischen Bürgerkrieg, kasaan media, 2018In den Bergtälern Teneriffas scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Hier herrschen noch immer die gleichen sozialen Missstände, wie zu Zeiten Francos.

Teneriffa abseits der Touristen, kasaan media, 2018
Teneriffa abseits der Touristen, kasaan media, 2018

Hier scheint man nicht viel von der Monarchie im fernen Madrid zu halten. Die Unabhängigkeit der Kanaren ist hier ein ständiges Thema, das mittlerweile auch auf die Städte übergreift.
Die Kanaren wären in der Lage alleine zu existieren. Zudem fühlen sich kanarischen Bauern von der EU vergessen, weil ihre Bananen nicht dem allgemeinen Standard der Brüsseler Agrarwächter entsprechen. Es gibt viele Gründe, die die Canarios in den Tagen um den Todestag Francos, dem 20. November, umtreibt, nach Unabhängigkeit von Spanien zu suchen. Was aus ihrer Bewegung wird, vermag niemand zu sagen.

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Españoles, Franco ha muerto! Es war eine der besten Nachrichten, die Spanien je zu verkünden hatte: Spanier, Franco ist tot! Dem damaligen Ministerpräsidenten Carlos Arias Navarro war die Rolle zugefallen, die Nachricht zu verkünden, wahrscheinlich die beste Nachricht im Zusammenhang mit dem Caudillo.

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