Zwischenruf: Der Iran zwischen Realität und religiösem Wahn

Religion und Politik funktionieren im Staatsgefüge nicht

Nein, es ist nicht mehr friedlich in der Ziba Sazi in Teheran.

12 Tote und wahrscheinlich mehr als 500 Verletzte, 200 Verhaftete, sprechen eine eigene Sprache. Die Proteste dehnen sich über den gesamten Iran aus.

Der religiösen Führung im Iran geht es buchstäblich an die Substanz. Da helfen Aufrufe und salbungsvolle Worte nicht mehr weiter.

Das Volk hat „die Nase voll“.

Nun scheitert die iranische Revolution nach knapp 39 Jahren an denen, die die Unfreiheiten satt haben.
Dem Volk Persiens.
An den vielen kleinen Folterknechten, die sich dem Regime in Teheran aus Angst anbiederten, an den Kränen, an denen Menschen aufgehängt wurden, nur weil diese anderer Meinung waren.

Religion, gleich welche, und Politik kann niemals zusammen gutgehen. Die iranische Politik beschädigt den Glauben, weil die Auslegung einer Oberschicht gilt und nicht dem unter der seit Jahren (seit Ahmadinedschad) leidenden Wirtschaft.

Präsident Rohani spricht von Meinungsfreiheit, das bedingt auch aus, dass Frauen ohne Vollverschleierung auf die Straße gehen können. Andere Religionen respektiert werden, ohne zu fürchten, dass die gefürchteten Basidsch-e Mostaz’afin hinter denen her ist, die nicht mit dem Regime in Einklang stehen.
Der „Topf Iran“ kochte seit Jahren, seit den Sanktionen wegen Atomprogrammen der Teheraner Regierungen.
Im Iran haben sich Parallelgesellschaften gebildet. Heimlichkeiten des Volkes, das nach Freiheit, nicht weiterer Konfrontation, strebt.

Die Mullahs haben verloren.
Wenn nicht in den nächsten Tagen, dann in den folgenden Wochen.
Die gut gebildete Zivilgesellschaft des Irans trägt die religiöse Abschottung, den gewöhnlichen täglichen Terror, nicht mehr mit. Mit einem strafenden Gott kann man keinen Staat machen. Auch nicht im Iran.
Ein Land, das nicht zu den Habenichtsen gehören will, lehnt sich auf gegen eine verkrustete, im 15. Jahrhundert stehengebliebene Gesellschaft auf, derer, die über Millionen regieren und die Freiheit nur für ihre Ideen lassen, nicht für die, die sie regieren wollen.

Der letzte, der sich zu den Vorgängen in Teheran äussern sollte, ist Donald Trump. Seine Wissenslücken sind erschreckend und nicht zweckdienlich, die Situation in dem nun von Unruhe geprägten Land zu kommentieren.
Er sollte nicht das Streben nach Freiheit eines Volkes mit seiner Außenpolitik vermengen, weil Trump das gerade in den Plan passt.

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