Der Hauptmann

Ganz großes Kino verspricht der Film :“ Der Hauptmann“ von Robert Schwentke von dem wir die Langversion der Handlung, sowie den Trailer für das Filmfestival Max-Ophüls bringen.

Der Hauptmann_Regie_Robert Schwentke_©Jennifer Howard
Der Hauptmann_Regie_Robert Schwentke_©Jennifer Howard

Es ist eine menschliche Geschichte inmitten der Unmenschlichkeit am Ende des 2. Weltkrieges. Gerade in unserer Zeit ist es wichtig über falschverstandene Macht und Diktatur zu sprechen.

Der Hauptmann_3_©Weltkino_Julia M Müller
Der Hauptmann_3_©Weltkino_Julia M Müller

„Langversion“ mit Dank an die Festspielleitung

April 1945, zwei Wochen vor Kriegsende im deutschen Niemandsland. Der 19-jährige Gefreite Willi Herold (Max Hubacher) läuft um sein Leben. Auf sich allein gestellt gelingt es ihm, sich im letzten Augenblick vor dem deutschen Offizier Junker (Alexander Fehling), der Jagd auf ihn macht, in Sicherheit zu bringen. Herold hungert und friert, die Kleidung hängt ihm vom Leib. Mit einem anderen erschöpften Soldaten, auf den er in der Kälte trifft, schleicht er sich auf der Suche nach Essbarem in ein Stallgebäude. Als die beiden sich ein paar Eier einstecken wollen, werden sie von der Bauernfamilie entdeckt. Herolds Kumpan kommt dabei ums Leben, ihm selbst gelingt die Flucht. Am nächsten Morgen stößt er am Straßenrand auf ein verlassenes Offiziersauto. In einem darin verwahrten Koffer befinden sich ein Offiziersmantel, eine Uniform und ein Paar Schuhe. Der vor Kälte schlotternde junge Mann probiert die Kleider. Herold sieht aus wie ein leibhaftiger Hauptmann. Doch als der Gefreite Walter Freytag (Milan Peschel) wie aus dem Nichts auftaucht, muss Herold ihn glaubhaft täuschen, wenn er überleben will. Herold spielt erstmals die Rolle des Hauptmanns und Freytag wird sein untertäniger Fahrer. In einem nahegelegenen Dorf laden sich Herold und Freytag in ein örtliches Gasthaus ein. Herold gibt vor, auf Mission zu sein – damit alle, die von Deserteuren beraubt wurden, eine Wiedergutmachung erhalten: „Die Partei sorge immer noch für Recht und Ordnung.“ Gewissenhaft notiert er die Beschwerden der misstrauischen Anwesenden. Der Wirt des Lokals, Gerd Schnabel (Alexander Hörbe), bleibt skeptisch. Er präsentiert dem „Hauptmann” einen gefangenen Dieb. Herold sieht sich gezwungen zu handeln. Kurzentschlossen erschießt er den Plünderer. Am nächsten Tag kehrt Herold mit Freytag auf den Bauernhof zurück, den Herold zu Beginn aufgesucht hatte. Aber dort herrscht Aufruhr: Eine Gruppe betrunkener Soldaten randaliert und hält die Bauernfamilie als Geiseln. Herold reagiert geistesgegenwärtig. Er ruft die Männer zur Ordnung und unterstellt sie auf Wunsch des raufsüchtigen Kipinski (Frederick Lau) seinem Kommando. Die „Kampfgruppe Herold“ ist geboren. Die zerlumpte Truppe streift durch das deutsche Hinterland. Als sie von der Militärpolizei auf weiter Flur gestoppt werden, sollen ihre Papiere kontrolliert werden. Herold ist kurz davor aufzufliegen, als ihm der entscheidende Gedanke kommt: Er sei mit seinen Männern auf Sondereinsatz, um von der Lage hinter der Front zu berichten – mit Vollmacht von ganz oben, vom Führer selbst. Gemeinsam mit der Militärpolizei macht sich das „Sonderkommando Herold” auf den Weg zu einem Straflager der Wehrmacht. In dem baufälligen Lager herrschen grauenhafte Zustände. Das Kommando über das Straflager hat der heillos überforderte SA-Führer Schütte (Bernd Hölscher) inne, der annimmt, dass Herold abgestellt wurde, um Deserteure und entflohene Gefangene vor ein Standgericht zu stellen. Aber wer darf ihm dies gestatten?



Dr. Thiel, der Sonderbeauftragte des Justizministeriums? Der Lagerleiter Hansen (Waldemar Kobus), der für die Gefangenen des Lagers die Verantwortung trägt? Wer ist bereit, wofür Verantwortung zu übernehmen? Obwohl über die korrekte Vorgehensweise Unklarheit herrscht, beschließt der proaktive, fast übereifrige Schütte, zu handeln. Eilig bringt er Herold zur Arrestbaracke mit den flüchtig gewordenen Gefangenen. Sofort beginnt Herold mit dem Verhör der Inhaftierten und lässt Kipinski Weiteres übernehmen. Schütte gibt seinem Wachmann Brockhoff (Marko Dyrlich) den Befehl, von den Gefangenen eine Grube ausheben zu lassen. Herold setzt alles auf eine Karte. Er lässt 30 Strafgefangene davor antreten, postiert sie in Zweierreihen und eröffnet mit einem Flakgeschütz das Feuer. Da das Geschütz ungenau trifft und schließlich klemmt, erteilt Herold den Befehl, mit Handfeuerwaffen weiterzuschießen. Die „erfolgreiche“ Mission wird mit einem ausgelassenen „bunten Abend“ gefeiert. Einige Gefangene (Samuel Finzi, Wolfram Koch) müssen vor den Soldaten auftreten. Der Schnaps fließt, auch an Speisen fehlt es nicht und bald läuft die Feier aus dem Ruder. Die Gewalt eskaliert. Herold kettet vor der Baracke vier Soldaten aneinander und befiehlt ihnen zu fliehen. Einer nach dem anderen wird gnadenlos erschossen. Das Ordnungsgefüge des Lagers zerfällt. Am nächsten Tag tauchen alliierte Bomber am Himmel auf und machen das Lager dem Erdboden gleich. Die Baracken brennen, der Boden ist von Leichen übersät. Doch der falsche Hauptmann Herold bleibt unversehrt und verlässt mit seiner stark reduzierten Truppe das Lager. Das „Schnellgericht Herold“ zieht weiter in eine nah gelegene Stadt. Der Bürgermeister, der die weiße Flagge gehisst hat, wird kurzerhand auf offener Straße exekutiert. Die Truppe quartiert sich in das örtliche Hotel ein, wo es zu einer ausufernden Orgie kommt. Kipinski wird überraschend exekutiert, weil er Herold „sein“ Mädchen wegnimmt. Am nächsten Morgen stürmt die deutsche Militärpolizei das Haus und Herold und seine Männer werden verhaftet. Der „Hauptmann“ ist enttarnt. Nach vier Stunden vor einem notdürftig besetzten deutschen Militärgericht wird festgestellt, dass Herold ein Mann ist, der die Dinge erledigt bekommt: „Unter den Wirren der Zeit habe sich Herold nicht so abwegig verhalten.“ Man ist sich einig, dass die Armee auf so jemanden nicht verzichten sollte. Das Verfahren gegen Willi Herold wird ausgesetzt und er soll zur Bewährung an der Front abgestellt werden. Dies nutzt Herold, um zu fliehen. So wie er zu Beginn aus dem Dunkel der Bäume aufgetaucht ist, verschwindet er im Wald.



Der Hauptmann_2_©Weltkino_Julia M Müller
Der Hauptmann_2_©Weltkino_Julia M Müller

Texttafel vor dem Abspann: „Am 23. Mai 1945 wird der ehemalige Gefreite Herold in Wilhelmshaven von der Royal Navy für den Diebstahl von einem Laib Brot verhaftet. Im folgenden Verhör verstrickt sich Herold immer mehr in Widersprüche. Als sich herausstellt, welcher Kriegsverbrechen er sich schuldig gemacht hat, wird ihm der Prozess gemacht. Am 14. November 1946 wird Herold zusammen mit 6 seiner Komplizen hingerichtet. Er war 21.“

Der Hauptmann_3_©Weltkino_Julia M Müller
Der Hauptmann_3_©Weltkino_Julia M Müller

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