Neues von der Bande von Brabant

Schnelle, brutale Truppe, 28 Tote und Rosa Ballette

In der ersten Hälfte der 1980-er Jahre wurde die Provinz Brabant von einer Gruppe von Räubern heimgesucht.

Bei Überfällen erbeuteten sie wenig Geld, jedoch, sie hinterliessen 28 Tote und nach damaligen Schätzungen mehr als 20 Verletzte.

Das militärisch gezielte Vorgehen der Gruppe erschreckte schon damals, 1985, nach dem letzten Überfall auf einen Delhaize Supermarkt in Aalst. Bei der der Tat erbeuteten die Phantome ein paar Tausend, damals noch gültige, Belgische Franc, hinterließen aber acht Tote und neun Verletzte.

Danach endete die Serie abrupt.



Die Fahnder vermuteten damals schon die Täter im Umfeld der eigenen Reihen, viele Spuren führten ins Nichts und zu der später enttarnten belgischen Gladio – Gruppe.
Auch in eine Art national und international arbeitenden Kinderschänder-Ring, der das Rosa Ballett genannt wurde. Der Hauptgenannte im Zusammenhang dieses Rosa Balletts, ein gewisser Brüssler Arzt, André Pinon, hatte sich Anfang der Jahrtausendwende nach Portugal abgesetzt. Er wurde im Rahmen seines Scheidungsverfahrens immer wieder in den Kontext mit Kindersex-und Drogenparties gebracht, die in den höchsten Kreisen der belgischen Gesellschaft stattfanden.

Anscheinend war auch die Verstrickung von der Bande von Brabant zu belgischen Rechtsradikalen offensichtlich, die in der Verbindung zwischen Paul Latinus, dem Chef der Westland New Post und einem ehemaligen südafrikanischen Polizisten mit belgischer Herkunft bestanden, Jean-Philippe van Engeland. Letzterer hatte sich 1982 nach Paraguay zu Stroessner abgesetzt.

Le geant oder der unsichtbare Riese

Etwas eigenartige Geschäftpartner

Auf der Rand Show im April 1987 in Johannesburg, in Südafrika, spielten sich eigenartige Dinge ab. Nicht nur die geschäftliche Flaute, aufgrund der internationalen Sanktionen, die man umgehen konnte, indem man mit dem Berater einer Firma von den Seychellen konferierte, sondern auch sonst.

Es lief nichts mehr auf der ehemals florierenden Messe in der südafrikanischen Metropole. Allenfalls das Bier in Strömen.

In Südafrikas Alltag war man in der Realität der UN-Sanktionen angekommen.



Zartbitter – Pralinen mit Füllung

Zwei Belgier, die nicht nur Zartbitter-Pralinen an den Ständen naschten, sondern sonst auch gerne im Söldner-Business verhaftet waren, ihre Dienste auf der Messe, nebst Maschinen und Hydraulik anboten, eigentlich in Waver in Brabant lebten, plauschten beim Castle Lager am langen Büffet des Holiday Inns in Johannesburgs Innenstadt am liebsten über die Bande, die Belgien zu dem Zeitpunkt immer noch in Atem hielt.

Sie wussten über die Bande von Brabant schlicht alles und waren mit van Engeland, eigenem Bekunden nach, befreundet. Zuerst dachte der deutsche Geschäftsmann, er wäre Spinnern aufgesessen, um seine Hydraulik zu verkaufen. Schnell wurde klar, die beiden Brabanter wussten erheblich mehr als die belgische Presse.

Abends, in der Bar im 10. Stock des Hotels in Johannesburg, bekundeten sie, dass die Gangster, die harmlose Passanten und Supermarktbesucher gerichtet hatten, aus den Reihen der Polizei kamen. Das hatten sie angeblich von ihrem Freund erfahren, dem sehr weit rechts, mit der mittlerweile aufgelösten Westland New Post, sympathisierenden van Engeland. Latinus war seit April 1984 verstorben. Dahin führte auch die Spur der Bande von Brabant in späteren Ermittlungen.

Im August 1987 wollten sich die drei Verhandlungspartner wieder treffen, diesmal in Wavre bei Brüssel in Belgien. Es ging um Hydraulikanlagen für Stauwehre.

Bei dem ersten Treffen klappte dies auch vorzüglich, und der mögliche Gewinn für die kleine Firma in Deutschland, liess ihn nach der Grillparty mit den freundlichen Belgiern und deren Freunden zum nächsten Termin anreisen. Wieder nach Waver.
Es war Sommer 1987.

Doch, zu allem Übel wohnte in dem Haus nun ein Ehepaar, das aus dem Kongo heimgekehrt war, und sich auf all das Vorgetragene keinen Reim machen konnte. Doch der deutsche Geschäftsmann hatte Pech, seine belgischen Geschäftspartner schienen sich in Luft aufgelöst zu haben.
Unter der Telefonnummer meldete sich das bekannte Ehepaar aus Wavre. Die hatten schon die Polizei informiert und Anzeige wegen Einbruch erstattet.

Unverrichteter Dinge musste er wieder abreisen. Er hörte nie wieder etwas von den öminösen Geschäftspartnern und wunderte sich, wie es möglich war, dass die Geschäftspartner über die wahren Täter schon vor Jahren Bescheid wussten.

Die Episode brachte der deutsche Geschäftsmann, der sein Missgeschick auf jeder Party zum Besten gab, erst Jahre später mit den damaligen Ereignissen in Verbindung.

Neue Erkenntnisse

Vor zwei Jahren, 2015, soll dem Sterbebett einer der damals Tatbeteiligten „Le geant“ über seine Morde berichtet haben und dieser geständige Mann war der lange gesuchte Riese. Pikant daran, der Riese war ein ehemaliger Elite-Polizist.

Gab es Verbindungen zwischen Jean Michel Nihoul und der Bande von Brabant?
Gab es das Rosa Ballett wirklich und waren die Überfalle, die von der Bande von Brabant inszeniert wurden, nur der Auftakt einer ganzen Serie von Taten, die folgten?

52 Mädchen verschwanden in dieser Zeit spurlos, ohne dass den belgischen Behörden es möglich gewesen wäre, deren Schicksal nachhaltig zu klären.
Waren Dutroux und seine Mittäter, darunter seine Ex-Ehefrau, die Grundschullehrerin M. Martin, tatsächlich nur die Beschaffer für ein ganzes Netzwerk von Pädophilen? Im Fall Dutroux wurden zahlreiche Zeugen ermordet und Jean Michel Nihoul äusserte sich oft nebulös über seine Rolle in dem Fall Dutroux.
Zudem war er für Drogen zuständig, diese zu besorgen, was wieder auf das Rosa Ballett verweisen würde.
Die Spezial Polizeieinheit, in der verstorbene Riese tätig war, wird Gladio, dem Untergrundnetzwerk der NATO im Kalten Krieg zugerechnet.

Deckten Beamte aus dem belgischen Justizapparat das sogenannte Rosa Ballett, sowie die Spezialeinheit? Es würde beweisen, dass die belgische Öffentlichkeit mit ihrem Marsch 300.000 durch die Brüssler Innenstadt richtig lag, als es eine Fast-Revolte in Belgien gab. Damals, als die grausamen Morde nach den gezielten Verschleppungen der Mädchen aufgedeckt wurden.

Stehen Bandenmitglieder der Brabanter Gangster hinter dem Ableben der Zeugen im Dutroux Prozess?

Wenn man die Meinung, nicht die Gerüchte hört, die die einfachen Bürger in Nivelles mehr 30 Jahre nach den Taten vertreten, muss es so sein. 28 Tote sprechen eine eigene Sprache, die in dem Umfeld von Dutroux und der Bande von Brabant standen.

Dann ist wahrscheinlich.

Dafür spricht auch, dass der ehemaliger Ermittler Eddy Vos, der den Löwenanteil an den Ermittlungen gegen die Bande von Brabant trug, auf eigenen Wunsch um Versetzung bat und danach in erheblichster Form bedroht wurde.

Die Taten sind nach belgischem Gesetz mittlerweile verjährt, sollte man den verbliebenen Mitgliedern der Brabanter Räuber nicht nachweisen, dass sie auch in die Ermordung von Zeugen im Dutroux- Verfahren verwickelt waren. Die einzige Verbindung hierzu, sind die geheimen Rosa Ballette und eine Spur, dass die Räuber von Brabant angeblich auch Teilnehmer dieser „Veranstaltungen“ erschossen, während sie die Märkte überfielen.
Nur dieser Umstand würde beweisen, dass Bande von Brabant sich nicht einfach, mir nichts, dir nichts auflöste, sondern noch bis jüngste Zeit aktiv war.

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  1. Pingback: Kein Ende im Fall Marc Dutroux | The Kasaan Times

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