Wenn Leichtigkeit zum Glück wird

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Bremer Rathaus, kasaan media, 2010
Bremer Rathaus, kasaan media, 2010
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Leichter, schön anzusehender, unter den ersten durchdringenden Sonnenstrahlen fliehender Nebel herrscht an diesem frühen Vormittag über den ausgedehnten Wallanlagen. Etliche Jogger, Spaziergänger sind in den sind unterwegs. Wir treffen auf unserem weiteren Weg durch Bremen, Christiane Niebuhr – Redder in ihrer Firma WebMen, einem innovativen, mittelständischen Bremer Unternehmen sprichwörtlich am Wall.

Christiane Niebuhr Redder, kasaan media, 2010
Christiane Niebuhr Redder, kasaan media, 2010

Hier dreht sich alles um das so expandierende, zivilisatorisch mittlerweile unverzichtbare, verbindende Internet. Hier fantasieren, erfinden versierte Mitarbeiter alle nur denkbaren Arten von kompliziertem Internetdesign, erschaffen für die illustre Kundschaft etwas vollkommenen Neues, das dann in das www eingespeist wird.

Sie, die rastlose, von tatsächlichen Visionen unermüdlich getriebene, Chefin ist nicht nur einfach so, sondern sie ist sinnbildlich das vorzeigende Beispiel einer modernen, einer kommenden Zeit. Einer erstaunlichen Generation von Frauen in leitenden Positionen.
Doch Niebuhr – Redders Gedanken kreisen auch um den kleinen Mann, fast patriotisch um Bremen, sie sieht sich in der gelebten sozialen und politischen Verantwortung. Sie ver-sucht sich nicht, herauszustehlen, sondern nimmt Stellung zu ihren Überzeugungen.
Darum bemüht sie sich vehement, mit ambivalenter hanseatischer Distanz und gelebter Herzlichkeit.
Sie sagt das ganz deutlich ohne Umschweife, was andere denken.
“Ich finde den sogenannten Ausstieg aus dem Atomkompromiss ein erschütterndes Demokratiedefizit”, empört sie sich. (Wie richtig sie lag, zeigte sich wenige Wochen spä-ter.)
“Früher existierte so etwas wie ein aufrechter Interessenausgleich zwischen den Schwachen und den Starken, die ohnehin für sich selbst sorgen können, heute untergräbt die Politik auch diesen. Die Kuh, die man melkt, sollte man nicht schlachten”, vergleicht sie die spürbaren Auswirkungen der internationalen Bankenkrise.
“Bremen ist die Liberalität angediehen, hier kann man noch selig leben”, kehrt sie danach eher rastlos an ihre Arbeit zurück.

“Mein größtes Glück sind tatsächlich meine Kinder groß, erwachsen werden zu sehen!”, lächelt sie, wie nur eine Mutter lächeln kann und geht.

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