Allgemein Deutsches Journal Teneriffa

Flandria Bus Horrortrip (Teil 2)

Nie wieder Marokko kasaan media, 2015

Der Horror ging weiter

Julia wollte den Schwager nicht kennenlernen und weigerte sich mehrfach, es störte den Kaufhausbesitzer nicht. Er bedrängte sie richtig, weil sie die einzige alleinreisende Frau war. Dabei sah er sie an wie Fleisch auf einem Markt. Sie wollte gehen.

Er könne auch am folgenden Tag in ihr Hotel kommen, sie könnten sich auch in Spanien treffen. Woher wusste er, in welchem Hotel Julia war???? Aus den Unterlagen von Flandria. Mohammed war zu dem Zeitpunkt verschwunden. Julia wurde gefragt, wo ihr Ehering sei. Sie hätte ihn vorzuzeigen. Dann sagte sie, dass sie sich an den Leutnant der Polizei wenden würde, wenn er sie jetzt nicht in Frieden lassen würde. Auch wurden in diesem Moment andere Frauen massiv bedrängt.

Flucht nach vorne

Ein Mann kam durch den Hinter- oder Seiteneingang. Er fasst noch vor Erscheinen der übrigen Gruppe, die durch eines der oberen Stockwerke des Bazaars ging, Julia an ihre Brust. Auf die Frage, was das sollte, antwortete er, dass das nicht passieren würde, wenn sie bezahlen würde. Sie sollte einen Teppich kaufen. Sie wollte keinen Teppich kaufen. Der ganze Tag war ihr schon verdorben und sie wollte zurück nach Ceuta und von da aus zurück nach Spanien. Der Bazarbesitzer machte ein hölzernes Kabinett an der Seite auf, und sagte, sie sollte sich endlich den Silberschmuck ansehen, er wollte etwas verkaufen oder sie sollte etwas von dem anderen Plunder nehmen. Julia wollte das Kaufhaus verlassen, sie durfte nicht. Weil man dann nicht für ihre Sicherheit garantieren konnte, wurde ihr beschieden.

Julia erwiderte, dass man das nicht mir ihr machen könnte. Der Bazarbesitzer sagte, sie sollte niemals vergessen, dass ihr Pass noch an der Grenze liegen würde und sie frug sich woher er das wusste. Es schien wie ein abgemachtes Spiel zu sein.

Erneut wurde Julia ein Teppich angeboten, von dem man selbst als Laie sah, dass es ein maschinengeknüpfter und kein handgeknüpfter Teppich war, für das er feilgeboten wurde. Für exorbitantes Geld! Der Verkäufer wollte für den Transport sorgen. Sie würde den Teppich auch bekommen, wenn sie seinen Schwager heiraten würde oder seinen Bruder. Sie könnte sich das aussuchen. Frauen in Marokko hätten zu gehorchen und nicht ständig zu widersprechen. Sie hätte doch gesehen, was sie davon gehabt hätte, dass sie nichts gekauft hätte. Er sprach sie auf ihr Bein an und auf den Sturz. Julia würde sich das Leben sehr viel einfacher machen, wenn sie die Gastfreundschaft Marokkos nicht missbrauchen würde. Sie erklärte ihm in Französisch, dass sie die Gastfreundschaft nicht missbrauchen würde; dann sagte er zu ihr, dass sie sie schon missbraucht hätte, weil sie für kein Geschäft zugänglich wäre, und Mohammed schrie wieder über die Balustrade. Sie schämte sich zu Tode. Einer der Helfer Mohammeds trat auf sie zu und erklärte ihr, wenn sie ihm 100 € geben würde, dann könnte er ihr sehr viel weiterhelfen. Er würde einfach die Leute bezahlen und sie würde nichts mehr davon spüren, niemand würde sie mehr ansprechen wegen Gütern und Waren. Außerdem würde sie der Besitzer des Kaufhauses auch nicht mehr darauf ansprechen, einen Teppich zu kaufen oder sinnfreien Blechschmuck, den sie nicht haben wollte.

Raus aus dem Kaufhaus

Wieder erklärte der Kaufhausbesitzer Julia, sie müsste nur einen seiner Schwager oder Brüder heiraten, damit diese eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland erhalten würden. Sie sagte, er sollte ihr von der Pelle gehen und sollte sie nicht mehr darauf ansprechen, sonst würde sie die Botschaft in Rabat anrufen, weil sie sich unter Druck gesetzt fühlte. Julia würde auch das Auswärtige Amt in Berlin anrufen, weil sie sich derartige Unverschämtheiten nicht gefallen lassen würde. Sie wies ihn darauf hin, dass sie vor der Toilette gestürzt war, nachdem man ihr von hinten das Bein gestellt hatte. Die Frau frug sie noch, ob sie einen weiteren Pfefferminztee haben wollte. Sie sollte dafür sage und schreibe 5 Euro bezahlen. Später gab sie einem der Helfer von Mohammed drei Euro und musste nicht mehr bezahlen.

Es geht nur darum Geld zu erpressen

Wieder musste sie dem Helfer Geld geben, damit sie endlich ihre Ruhe hatte.

Während des Mittagessens saß der die Gruppe begleitende Polizist, Reiseführer und die Helfer an den separaten Tisch. Alle, die sie in einer Form angegangen waren, wie sie es noch nie erlebt hatten, saßen an einem getrennten Tisch und aßen. Als besondere Frechheit empfanden es alle Mitreisenden, dass sie für eine Flasche Wasser (hier Cidi Ali) fünf Euro (!) mussten. Auch sollten die Gäste andere Flaschen bezahlen, die sie nicht getrunken hatten. Mohammed verlangte von den Gästen, die Getränke zu zahlen. Es ging nur um Geld. Er lächelte dabei fein. Der Kellner verlangte noch ein saftiges Trinkgeld und die Musiker stellten sich den Reisenden regelrecht in den Weg, um Geld zu erhalten. Sie wollten natürlich Euro, keinen Dirham!

Flottes Liedchen für Euro kasaan media, 2015

Beim Essen wurde Julia vorgehalten, dass sie für keinerlei Geschäft zugänglich war und daher zahlen müsste. Immer wieder und immer wieder. Und dass sie schneller laufen musste in den Gassen. Dem Fotograf war völlig egal, ob sie es ihm untersagte, Fotos von ihr zu machen oder nicht, er sei ein Fotograf von der marokkanischen Regierung. Ihm stünde dieses Recht zu und sie müssten später für die Fotografien bezahlen. Sie empfand dieses Verhalten als äußerst rüde und kaufte zum Beweis eines der Fotos, das er von ihr gemacht hatte. Später, im Bus auf der Fahrt nach Tanger, für zwei Euro. Das alleine stellte schon ein Skandal dar, da der Wert des Fotos vielleicht 0,30 € war.
Im Übrigen interessierte es die Reisenden auch, was er mit den Dateien und mit den zahllosen Fotos, die er auch von der Gruppe gemacht hatte, anstellte. Er wollte sie aufheben. Dieser Herr stieg bei einer Gelegenheit auf dem Weg zwischen Tétouan und Tanger, auf einem Parkplatz in den Bergen, aus. Die wurde wurde auf der Fahrt sechsmal in den Bus akkommodiert, die Fotos zu kaufen. Er kam immer wieder und verlangte von der Gruppe, die zum Teil richtig schlechten Fotos für 0,50 € zu erwerben. Sonst wollte er die an jemand anders verkaufen. Es wurde ständig mit Druck gearbeitet, um noch mehr Geld aus den Touristen herauszupressen. Alles andere war egal. Das Rundum-Erpressungsprogramm.

Tanger ist immer eine Reise wert

Julia* wollte nicht mehr mit nach Tanger und wollte sich von der Reisegruppe lösen, Mohammed sagte, das ginge nicht, weil ihr Pass an der Grenze liegen würde und sie müsste dableiben. Sie hatte keinerlei Lust mehr, nach den Attacken in Tétouan überhaupt noch mit der Reisegruppe weiterzufahren, aber sie wollte auch den anderen Mitreisenden keine Scherereien bereiten. So fuhr sie mit nach Tanger.

Die Gruppe wurde zum nächsten Bazar geschleust, wo sie einer Meute von Verkäufern ausgesetzt wurden. Es war ein Öl-Handel und irgendwelcher Nepp für viel Geld, den Mohammed ihnen wie Gold anpries. Völlig sinnfrei. Zahlreiche Reisegruppenmitglieder fühlten sich völlig verarscht und betrogen.

Sie setzte sich also, nachdem sie in dem Geschäft mit dem Öl gewesen war und die Teilnahme an der aggressiven Veranstaltung verweigerte, in das Café gegenüber. Sie winkte noch ab und wurde sehr unfreundlich zu Mohammed, der sie in das Café gegenüber geleitete. Dort setzte sich plötzlich nach einigen Minuten ein Mann an den Tisch. Sie wollte alleine bleiben, er aber sprach sie die ganze Zeit vehement an, in Deutsch! Er stellte sich als Immobilienmakler vor, der Wohnungen in Marokko vertrieb. Im Stadtteil Iberia in Tanger. Ein Investment für die Zukunft. Julia könnte die Wohnung an Touristen vermieten, sie könnte auch nur zeitweise oder einen Teil der Wohnung kaufen. Sie wollte nicht. Sie war fertig mit der Welt. Er insistierte und sie sagte ihm, dass er sich seinen Atem sparen konnte, weil sie kein Interesse hatte. Das erklärte die Deutsche auch in Arabisch. Er sagte, ihn würde das nicht interessieren. Sie sollte einfach nur unterschreiben, die Wohnung würde er ihr später zeigen. Er wusste alles über sie, er wusste, dass sie aus Tétouan kamen, dass sie Ärger gehabt hätte, er wollte sie sozusagen „trösten“. “Bessiness” Selbst die mitreisenden Kanadier wunderten sich über das aufdringliche Verhalten, sie nahmen an einem anderen Tisch Platz und fühlten sich genauso bedrängt. Der Makler hörte überhaupt nicht auf zu reden, er zeigte ihr Bilder von mehreren Wohnungen und sie hätte jetzt eine Wohnung in Marokko zu kaufen. Sie sagte, dass sie kein Geld hätte. Darauf erwiderte er, sie könnte einen Kredit aufnehmen oder einen Mann heiraten und einen Kredit aufnehmen. Sie wollte keinen Kredit aufnehmen und erst recht keinen Mann heiraten. Julia sagte, er sollte sie in Frieden lassen und bestellte einen Café. Sie sagte das in Französisch, Deutsch und Arabisch. Er sagte, der Reiseleiter hätte gesagt, sie hätte einen schlechten Tag gehabt. Der Unbekannte wollte ihr helfen, diesen Tag zu verbessern und wollte ihre Adresse in Deutschland. Angeblich würde er diese sowieso von den Grenzbehörden erhalten. Er wollte sie besuchen. Sie sei hübsch und er könne ihr sofort einen Mann besorgen oder wortwörtlich etwas zum „Ficken!“, denn das würden die deutschen Frauen doch immer wollen. Sie seien „Schlampen und Nutten.“ Mohammed stand auf der anderen Seite der Straße und lachte. Er wusste genau, was geschah. Von hinten wurde sie zur gleichen Zeit von einem Mann angesprochen, der ihr ein iPhone Dummy verkaufen wollte. Der Makler bedrängte sie in einer Form, wie sie es noch nie erlebt hatte und sagte, dass sie sich all die blauen Flecke hätte sparen können, wenn sie ihrem Guide Geld gegeben hätte. Das wäre der beste Trick, sozusagen um Schutz zu bekommen. Sie stand auf und ging.

Auf dem Weg zurück zu dem Bus wurden die Reisenden so bedrängt, dass sie kaum noch atmen konnten. Julia kaufte in ihrer Verzweiflung ein hölzernes Kamel für 10 Euro, das vielleicht einen Wert von 50 Cent hatte. Die Händler bedrängten alle bis zum Bus, der absichtlich sehr weit entfernt geparkt war. Es war ein Spießrutenlaufen. Es war einem Hindernislauf gleich. Die Frauen wollten dringend zu einer Toilette, da sie teilweise vor Schmerzen erbrechen musste. Sie mussten 5 Euro an Mohammed zahlen, um auf die Toilette in einem Hotel gehen zu können. Mohammed sagte, dass die Frauen auch auf die Männertoilette in dem Café hätte gehen können. Man hielt dann an einem Hotel.Nach Zahlung.

Mohammed bedrängte nicht nur Julia erneut, sondern auch die Kanadier um Trinkgeld, noch im Terminal in Ceuta. Dabei kamen immer wieder Händler, die unter Beleidigungen und Drohungen, Dinge verkaufen wollten. Alle, die mit Flandria Bus fahren würden, würden auch etwas kaufen!

Durch das Gespräch mit der Reiseleiterin am Ende der Fährfahrt zurück nach Algeciras wurde ihr klar, dass Flandria Bus durchaus über die Machenschaften der vor Ort agierenden Helfer informiert war. Man erwiderte ihr sogar, ob sie das nicht genossen hätte. Julia antwortete, dass sie am liebsten geschrien hätte, wenn sie es gekonnt hätte.

Grenze zu Marokko kasaan media, 2015

Grenze zu Marokko kasaan media, 2015

Julias Körper war mit blauen Flecken übersät. Ihre Hüfte machte ihr danach noch Monate Probleme. sie hatte Kratzwunden am Rücken. Ihre Hüfte wurde so schlimm, dass sie die Reise eine Woche früher abbrach. Da der Bluterguss auf eine Länge von 70 cm Länge so tief saß, war sie gehalten nach der Rückkehr in Deutschland einen Spezialisten aufzusuchen.

Am folgenden Morgen erhielt Julia in Algeciras, wo sie nach einem Arzt suchte, von einem Marokkaner einen Anruf. Ob sie nicht endlich ihren Teppich abholen wollte. Sie sollte nach Tétouan kommen, um die Ware abzuholen. Woher er wohl die Telefonnummer hatte? Sie erinnerte sich nur, dass sie diese auf einen der Extrazettel hatte schreiben müssen, die sie beim Zoll abzugeben hatte.

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Die penetranten Anrufe hörten erst Wochen später auf.

Flandria entfaltete keinerlei Tätigkeiten, es war ein ausgemachtes Spiel, an dem alle gut verdienten. Julia will nicht mehr nach Marokko zurückkehren.

Anmerkung der Redaktion:

Der Text wurde der Redaktion zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt, um auf die Missstände bei Flandria aufmerksam zu machen.

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