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lul.to- wird jetzt auch gegen die User der kriminellen Plattform ermittelt?

Schlussakt für lul.to Screenshot, 2017

Nach einem Bericht der BILD Zeitung ist die Cybercrime Abteilung des LKA in Dresden damit beschäftigt, die User der kriminellen Download Plattform “Lul.to” zu jagen. Es sollen Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.

Nach ersten Berichten sollen es etwa 40.000 User gewesen sein, was kaum stimmen kann, weil die beschlagnahmten Wertgegenstände in dem Verfahren schon auf erheblich mehr User hinweisen, als nur auf 40.000. Dabei spielen auch die zahllosen Affiliates und Trolle, die lul.to beschäftigte, eine Rolle.

“Mitarbeiterwerbung” bei lul.to

Es wäre nur richtig und wichtig gegen die User zu ermitteln, die bei Autoren und Verlagen einen immensen Schaden anrichteten, indem sie Lysander und seinen Schergen das “Sortiment” abkauften. Zudem prahlte der Frontmann mit erheblich mehr Verkäufen öffentlich.

Mit dem mittlerweile, 2016, an dem digitalen Piratentod verstorbenen Lysander als Frontmann, avancierte lul.to in den Jahre 2015, 2016, zu einer kriminellen Vereinigung, die eines der größten Downloadportale in der Illegalität unterhielt. Lysander, Spitzname Lügen-Lysander, klärte unter seinen “Geschäftsbedingungen” die Kundschaft falsch auf. Er titulierte das illegale Herunterladen in der rechtlichen Grauzone als Ordnungswidrigkeit, wie das Passieren einer roten Ampel. Hier täuschte Lysander auch seine Kundschaft, die nun die bitteren Folgen zu tragen hat. Natürlich glaubten ihm die Jünger der mafiösen Struktur lul.to und kauften fleißig bei ihm und seinen Kumpanen ein. Zahllose Affiliates fielen auch auf das schnelle Geld mit dem Piratenportal herein.

Große Dankbarkeit sollten alle Autoren und Verlage auch gegenüber der GVU empfinden, die sich seit 2015 für die Rechte der Urheber gegen Lysander’s lul.to in großem Maße einsetzte.

4 Comments

  • Es ist echt nicht angebracht, den Betreiber wegen der “Grauzone” zu diffamieren, denn, wir erinnern uns: vor 2015 war das Herunterladen noch völlig legal und es macht auch weiterhin wenig Sinn, gegen die Nutzer/Leser vorzugehen, wenn man die Quelle nicht austrocknet (solange sie profitorientiert und nicht kostendeckend oder gar defizitär betrieben wird). Als Autor/Rechteverwerter sollte man sich vor Augen führen, dass die Kunden dort offensichtlich Personen waren, die durchaus Willens sind, Geld für Texte zu bezahlen im Vergleich zur Gratis-Mentalität und dafür auch einigen Aufwand auf sich nehmen, und manche davon sich nicht der Rechtswidrigkeit der Vorlage bewusst gewesen sein könnten. Diejenigen, die letzteres herausgefunden hatten, werden wohl Vorkehrungen getroffen haben, um nicht ermittelt werden zu können, aber die unvorsichtigen könnten bei teuren Abmahnungen oder Schadensersatzforderungen als Kunden für den Buchmarkt gänzlich verloren gehen. Anders sieht es bei Kunden aus, die in größerem Umfang neue, sehr bekannte Titel erworben haben und zu diesem Zweck ja auch die Neuveröffentlichungen sowie die damit verbundenen regulären Preise verfolgt haben müssen.

  • @skreuzer Selbst wenn jemand neue Titel heruntergeladen hat, dann muss das nicht vorsätzlich passiert sein. Die Bücher wurden ja einfach aufgelsitet, wie sie reinkamen, egal ob das Werk von 1930 oder 2017 war.

    Ich habe auf lul anfangs vor allem alte Bücher geladen, die so so anderswo nicht mal als eBook zu kaufen gab, weil schon zu alt und nicht mehr interessant. Vor allem habe ich alle Bücher geladen, die ich jemals als PapierBuch besaß und habe selbige danach weggeworfen – aberhunderte Bücher.
    Irgendwann hab ich dann einfach nur noch gesammelt, was so reinkam. Die meisten der SP Autoren, die jetzt klagen wollen, kenne ich bis heute nicht. Was ich so sehe, würde ich auch in der Mehrzahl gar nichts von denen lesen wollen – nicht meine Genres.

    Am Ende habe ich dann runtergalden, was irgendwie interessant aussah. Bücher zur Quantentheorie, wo ich nicht mal das Vorwort verstanden habe. Das ist etwa so, als würde ich bei Thalia in einem 120€ Werk über Quantenmechanik blättern und es wieder wegstellen. Welcher Schaden entstand dem Autor dabei? Meint jemand ich kaufe mal eben 10 solcher Bücher für 1200€ weil sie so schön aussehen im Regal? Wohl kaum.

    Manch einer der lul User, mich eingeschlossen, wird auch für Bücher und Magazine legal mehr Geld ausgeben, als 10 andere “ehrliche” Kunden zusammengenommen. Selbst von mir bekommen die SP Geld durch KU, welches ich immer mal wieder buche, oder durch PrimeReading, obwohl ich dann fast nichts dort finde, was ich auch lesen will. Ein paar Bücher habe ich nachträglich legal nacherworben, weil sie einfach richtig gut waren. War aber glaub ich kein deutscher Author bei bisher und ist schon eine Weile her. Hinzu kommen unzählige, legal erworbene E-Books, manchmal sogar nur, um den Authoren zu unterstützen, ohne jegliche Leseabsicht, allein nur, weil ich das Thema wichig fand, über das geschrieben wurd. Würde manchmeiner für bescheuert halten, ich halte es für eine Spende.

    Statt nun wütend aufeinander einzuschlagen, sollte man lieber überlegen, wie man ca. 30.000 bezahlwillige Leser zu Kunden und Fans machen könnte. Wäre vielleicht auf Dauer lukrativer?

    Das mit den 30.000 Kunden wird auch nicht aufgehen, man konnte sich leicht selbst werben, um dann 12% Rabatt einzustreichen.

    Ich wette am Ende erwischt es eh wieder die falschen, ein paar naive, die wirklich dachten, das war nichts Schlimmes, ein paar, die wie oben gesagt legal mehr Geld ausgeben, als der Rest zusammen und ein paar unvorsichtige “Ersttäter”.

    Die Profis, die sich wirklich auskennen und dort für andere illegale Portale ihren Nachschub organisiert haben, die wird man Dank VPN und Bitcoin nicht kriegen.
    Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja, so schwarz/weiß, wie das jetzt hier versucht wird darzustellen ist die Sache nicht. Wird es zu Verfahren kommen, wird sich das auch zeigen. Ob mancher sich dann moralisch immer noch so überlegen fühlt wird man sehen.
    Mein schlechtes Gewissen hält sich jedenfalls in Grenzen, denn wenn man es hart auf hart kommen lässt, glaube ich nicht, dass ich trotz einer hohen Zahl heruntergeladener Bücher, jemandem wirklich geschadet habe. Schon gar nicht im Hinblick auf fast 6000 legale E-Books, allein in meinem Amazon Account.

    • Mir geht es um das Unrechtsbewusstsein derer, die immer eine Ausrede finden, warum sie bei einer kriminellen Vereinigung wie LuL.to geladen haben.
      Jetzt werden schon Drohungen gegen die 36 Autoren ausgesprochen, die Anzeige gegen die User erstattet haben.
      Die ganze Welt ist wahnsinnig geworden.
      Danke trotzdem für den Beitrag 🙂

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