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Das Kaisenhaus- Urgroßvater der „Tiny House“ Bewegung

Cover Kaisenhaus All copyrights by kasaan media, 2010
Kaisenhaus, kasaan media, 2010
Kaisenhaus, kasaan media, 2010

Rückblick:

2010 schien alles einfacher, jedoch, der erste Unmut kam auf. Die Bürger ließen sich nicht mehr viel gefallen und übten scharfe Kritik an den Verwaltungen. Der Artikel ist heute aktueller denn je, weil offensichtlich durch die Flüchtlingskrise, eine weitere Verschärfung der Wohnungsnot eintrat.
Es wird Zeit alte Konzepte wiederzubeleben, und diese nicht nur mit einem neuen Namen zu versehen.

Die Idee

An den unvergessenen, charismatischen SPD-Mann Wilhelm Kaisen, der nach dem 2. Weltkrieg der erste Bürgermeister einer eher vollkommenen, trostlosen Trüm-merwüste wurde, erinnert sich heute fast noch jedes Kind in Bremen.

Als alles nach dem verlorenen Krieg eine Mondlandschaft war, die Hansestadt unter alliierter, amerikanischer Besatzung stand, von allen Seiten unzählige Flüchtlinge nach Bremen kamen, entstanden die, nach dem Politiker benannten, kleinen, in Gärten verwunschenen, Häuser. Die sich innerhalb des Stadtgebietes streckenden Siedlungen, in einem ehemals urbanen, jedoch über Jahre im Krieg, zerstörten Ballungsraums.

Diese so genannten „Kaisenhäuser“ wurden im Laufe der Jahre zu erbärmlichen, schäbigen Zankäpfeln, zu ungemeinen Spekulationsobjekten zwischen den Besitzern der ratlosen und starren Politik und den allgegenwärtigen Finanzhasardeuren.

Hier machen die Bremer, in unmittelbarer Nähe zur Stadt, relaxenden Kurzurlaub vom Alltag. Fahren raus an den weitflächigen, von dichtem Waldbestand umwachsenen, Unisee. Sitzen unter knorrigen, alten Apfelbäumen, die ihnen an sonnigen Tagen kühlenden Schatten spenden, an Ufer besäumenden, wild wuchernden Brombeerbüschen.
Nunmehr aber entwickelt sich aus der ehemaligen Oase der Ruhe und Rast, ein ständig schwelender und gärender Streit.
Vereinsmeiereien in den Kleingartenvereinen war man seit Jahrzehnten gewöhnt, jedoch, die Arbeit der Lobbyisten toppt alles, was bislang da war.

Kaisenhäuser sind der Vorläufer der „Tiny House“ Bewegung. Zwischen dem schmalen, unebenen und nur mit verblasstem Schotter bewehrten Akazienweg und dem Schneeglöckchenweg am Waller Fleet, in all den einst liebevoll angelegten Gärten, spielt sich mittlerweile der politisch gewollte Verfall einer ganzen Epoche, eines gesamten sozialen Gefüges ab.

Waller Fleet
All Copyrights by kasaan media, 2010

Was nach dem Krieg, in den Jahren 1945 bis 1951, Abertausenden von Flüchtlingen, die aus dem Osten und anderen Gebieten nach Bremen strebten, assimilierte, als Heimat diente, in der kriegsverlorenen Gesellschaft der heimkehrenden Soldaten, der Ausgebombten, als ein reines Wohngebiet mit funktionierender Infrastruktur ent-stand, wurde im Laufe der Jahre dem völligen, endlichen Ruin preisgegeben.

Jahrzehntelanger Abriss,
All Copyrights by kasaan-media, 2009

Ungeheurer Frust

Einen heilsamen, einigenden Mittelweg gab und gibt es nicht. Diesen sollte und soll es nicht geben. Also wurde, wie schon so oft ein einseitiger, von vielen, als erzwungen verstandener Kompromiss, der des „Abwohnens der Generationen “, geschlossen.
Die Kaisenhäuser wurden vom reflexartig reagierenden Verwaltungsapparat auf das Niveau einer Gartenlaube reduziert.
Einer der Freizeitgärtner aus den neuen, nur noch höchstens noch 25 qm großen Gartenhäuschen ruft uns über den Zaun zu, hebt dabei wütend die Harke in seiner rechten Hand.
Er saugt an seiner Zigarre, denkt einen Moment nach.
„Es ist eine Schande, was hier gemacht wird. So denken alle hier, nur niemand sagt was, weil alle Angst haben, dass sie die Nächsten sind, deren Häuser die Bagger platt machen!“
Hinter den wilden, über Jahre hoch gewachsenem Gestrüpp, rankenden Sträuchern vor einem, an der folgenden Straße verlaufenden, breiten Fleet wurden. Viele Gärten sind schon bereinigt. Einige verlassene Häuser in dem Gebiet abgerissen, andere wurden zu einem elementaren, latenten Sicherheitsrisiko. Die spätere Begründung für den Abriss wurde gleich geschaffen.
„Im letzten Jahr entzündete sich, unbemerkt, ein seit Jahren leer stehendes Haus, in dem wild Müll abgeladen wurde, selbstständig. Es brannte. Wenn Kinder hier spielen und nicht beaufsichtigt werden, ist das Risiko, dass sie in ehemalige Sickergruben fallen, immens “, klagt eine junge Frau, Mutter von zwei Mädchen, nur einen Weg weiter.
„Die Siedlung verkommt, wie all die anderen, zusehends. Da geht es nur um das widerliche Geschacher von einigen, die daraus Gewerbefläche machen wollen!“
Dann meint sie nachdenklich:
„Die meisten verlassenen Häuschen wurden noch nicht beseitigt, weil die Abrisskosten viel zu hoch sind! Das ist eine Schande für Bremen. Ich bin in einem Kaisenhaus aufgewachsen,“ fügt sie nach einem Augenblick noch hinzu:
„Von Ökologie kann ja wohl hier nicht mehr die Rede sein, hier stehen täglich mehr Schrotthaufen herum. Das ganze Gelände ist eine wilde Müllkippe geworden, seitdem alles bereinigt wird!“
Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße parken abgemeldete Fahrzeuge, Schutt- und Müllhaufen türmen sich meterhoch auf. Ein chaotisches Gewirr an losen Drähten und stählernen Kabeln und korrodierten Trägern ranken sich daraus.

„Ich will ja der Politik nicht sagen, dass sie erneut versagt, das hat sowieso keinen Sinn mehr“, winkt einer ab. „Sondern mir geht es um die tausenden von Menschen, Familien mit Kindern, die unter der allgemeinen Armuts-grenze leben. In Zeiten, wo Deutschland einen, wie auch immer gearteten, unheiligen Krieg am Hindukusch führt, ist es essentiell, armen Familien mit Kindern, erneut ein Stück dauerhaften Glücks in den Grenzen, dieser doch einmal so schön gewachsenen Siedlung zu ermöglichen!“

Zukunft offen

Wir gehen weiter, den mit schon herbstlich gefärbtem Laub übersäten Weg, bis zur folgenden Trasse. Tatsächlich gibt eine Menge verlassener Grundstücke, hier und da ein ausgebrannter Wohnwagen, ein zusammengebrochenes Dach. Nur noch Ratten finden in den schwarz verschimmelten Gemäuern ungestört Platz. Dort wieder, ein schon verrosteter, alter Wagen, dessen Entsorgung in diesen Tagen zu teuer wurde, dessen Reifen im Laufe der endlosen Standzeit porös geworden sind.

Verlassenes Kaisenhaus in Bremen
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Dabei war die Idee der Kaisenhäuser eine der besten der Jahre nach dem Krieg.

Heute heißt es nur Tiny House.

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