Allgemein Rumänische Mafia

Achtung, rumänische Mafia!

Rumänische Telefonmafia

Wir interessierten uns für einen Caravan auf verschiedenen Portalen, schrieben bei Ebay und Autoscout verschiedene Anbieter an.
Auf zwei der Mails meldeten sich folgende identische Personen.

„Liebe Grüße aus England“

Dass wir den Artikel überhaupt schreiben konnten, verdanken wir einer besonders cleveren Bande von Kriminellen, vor denen wir explizit warnen möchten. Die Personen kommen wahrscheinlich aus Rumänien und gehören einer internationalen Vorschußbetrügerbande an.
Niemals sollte irgendjemand Geld per Western Union oder Money Maxx etc. an irgendjemanden senden, sofern man die Ware nicht gesehen hat und die Papiere dazu überprüft hat. Das gilt für Verkäufer in der Bundesrepublik Deutschland, wie auch im Ausland.
Eine Spedition ist dabei sinnfrei. Diese stellt auch keine Papiere für Fahrzeuge aus oder wandelt ausländische Papiere in deutsche um. Der Sinn einer Spedition ist der Transport von Gütern, und nicht der Besorgung von hoheitsrechtlichen Aufgaben.

Selbst diese Unternehmen warnen vor den Auswüchsen einer immer flexibler agierenden Gruppe von „Verkäufern“, die mit allen Gütern handeln und sich durch Europa wie Phantome bewegen. Die Güter sind aller Art und es ist auch eine ausdrückliche Warnung an Händler, die von der angesprochenen Tätergruppe jederzeit akkommodiert werden könnten.

Wir hatten uns, nach langem Suchen, für einen Knaus Traveler 595 auf Fiat Ducato 2,5 TD Basis entschieden. Das Angebot erschien uns treffend, zumal es fast 40 % (!) unter den Marktpreisen rangierte.
Uns war allerdings klar, dass auch an diesem Angebot etwas faul sein musste, wir wussten nur nicht was. Wir gingen zunächst davon aus, dass es Hehlerware war, oder Unfallfahrzeuge. Eigentlich wollten wir den Kontakt abbrechen.

Er trug die Auto ScoutId: 16040255 und war auch in anderen Foren, wie bei E-Bay und in anderen Kleinanzeigenforen in ganz Europa angeboten worden.
Unter diesem eher unverfänglichen Text:
Sehr gepflegter Knaus Traveler 595
Ich habe das Fahrzeug aus erster Hand vor 2 Jahren erworben
Das Fahrzeug ist sehr gepflegt und es funktioniert alles.
Mit super großem Alkhoven 1,60m 210m Bett
Heitzung mit Umluft auch im Alkhoven.
Von Außen entlehrbare Toilette./ Dusche
Absolut dicht, auch im Alkhoven und muffelt nicht
Das Fahrzeug hat eine Rückfahrkamera und ein Navi Radio von Blaupunkt welches ich aber nicht auf Navi getestet habe, keine CD vorhanden.
Die Polster sind im super Zustand, und wurden von uns vor 1 Jahr abgezogen und gewaschen
Das Wohnmobil hat eine Markiese, die super funktioniert, eine Anhängerkupplung mit abnehmbaren Kugelkopf 1800 KG, die bei diesem Fahrzeugtyp absolut selten ist.
Eine Toilettenentlüftung von SOG 1 Jahr alt.
Fahrradträger für 3 Fahrräder 1 Jahr alt
Frisch und Abwassertank
180W Solaranlage 1 Jahr alt
Trennrollo zum Fahrerhaus.
Das Fahrzeug hat vor 3000 KM einen anderen Tacho bekommen, bei ca. 196.000KM Gesammtlaufleistung ca.199.000KM
Der andere Tacho ist jetzt mit Drehzahlmesser.
Das Scheckheft wurde bis 2011 geführt bei KM 181682
Zahnriemen bei 189.000KM gewechselt
Der Motor läuft super und springt auch bei -20 C super an, verbraucht ca. 1L Öl auf 3000 KM
Bremsen und Bremsleitungen wurden vor 2 Jahren erneuert.
Reifen sind wie neu und von 2010.
Erneurt wurde von 1 Jahr die Wohnraumbatterie und die Lichtmaschine 95A
Ein Dachfenster Neu (Heki) und ein Dachfenster neu eingedichtet.

Das Fahrzeug hat natürlich auch ein Paar Gebrauchsspuren die nicht ausbleiben
Innen sehr wenig Gebrauchsspuren und Außen Streifspur am Alkhovon vorn links aber dicht und an dem hintern Stoßfänger“

Kurz nachdem wir geschrieben hatten, erreichte uns die folgende Mail aus „England“, diese kam aus Kent, aus einem öffentlichen Netz, wenn man der ip Nummer folgte, die zweite Mail aus London.
„Hallo und Frohes neues Jahr,
Mein Name ist Barbara McGee.
Ich bin Englisch und mein Deutsch ist schlecht!
Ich bin privat (nicht Händler).
Ich habe in Deutschland für das letzte Jahr gearbeitet und ich habe das WOMO von dort bezogen. Ich habe gerade mein Projekt und ich kam wieder zu Hause in Großbritannien. Das WOMO ist jetzt in Großbritannien.
Ich habe versucht, das WOMO hier zu verkaufen, scheint aber niemand interessiert ist, es zu kaufen (Lenkrad auf der linken Seite und es ist sehr schwierig für alle, um es in Großbritannien fahren, auch das Register Steuer zu teuer ist hier in Großbritannien).
Kein Unfall und Kein Technische Problem! Mein letzter Preis ist 7.400 EUR!
Das WOMO ist angemeldet und hat neue TÜV. Das WOMO hat Deutsch Papiere. Noch Nie in Unfälle verwickelt, und es hat keine Schäden. Dies ist eine Garage gehalten WOMO, sehr gut gepflegt. Die Lieferzeit beträgt ca. 3-4 Tage (abhängig von Ihrem Standort).
Wenn Sie dieses WOMO 100 % wollen, bitte E-Mail mich.
Bitte schreiben ihre Namen und platz wo Sie steht!
Ich warte Ihre antworten.
Wenn Sie alle Bilder wollen, lassen Sie es mich wissen.
Ich werde versuchen, in Deutsch antworten, die ganze Zeit.

Liebe grüße
Barbara

P.S.: Ich denke, ich werde meine Anzeige von Autoscout24 löschen, weil ich habe zu viele potentielle Käufer. Sie können mich noch wenden, ohne jedes Problem.“

2. Mail

Hallo,
Hier haben Sie eine Kopie unsere Pässe (mir und meinem Mann), Ihnen zu zeigen, dass wir eine vertrauenswürdige Person sind.( Die Pässe warfen wohl bei einem Einbruch gestohlen worden und schon für zahllose Wohnungsgeschäfte in ganz Europa verwandt worden.)
Die Gesamtkosten, die Sie zu zahlen haben wird, ist 7.400 EUR. Lassen Sie mich erklären Ihnen, wie die Reederei arbeitet. Alle Dokumente sind in Ordnung und Sie erhalten Zugang zu ihnen haben, wenn Sie das WOMO an Ihre Adresse haben.
Das WOMO und die Dokumente in Plymouth bereits bei einer Reederei. Das Transportunternehmen wird das WOMO zu Ihnen nach Hause bringen und Sie haben eine 7 Tage Inspektion period. Sie werden Ihnen den Kaufvertrag, Tracking-Nummer, so dass Sie unseren Online-Transaktion auf ihrer Website überprüfen können. Auch die Proforma-Rechnung wird mit allen Zahlungsangaben ausgestellt werden, so dass Sie die Zahlung an ihnen vornehmen können. Sie haben zu 50% vom Gesamtbetrag Einzahlung auf ihr Agent von Bank zu Bank übertragen
Zum Start der offiziellen Transaktion i müssen folgende Angaben enthalten:
– Vor-und Nachname
– Lieferadresse
– Telefonnummer
– Kopie von Ihrem Reisepass oder Personalausweis
Sobald ich Ihre persönlichen Daten zu erhalten, werde ich an die Firma zu gehen und alle notwendigen Formalitäten auf der offiziellen Transaktion starten. Das Unternehmen wird mit Ihnen in Verbindung per E-Mail mit der Rechnung zur Zahlung, Kaufvertrag und alle Versand / Lieferung Informationen zu erhalten.
Ich werde für Ihre E-Mail mit Ihren Angaben warten, wenn Sie das WOMO kaufen, damit ich Ihre Daten an die Reederei weiterleiten können soll.

P.S. Lassen Sie sich nicht Abstand, um Ihre Träume zu ruinieren.

Liebe grüße
Barbara“

Die Spur führte über Kent, London nach Plymouth, in die altbekannte Hafenstadt am schönen Mount Batten.
Der wahre Darren war nicht mehr sonderlich überrascht, schon wieder hatte jemand seine Adresse verwandt. Diesmal für den Verkauf eines äußerst günstigen Wohnmobils.

Danach meldeten sich die Täter per Telefon und drängten, den Personalausweis zu übersenden. Wir legten auf. Niemals übersendet man an Fremde per Internet seine Personalpapiere. Diese werden dann für weitere Geschäfte verwandt.

Darran und Barbara McGee sind schon bekannt, weil sie vorher in ganz Europa Wohnungen verschoben, die den beiden nicht gehörten. Auch scheinbare Schnäppchenfahrzeuge waren darunter. Weder die Wohnungen, noch die Fahrzeuge konnten die Täter veräußern, weil sie, wie viele Interessenten nur ein Exposé erhalten hatten, oder auf Umwegen an Fahrzeugbriefe herangekommen waren. Einer ihrer Tarnnamen ist Morta Flower aus dem beschaulichen Laage bei Rostock in der Bundesrepublik. Sie zockten Hunderte, ja Tausende ab. Im Fokus standen immer wieder Studenten, alleinstehende Frauen, junge Leute. Hauptsächlich in Deutschland und England.
Hochmobil, bilingual, wenn nicht trilingual , treten die Täter, die sich hinter den Passformularen verbergen, auf.

Besonders frech ist das Verhalten der beiden Pseudo-McGees, wenn man sich vor Augen führt, dass die Adresse des angeblich mildtätigen Darren MG Gee, der wahlweise als hektischer Manager oder viel beschäftigter Diplomat in Diensten ihrer Majestät um die Erde jettet, auch nicht ihm oder seiner Angetrauten gehört.
Fiona (Name von der Redaktion geändert) hat da ihre eigenen Erfahrungen gemacht: Nicht, dass sie keinen Besuch am Abend schätzen würde- nein, es kam ein Paar mit Rucksack, die von Deutschland aus mit Bargeld über den Kanal gereist waren, um ein Fahrzeug abzuholen. Leider umsonst, wie sie nach dem Klopfen an der Tür feststellen musste. Es gab keinen Lieferwagen, es gab keinen Herrn McGee oder wie er sich in dem Moment nannte. Die junge Frau war in einem Tal von Tränen aufgelöst, berichtete ein Nachbar von Fiona.

Zuvor hatte sich schon ein Käufer für einen Bagger eingefunden, der keinen Platz in der engen Straße gefunden hätte. In England und Deutschland inseriert immer wieder die gleiche Tätergruppe. Namen, die aus 1001 Nacht stammen, mit Hochglanzfotos verschiedene Fahrzeuge oder Wohnungen. Immer kann der Verkäufer oder Vermieter, ein Brite mit sehr gutem Deutsch nicht an den Orten sein. Alles muss per Western Union gehen mit perfekt gefälschten Papieren, meist aus der Bundesrepublik oder aus Großbritannien. Es sind wohlklingende Namen, die sich unter den Bildern mit seriös aussehenden Besitzern der Papiere gesellen.

Die Polizei stochert europaweit im Dunklen, die Briten meinen, es sind Osteuropäer, die Deutschen sind sich nichts sicher. Jedoch, immer wieder tauchen die Anzeigen auf Ebay, Autoscout 24 oder mobile.de auf, auch in anderen Kleinanzeigenmärkten werben die seltsamen Hintermänner für ihre Fantomfahrzeuge, die meistens 30 % unter dem üblichen Marktpreis sind.
Natürlich gab es kein Wohnmobil, fast keine Fehler in der Email, diese soll ablenken, es sieht aus wie das Schreiben eines Deutschen, der sich ein wenig französischen Satzbau zugelegt hat. Ein wenig Englisch, verdächtig ist der Stil schon.
Vielleicht eine türkische Bande, die aus Callcentern agiert, meint einer, der es wissen muss, bei Scotland Yard in London.
Gleiche Bande, gleiche Absicht, jedoch diesmal, einen Tag später, mit einer fast ähnlichen Offerte aus dem schottischen Aberdeen. Man will es nicht glauben, die ip Nummer und die Geschichte stimmen bis auf den Namen überein.
Woher die Täter die Wohnmobilfotos hatten, um diese als besondere Offerte auf den deutschen Markt in fast allen Kleinanzeigenportalen der Republik zu platzieren und dazu noch in acht weiteren Ländern, inklusive Russland, lässt selbst Fachleute staunen. Das wirklich Schlimme daran ist, die Tätergruppe benutzt bei ihren Streifzügen später die Namen ihrer Opfer, um dann Geschäfte mit den Papieren der ehemaligen Interessenten zu tätigen.
Die Metropolitan Police in London erweist sich in diesem Zusammenhang als nicht sonderlich hilfreich. Sie können, so scheint es, den Tätern nicht habhaft werden, Fragen zu den Tätern sind unerwünscht seitens der Presse.
Doch die Spur führte nach Rumänien.

2. Teil Ceausescus sonderbare Enkel

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